„Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat die Ursache für den Verfall beim Milchpreis beim Namen genannt: Ursache der Entwicklung seien starke Einbrüche bei der Nachfrage. „Der Stein, der das alles ins Rollen gebracht hat, war das Russland-Embargo“, sagte BV-Generalsekretär Bernhard Krüsken der Nachrichtenagentur Reuters. Nach dem Inkrafttreten der Sanktionen war der Milchpreis bereits von 40 Cent auf 28 Cent gefallen. Der russische Markt war für die deutschen Bauern immer wichtig gewesen. Durch die Sanktionen ist der russische Markt faktisch über Nacht weggefallen. Je länger die Sanktionen aufrechtbleiben, werde sich die Lage tendenziell eher verschlechtern: Der Milchpreis liege derzeit im Schnitt bei 23 Cent pro Liter, steuere aber auf 20 Cent pro Liter zu, sagte Krüsken. „Bei den Preisen, die wir im Moment haben, sind alle Betriebe hochgradig defizitär.“
Verschärft wird die Lage durch eine „konjunkturelle Schwäche“ „im internationalen Bereich – Südost-Asien, in vielen Schwellenländern.“ Betroffen sei der Markt für transportfähige Milchprodukte wie Magermilchpulver und Butter. Zudem hätten einige Länder ihre Milch-Produktion erhöht.
Nun müssen die Steuerzahler den Preis für die Russland-Politik der Bundesregierung bezahlen. Es seien Direkthilfen in einer Größenordnung von 60 bis 100 Millionen Euro im Gespräch, hieß es am Dienstag im Landwirtschaftsministerium laut Reuters …
Zuletzt war aus den deutschen Bundesländern und EU-Staaten die Forderung erhoben worden, die Russland-Sanktionen zu beenden. Denn auch andere Branchen leiden massiv unter den Sanktionen. Es ist zu erwarten, dass sie bei Fortdauer der Maßnahmen bald bei der Bundesregierung vorstellig werden, um vom Steuerzahler Entschädigungen zu verlangen.“
Es wurde in letzter Zeit einiges an Unfug erzählt und einige Nebelkerzen wurden gezündet. Nichtsdestotrotz sind es genau diese Gründe, weshalb der Milchpreis stark gefallen ist:
1. Der russische Markt ist komplett weggefallen durch die Sanktionen der EU gegenüber Russland bzw. die Gegen-Sanktionen der russischen Seite gegenüber der EU
2. Die konjunkturelle Schwäche in asiatischen Schwellenländern führt zu geringeren Abnahmen
Was noch dazu kommt, ist der Wegfall der Milchquote der EU zum 31.03.2015. Seitdem müssen keine Strafen mehr an die EU bezahlt werden, wenn mehr Milch bzw. mehr Milchprodukte produziert werden.
Mit der Folge, dass auf dieses Datum hin ordentlich investiert wurde, um mehr produzieren zu können. Innerhalb eines Jahres stieg so die Milcherzeugung in Europa um 3,8% bzw. 6 Millionen Tonnen:
http://www.agrarheute.com/wissen/quotenende-soviel-mehr-milch-produzieren-eu-laender