Ansichten eines Regenwurms
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Ansichten eines Regenwurms

Mit dem Regenwurm ist es so eine Sache. Meist nimmt ihn keiner wahr und ernst nehmen tut ihn kaum jemand. Und doch: meist ist er da und oft auch wichtig. Ein eigenes Leben hat er allemal, wenn auch überwiegend unter der Erde - da wühlt und gräbt er sich durch alles durch und kommt mit allem in Kontakt, was es da so gibt im Wurzelbereich und drunterhinaus. Was dahin gerät - und das meiste kommt früher oder später mal da an - betrifft ihn und seine Freunde. Ab und zu kommt Rupert (so der Name des Regenwurms) an die Erdoberfläche, um zu sehen, was die da oben schon wieder alles treiben. Und gibt Kunde davon seinen staunenden Kumpels im Erdreich und jenen über der Erde, die sich für ihn interessieren.

Gelenkte Demokratie

So, wie sich Deutschland in den letzten Jahren präsentiert, so hat sich der Wurm früher die DDR vorgestellt: alles folgt einer Linie und wenn es einer wagt, wider diese Linie zu sein, wird er niedergemacht: die Gewerkschaften machen, was die Regierung will (siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/119-niedere-beweggruende.html ), die reale Wirtschaft macht, was die Regierung will (siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/95-kriegshetzer.html), die Regierung macht, was das Finanzkapital will (siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/120-reichtum-fuer-alle.html). Zumindest muss wurm der früheren DDR zugute halten, dass Letzteres bei ihr nicht der Fall war.

Am Wichtigsten und Entlarvendsten sind jedoch die Staatsmedien, die alles mitmachen. Da wird über wichtige Ereignisse entweder gar nicht oder stark verfälschend berichtet oder es wird gleich massiv manipuliert. Darüber hat der Wurm schon mehrfach berichtet; eine nie versiegende Quelle der Dokumentation ist für solche Sachen die „Propagandaschau“: https://propagandaschau.wordpress.com/

Dass sich die privaten Staatsmedien in ihren Berichten und Kommentaren noch wg. Anzeigen-Aufträgen mit den Mächten der Finsternis verbünden, denen sie meistens auch gehören, ist zwar ärgerlich, aber noch halbwegs nachvollziehbar.

Nicht nachvollziehbar ist, dass sich die öffentlich-rechtlichen Sender, die sich zum größten Teil von ihren Gebührenzahlern finanzieren und diesen gesetzlich verpflichtet sind, auf exakt der selben Schiene bewegen wie die Staatsmedien in privater Hand.

Ein Bild des Jammers bot diese Woche der „ARDCheck“, in dem die Intendaten Tom Buhrow und Lutz Marmor dem Publikum Rede und Antwort standen.

 

 

Womit wir wieder bei der DDR wären: es handelte sich um ausgewähltes Publikum mit ausgewählten Fragen: die ARD wählte 150 Fragen aus, die das Publikum stellen durfte. Und diese Fragesteller waren das Publikum. Den Antwortenden war also von vorneherein klar, welche Fragen gestellt würden (und welche nicht) und wer sich im Publikum befindet.

Ein Bild des Elends und ein Bild des Zustands der Republik.

22 October 2015
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Die Lüge aller Lügen

Die Bewohner des Erdreichs lügen nicht. Den Begriff der „Lüge“ und den Umgang damit kennen sie nur aus dem Studium der Menschen. 

Vor 25 Jahren nahm eine der spektakulärsten und folgenreichsten Lügen ihren Lauf: die Brutkastenlüge. Aus „Wikipedia“:

„Als Brutkastenlüge wird die über längere Zeit als Tatsache verbreitete Lügengeschichte bezeichnet, irakische Soldaten hätten bei der Invasion Kuwaits im August 1990, dem Beginn des Zweiten Golfkriegs, kuwaitische Frühgeborene getötet, indem sie sie aus ihren Brutkästen gerissen und auf dem Boden hätten sterben lassen. Sie hatte Einfluss auf die öffentliche Debatte über die Notwendigkeit eines militärischen Eingreifens zugunsten Kuwaits und wurde unter anderem vom damaligen US-Präsidenten George H. W. Bush und von Menschenrechtsorganisationen vielfach zitiert. Erst nach der US-geführten militärischen Intervention zur Befreiung Kuwaits stellte sich die Geschichte als Erfindung der amerikanischen PR-Agentur Hill & Knowlton heraus. Diese war von der im Exil befindlichen kuwaitischen Regierung bezahlt worden, um eine Rückeroberung Kuwaits mittels Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Brutkastenl%C3%BCge

Hier die Kurz-Zusammenfassung mitsamt den Folgen:

 

15 October 2015
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Ein Gutmensch ist ein schlechter Mensch

Dies ist ein merkwürdiges Land: einerseits ist den meisten alles egal, was nicht sie selbst betrifft; andererseits regen sie sich über Leute auf, denen nicht alles egal ist und die Missstände klar beim Namen nennen oder Themen satirisch überspitzen.

Gerade in den letzten Wochen war dies wieder deutlich zu sehen.

Meinungs- oder Pressefreiheit gilt nur für diejenigen, die festlegen, was politisch korrekt zu sein hat. Wehe dem, wer da nicht mitmacht.

08 October 2015
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Fack ju

Nachdem der erste Teil schon über 7 Millionen Zuschauer im Kino hatte, steht „Fack ju Göhte 2“ mit über 5 Millionen Besuchern nach gut zwei Wochen auch nicht schlecht da.

Unabhängig davon, wie gut oder schlecht der Film sein mag – bei den hohen Besucherzahlen muss er gesellschaftlich einen Nerv getroffen haben.

01 October 2015
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Heilige Allianz

Geschichte ist das, was die Gegenwart an ihr interessiert.

Dieser Satz passt sehr gut zur „Heiligen Allianz“, die vor 200 Jahren von Russland, Preußen und Österreich ins Leben gerufen wurde. Die Bewohner des Erdreichs hätte dieser Jahrestag bis vor Kurzem kaum interessiert, aber Ereignisse der letzten Zeit, die eindeutig in eine ungute Richtung weisen, veranlassen den Wurm, sich Gedanken über die „Heilige Allianz“ und das deutsch-russische Verhältnis zu machen.

24 September 2015
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