Mit dem Regenwurm ist es so eine Sache. Meist nimmt ihn keiner wahr und ernst nehmen tut ihn kaum jemand. Und doch: meist ist er da und oft auch wichtig. Ein eigenes Leben hat er allemal, wenn auch überwiegend unter der Erde - da wühlt und gräbt er sich durch alles durch und kommt mit allem in Kontakt, was es da so gibt im Wurzelbereich und drunterhinaus. Was dahin gerät - und das meiste kommt früher oder später mal da an - betrifft ihn und seine Freunde. Ab und zu kommt Rupert (so der Name des Regenwurms) an die Erdoberfläche, um zu sehen, was die da oben schon wieder alles treiben. Und gibt Kunde davon seinen staunenden Kumpels im Erdreich und jenen über der Erde, die sich für ihn interessieren.

Liebe Schalker,

als Vorsitzender des Aufsichtsrats des FC Schalke 04 stehe ich 1.000 prozentig hinter unseren Vereinswerten. Dazu gehört der Einsatz gegen Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung.

Vor diesem Hintergrund möchte ich mich explizit bei euch, den Fans, Mitgliedern und Freunden des FC Schalke 04, für meine Aussage beim Tag des Handwerks entschuldigen. Sie war falsch, unüberlegt und gedankenlos und entsprach in keiner Weise unserem Leitbild. Es tut mir sehr leid.

Clemens Tönnies“

https://schalke04.de/inside/statement-von-clemens-toennies/

Es war auch noch daneben, sich nicht bei den Betroffenen zu entschuldigen. Nichtsdestotrotz hätte mensch es damit auch gut sein lassen können. So schlimm, wie es der deutsche Gutmensch hinstellt, war das Gesagte nun wirklich nicht. Im Gegenteil.

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=5ZNHFcY6w38

 

Was hält mensch von einem Film übelster Machart und Ideologie, der schon auf Kinder zielt und gegen die eigenen Interessen gerichtet ist?

Macht es den Inhalt des Films besser, wenn er nach allen Regeln von Kunst und Manipulation erstellt wurde? Wenn Musik und Lieder sehr gelungen sind und es lustige Figuren und Szenen gibt?

1994 kam der Zeichentrickfilm „Der König der Löwen“ in die Kinos, der so ein Film übelster Machart war.

Wolfgang M. Schmitt: „Hier werden unverhohlen autoritäre Strukturen propagiert und hier wird ein Recht des Stärkeren etabliert, das unantastbar scheint, weil die Natur es scheinbar so will. Aber das Zizek-Beispiel zeigt sehr schön: das ist sozusagen pure Ideologie, mit der man im Prinzip jeden gesellschaftlichen Zustand je nach Belieben rechtfertigen kann – sogar ein Nazi-Regime, wenn‘s sein muss.

Doch was, sollten wir uns fragen, wenn wir eben nicht Simba sind (natürlich sollen wir uns als Zuschauer mit Simba identifizieren). Doch die entscheidende Frage ist: was, wenn wir die Antilopen wären? Stellen wir uns nur diese eine Frage – dann schauen wir nicht länger, sondern sehen.“

https://www.youtube.com/watch?v=SotONIhFUxA

 

Wer die Kritik für überzogen hält – schließlich handelt es sich ja um ein „harmloses Märchen für Kinder und Erwachsene“ - sollte dem Wurm die Frage beantworten, was folgende Szene in einem harmlosen Märchen zu suchen hat (Minute 1:39 – 2:11):

 

https://www.youtube.com/watch?v=ChUvJN3Tgdc

 

So hat Leni Riefenstahl die faschistischen Horden inszeniert. Das weiss vielleicht nicht jeder Zuschauer – aber alle, die am Film beteiligt waren, wissen es und haben diese Szene bewusst so gemacht. Um bewusst die gewünschte Wirkung beim Publikum zu erzielen: sehr großer Widerwillen gegen die so Gezeigten und deren Wünsche und Ziele.

Derzeit läuft in den Kinos die Real-Verfilmung von „Der König der Löwen“. Der Wurm wollte wissen, welche Schwerpunkte die heutzutagige Propaganda setzt und wie sie diese umzusetzen versucht.

 

Jens Berger: „Wer versucht, genaue Zahlen über das Ausmaß des Beraterunwesens in den Bundesministerien zu erhalten, beißt schnell auf Granit. Der Linken-Abgeordnete Matthias Höhn hat nachgefragt und ihm wurde mitgeteilt, dass im ersten Halbjahr 2019 178 Mio. Euro für “externe Berater” ausgegeben wurden. Doch das ist nur die oberste Spitze des Eisbergs. Zum einen ist der Begriff “externe Beratung” sehr vage, zum anderen beinhaltet diese Zahl weder das besonders beraterfreundliche Bundesverteidigungsministerium noch das Bundeskanzleramt. Dass die Vergabepraxis oft rechtlich fragwürdig ist und die horrenden Kosten der Beratung meist in keinem Verhältnis zum Ergebnis stehen, wird mittlerweile selbst von SPIEGEL und Co. angekreidet. Das Problem geht jedoch viel tiefer. Interessenkonflikte sind bei einer externen Beratung vorprogrammiert und generell muss auch die Frage erlaubt sein, ob es überhaupt zielführend sein kann, den Staat nach Regeln zu optimieren, die für renditeorientierte Unternehmen erdacht wurden.“

https://www.nachdenkseiten.de/?p=53624

https://www.linksfraktion.de/fileadmin/user_upload/PDF_Dokumente/2019/Hoehn_Frage_externe_berater_1halbjahr2019.pdf

 

„Auch ich blieb mit diesem großen Dichter und sonderbaren Menschen Bert Brecht bis zu seinem allzufrühen Tod – wenn auch immer nur von Zeit zu Zeit etwas näher – verbunden, und zu meinem fünfzigsten Geburtstag veröffentlichte er dieses Widmungsgedicht an mich:

 

DIE BÜCHERVERBRENNUNG

(Für Oskar Maria Graf)

 

Als das Regime befahl, Bücher mit schädlichem Wissen

öffentlich zu verbrennen und allenthalben

Ochsen gezwungen wurden, Karren mit Büchern

zu den Scheiterhaufen zu ziehen, entdeckte

ein verjagter Dichter, einer der besten, die Liste der

Verbrannten studierend, entsetzt; daß seine Bücher

vergessen waren. Er eilte zum Schreibtisch,

zornbeflügelt, und schrieb einen Brief an die Machthaber.

Verbrennt mich!“ schrieb er mit fliegender Feder:

Verbrennt mich!

Tut mir das nicht an! Laßt mich nicht übrig.

Habe ich nicht

immer die Wahrheit berichtet in meinen Büchern?

Und jetzt

werd ich von Euch wie ein Lügner behandelt!

Ich befehle Euch:

Verbrennt mich!“

 

Es erschien in New York im Juli 1944, als wir beide - weit voneinander lebend - schon lange Jahre des Exils hinter uns hatten, und es bezog sich auf meinen Protest gegen die Hitlerregierung, die damals bei ihrem berüchtigten Autodafé im Jahre 1933, dem die Bücher aller mißliebigen, regimefeindlichen Schriftsteller und Wissenschaftler zum Opfer fielen, ausgerechnet meine Bücher auf die Liste der „empfohlenen Werke“ gesetzt hatten. Der Erfolg war, daß nun die Münchner Studentenschaft in der Aula der Universität unter Beisein der Professoren meine Bücher gesondert verbrannte und ich von der Hitlerregierung „aus dem deutschen Reiche ausgebürgert“ wurde.“

Oskar Maria Graf, der vor 125 Jahren geboren wurde, war tatsächlich „einer der besten“ Dichter dieses Landes und mensch wird Schwierigkeiten haben, einen ähnlich Konsequenten und moralisch Integren wie ihn zu finden.

 

 

 

Johnny Clegg ist gestorben. Er gehörte zu jenen Aufrechten, die ihr Ding machen, für ihre Überzeugung einstehen und sich nicht einschüchtern lassen. Und genau dadurch hat er viel für sein Land Südafrika und für die gesamte Menschheit erreicht.