„Der frühere Bayern-Star Luca Toni bekommt von seinen Steuerberatern Kirchensteuer in Millionenhöhe erstattet. In zweiter Instanz entschied das Oberlandesgericht München (OLG), die Berater müssten knapp 1,25 Millionen Euro an Toni bezahlen. Das sind etwa drei Viertel der Steuerschuld in Höhe von knapp 1,7 Millionen Euro. Auf etwa 450.000 Euro bleibt der Italiener sitzen. Eine Revision gegen das Urteil ließ das OLG nicht zu.
Toni spielte von 2007 bis 2010 in München. Er behauptet, er wäre aus der Kirche ausgetreten, wenn man ihn damals ausreichend über die steuerlichen Folgen in Deutschland aufgeklärt hätte. Der 38-Jährige reichte Klage gegen seine Steuerberater ein.
In der ersten Instanz vor dem Landgericht München bekam er bereits überwiegend Recht. Daraufhin gingen die Unterlegenen in Berufung. Ein außergerichtlicher Vergleich scheiterte.
In der Gesamtsumme von knapp 1,7 Millionen Euro sind auch Säumniszuschläge enthalten. Die Kosten für den Rechtsstreit müssen sich beide Parteien teilen - Toni soll gut ein Viertel davon bezahlen, die Steuerberater knapp drei Viertel.
Die Summe der Gerichtskosten konnte eine OLG-Sprecherin auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE nicht beziffern. Die Urteilsbegründung umfasse 46 Seiten und solle zunächst den Parteien zugehen.“
Sollte jemand nicht verstehen, was da jetzt los ist – es ist auch nicht zu verstehen.
So, wie es beim „Spiegel“ steht, heisst das, dass ein aus dem Ausland stammender Angestellter (der jeden Monat seine Lohnabrechnung mit den aufgeführten Abzügen, also auch der Kirchensteuer, erhält), seinen Steuerberater verklagt, weil dieser ihm nicht mitteilte, dass er Kirchensteuer zahlen müsse. Und das Gericht gibt ihm Recht.
Das klingt gaga – und das ist gaga.
Stellt sich die Frage, ob Artikel-Schreiber und Redaktion etwas blödsinnig sind oder ob der tatsächliche Sachverhalt vertuscht werden sollte. Danach sieht es zumindest aus.
Weiter stellt sich die Frage, ob Vertuschung zur gängigen Praxis beim „Spiegel“ und anderen angeblich „seriösen“ Medien gehört.