Wer die Menschen liebt, muss sehr stark hassen, was sie unterdrückt

Aus dem Jahr 2014: „Jean Ziegler Professor der Soziologie war einst Chauffeur Che Guevaras und bekannt mit Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir. Er studierte Jura, Soziologie und Politische Wissenschaften an der Sorbonne in Paris, in New York, Genf und Bern. 

Nimmermüde kämpft Jean Ziegler seit Jahrzehnten gegen soziale Ungerechtigkeit. Sei es als jahrelanges Mitglied im Nationalrat für die Sozialdemokratische Partei oder aktuell als Vizepräsident des Beratenden Ausschusses des UNO-Menschenrechtsrats.

Zahlreiche Sachbücher hat er publiziert, die weltweit für Aufsehen sorgten und ihm immer wieder Klagen einbrachten unter anderem eine wegen Landesverrats.

Das Enfant-terrible feierte dieses Jahr seinen 80. Geburtstag. Er ist verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn.“

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=oaSIHS0tELc

 

Jean Ziegler ist gestorben.

Werte Gutmenschen, werte Pseudo-Linke!

Das ist LINKS, das ist SICH-EINSETZEN FÜR DIE MENSCHHEIT, das ist KAMPF GEGEN RECHTS!

 

 

Alexander Behr: „Kaum ein Intellektueller im deutschsprachigen Raum hatte in den letzten Jahrzehnten für soziale Bewegungen, Gewerkschaften, für Studierende, Klimaschützerinnen und Menschenrechtsaktivisten eine so wichtige Bedeutung wie Jean Ziegler. Geboren 1934 im Schweizer Thun, wurde Ziegler Soziologe und Uno-Mitarbeiter. Er war Genfer Abgeordneter im Nationalrat für die Sozialdemokratische Partei und erlangte durch seine zahlreichen Bücher Weltbekanntheit. Viele Jahrzehnte lang setzte er sich für die Menschen ein, die Frantz Fanon die "Verdammten der Erde" genannt hat. Zunächst als UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, dann als Vizepräsident des Beratenden Ausschusses des Menschenrechtsrats kämpfte er gegen Hunger und Unterdrückung, für Menschenrechte und Frieden. Er legte sich mit den Schweizer Banken an und unterstützte seit den 1950er-Jahren Befreiungsbewegungen im Globalen Süden. Ich hatte das Privileg, ihn auf seinen Reisen zu begleiten und mit ihm zusammenzuarbeiten.

Bei unzähligen Diskussionsveranstaltungen, Fernseh- und Radiosendungen hat Jean Ziegler zitiert, was ihm einst Che Guevara, dessen Chauffeur er im Jahr 1964 in Genf war, mit auf den Weg gab: "Comandante, ich will mit euch gehen", hatte der junge Ziegler gesagt und erhielt von Che prompt eine gewaltige Abfuhr. Hier, im Herzen der Bestie, solle er kämpfen, und nicht an Orten und unter Bedingungen, für die er in keinster Weise geeignet sei. Jeder, so das Credo des "Comandante", müsse dort kämpfen, wo er oder sie sei. Ziegler betonte immer wieder, wie enttäuscht und gekränkt er damals war – doch die Aufforderung des Che öffnete für ihn ein riesiges Handlungsfeld. Ziegler begab sich auf den Weg der, wie er es nennt, "subversiven Integration" in die Institutionen und arbeitete viele Jahre für die Uno. Als Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung setzte er neue Maßstäbe. Bekannt und vielzitiert ist sein Ausspruch: Ein Kind, das am Hunger stirbt, wird ermordet.

Zieglers jahrzehntelange Arbeit als Soziologe erstreckte sich auf zahlreiche weitere Themengebiete. So setzte er sich dafür ein, dass die gestohlenen Reichtümer der Diktatoren aus dem Globalen Süden, die auf den Schweizer Banken lagern, zurückgegeben werden – beispielsweise die Milliarden des kongolesischen Langzeitdiktators Mobutu. In den 1990er-Jahren kämpfte Ziegler dafür, dass Angehörige der Opfer der Shoa Zugang zu den sogenannten "nachrichtenlosen" Bankkonten in der Schweiz bekommen konnten. Schweizer Banken mussten nach massivem Druck einen Vergleich mit den Nachfahren der ermordeten Jüdinnen und Juden schließen und ihnen schließlich 1,2 Milliarden Dollar ausbezahlen. Zieglers wohl berühmtestes Buch Die Schweiz, das Gold und die Toten hatte daran einen wesentlichen Anteil.

Seit jeher beschäftigte sich Jean Ziegler mit der Frage der Inkarnation einer politischen Widerstandsidee. Nicht Fantasien und Utopien würden ihn interessieren, sondern vielmehr, was wirklichkeitsverändernd umsetzbar sei und unter welchen Bedingungen eine Idee zur materiellen Kraft wird. In Büchern wie Der schmale Grat der Hoffnung oder Ändere die Welt setzte er sich intensiv mit diesen Fragen auseinander.

Jean Zieglers Maßstab für politisches Handeln war stets global. Seit dem Beginn seiner beruflichen Laufbahn war er eng mit dem afrikanischen Kontinent und im Speziellen mit dem Kongo verbunden. Dem kongolesischen Freiheitshelden und ersten Premierminister des Landes, Patrice Lumumba, widmete er ausführliche soziologische Studien. Zieglers einziger Roman Das Gold von Maniema handelt von den Unabhängigkeitskämpfen im Kongo der 1960er-Jahre. Ziegler arbeitete darin die Zeit auf, die er selbst als junger Uno-Mitarbeiter vor Ort verbrachte.

Bertolt Brecht sagte einst, ein Buch könne eine Waffe sein. Ziegler begriff seine Bücher stets als Waffe für die kollektive Bewusstseinsbildung, die die Voraussetzung bildet für jegliche real stattfindende, materielle Transformation unserer Gesellschaft. Zieglers Erfahrung lehrte ihn, dass es nicht ausreicht, auf nur einer Ebene aktiv zu sein: Aktionen der Zivilgesellschaft müssen sich produktiv ergänzen mit der Arbeit in den Institutionen. Wer Jean Ziegler reden gehört hat, hat sich einen weiteren Satz eingeprägt: Sich auf seinen Mentor Jean-Paul Sartre berufend, sagte Ziegler häufig: "Wer die Menschen liebt, muss sehr stark hassen, was sie unterdrückt." Was, wohlgemerkt, nicht wer. Denn es ist die strukturelle Gewalt unserer Weltordnung, die bekämpft werden müsse.

"Jean Ziegler schießt oft übers Ziel, doch nie daneben", sagen seine Kritiker. Immer wieder wurde auch behauptet, Ziegler habe sich durch seine Aktionen selbst bereichern wollen – doch das Gegenteil ist der Fall: Seine Kapitalismuskritik brachte ihm dutzende Klagen ein, die ihn nahe an den finanziellen Ruin trieben. Bei jedem unserer Telefonate erinnerte mich Ziegler daran, meine Privilegien zum Wohl anderer zu nützen. Denn von den Millionen Opfern der "kannibalischen Weltordnung", wie Ziegler sie nannte, trennt uns nur der Zufall der Geburt. Der gemeinsame Kampf für Gerechtigkeit, so Ziegler, sei das eigentliche sinnstiftende Element im Leben.

In den letzten Wochen wurden unsere Telefonate, die davor wöchentliche Routine waren, seltener. Bei meinem letzten Besuch sprach er kaum noch. Am Mittwoch ist Jean Ziegler im 93. Lebensjahr in Genf gestorben. Sein unermüdliches Engagement, seine ungeheure Schaffenskraft, seine analytische Stärke, seine feine Ironie und nicht zuletzt seine herzliche, fröhliche und humorvolle Art waren für mich und für unzählige andere Menschen eine unersetzbare Motivations- und Inspirationsquelle. Lebewohl, Jean, du wirst uns fehlen!“

https://www.derstandard.at/story/3000000326783/leitfigur-sozialer-bewegungen-bankenfeind-manischer-autor-jean-ziegler-92-jaehrig-gestorben

 

„Jean Ziegler im Gespräch mit Kayvan Soufi-Siavash

Der Soziologe und Menschenrechtsaktivist Jean Ziegler ist im Alter von 92 Jahren verstorben. Ziegler gehörte zu den schärfsten Globalisierungskritikern, prangerte Kapitalismus und Profitgier an.

In Gedenken an Jean Ziegler verweisen wir auf das Interview, das Kayvan Soufi-Siavash im Mai 2015 mit ihm geführt hat.

Hier die schriftliche Anmoderation zum damaligen Interview: Jean Ziegler ist eine lebende Legende. Der Professor für Soziologie kann als der bekannteste deutschsprachige Globalisierungskritiker bezeichnet werden. Trotz seiner 81 Jahre strotzt der Mann nur so vor Optimismus. Sein Ziel bleibt es, den entfesselten Raubtierkapitalismus endlich in die Mülltonne der Geschichte zu schicken. Ziegler hat sich in all den Jahren, auch als UN-Sonderbotschafter für das Recht auf Nahrung, nie mit der globalen Ungerechtigkeit des vorherrschenden Wirtschaftssystems abgefunden. Er schrieb zahlreiche Bücher, in denen er Ross und Reiter benannte, und wurde dafür von Konzernen und Banken in den wirtschaftlichen Ruin geklagt. Doch Jean Ziegler gibt nie auf. Alle 5 Sekunden verhungert ein Kind, obwohl der Planet heute locker 12 Milliarden Menschen ernähren könnte. Ziegler nennt diesen Umstand Mord, doch er glaubt an die Empathie des Menschen. Ziegler hatte große Lehrer. Er war mit Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir befreundet, arbeitete vorübergehend als Chauffeur von Che Guevara, erlebte den Freiheitskampf des Thomas Sankara, und hat sich von der Aufrichtigkeit dieser Idole anstecken lassen. Wir trafen den Schweizer Menschenrechtsaktivisten an seiner Universität in Genf und erlebten einen Mann, dessen aktuelles Buch „Verändere die Welt – Warum wir die kannibalische Weltordnung stürzen müssen“ als Kampfschrift gedacht ist. Ziegler zieht im Buch Bilanz, stellt die Frage: “Was soll ein Intellektueller?“, um die Antwort nachzureichen. Ein Intellektueller soll bewaffnen! Mit Argumenten, denen Taten folgen. Taten gegen Untaten. Ziegler ruft im Gespräch mit KenFM mehr denn je zum Widerstand, zum zivilen Ungehorsam gegen ein Wirtschaftssystem auf, das für seinen Profit ohne Skrupel über Leichen geht.“

 

 

https://tube4.apolut.net/w/qqJLB2M6msRgA39nTiFXWa?start=0s

 

Aus christlicher Sicht: „„Wenn man das Bewusstsein verändern will, muss man eine klare Sprache wählen.“ Immer wieder prangerte Jean Ziegler Ausbeutung und Ungerechtigkeit an. Über einen Globalisierungskritiker, dessen Stimme fehlen wird.

Bis zuletzt trieb ihn die Frage um, wie eine gerechte Welt aussehen könnte. „Trotz alledem: Warum ich die Hoffnung auf eine bessere Welt nicht aufgebe“, lautete der Titel des Buches von Jean Ziegler, das vor gut einem Jahr erschien. Am Mittwoch ist der Buchautor und langjähriger UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung im Alter von 92 Jahren gestorben.

Der Spross einer bürgerlichen deutschsprachigen protestantischen Familie in der Region Thun ging zum Studium nach Frankreich. In Paris wurde er Mitglied des kommunistischen Studentenbundes „Clarté“ und lernte dadurch das Philosophenpaar Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir kennen. „Sartre hat mir das Rüstzeug gegeben, um die Welt zu verstehen“, sagte er einmal in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Als junger UN-Angestellter im afrikanischen Kongo zur Zeit von Diktator Mobutu Sese Seko kam er in Kontakt mit einer von Jesuiten betriebenen Station für Leprakranke. Die Ordensmänner waren „unglaublich bewundernswerte Menschen“, wie Ziegler der Plattform domradio.de erzählte. „Sie haben ihr Leben hingegeben für die Ärmsten. Die Imperialismustheorie, wie ich sie von Sartre gelernt hatte, zersprang und ich war ratlos. Und da hat mich die Begegnung mit dem Jesuiten Michel Riquer, der gegen die deutsche Besatzung gekämpft hat und deportiert worden ist, wieder auf einen gangbaren, vernünftigen Weg gebracht.“

Der konvertierte Katholik blieb seinem Engagement für die Entwicklungsländer treu. Daneben stieg er zu einem der bedeutendsten Schweizer Soziologen auf und saß für die Sozialdemokratische Partei der Schweiz lange im Parlament. Von 2000 bis 2008 war er UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, von 2009 bis 2019 Vizepräsident des Beratenden Ausschusses des UN-Menschenrechtsrates.

In seinen Büchern setzte er sich immer wieder kritisch auch mit seinem Heimatland auseinander. Seine Publikationen wie „Die Schweiz wäscht weißer“ (1992) und „Die Schweiz, das Gold und die Toten“ (1998) lösten erbitterte Kontroversen aus. Im KNA-Interview verteidigte Ziegler seinen Einsatz, der ihm laut eigenem Bekunden unter anderem Prozesskosten in Höhe von mehreren Millionen Franken abverlangte. „Wenn man das Bewusstsein verändern will, muss man eine klare Sprache wählen, ohne Selbstzensur.“ Er lebe in einem Land mit freier Meinungsäußerung. „Das verpflichtet uns, dieses Recht auch wahrzunehmen.“

Der streitbare Publizist und Politiker prangerte nicht nur Missstände an, sondern auch jene, die er dafür für verantwortlich hielt. Tunesiens Präsidenten Kais Saied bezeichne er als „Rassisten übelster Sorte“, Sergej Lawrow als Wladimir Putins „gewissenlosen Außenminister“. Zugleich räumte er im hohen Alter ein: „Manche Leute, mit denen ich zusammengekommen bin, habe ich viel zu spät als Halunken erkannt. Muammar al-Ghaddafi zum Beispiel.“

Dass alle paar Sekunden ein Kind unter zehn Jahren am Hunger oder seinen unmittelbaren Folgen stirbt – „und das auf einem Planeten, der vor Reichtum überquillt“, machte Ziegler wütend. Hoffnung setzte er auf die jüngere Generation. „Die Jüngeren wissen, dass der freie Markt den Hunger nicht beenden wird“, sagte er der KNA. „Sie wissen: Wer an Hunger stirbt, wird ermordet – weil es bei einer anderen Gesellschaftsform möglich wäre, allen Menschen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen.“ Auf die Frage, ob er Angst habe vor dem Tod, antwortete Ziegler vor zwei Jahren: „Ich glaube an die Wiederauferstehung. Kurz bevor die Nazis ihn 1945 hingerichtet haben, hat Dietrich Bonhoeffer gesagt: ‚Dies ist das Ende, für mich der Beginn des Lebens.‘ Er wusste: ‚Ich werde erwartet.‘ Darauf baue auch ich: dass wir erwartet werden.“

Auch das katholische Hilfswerk Missio München kondolierte zum Tod von Jean Ziegler. „Die Welt verliert einen mutigen Fürsprecher der Armen und Ausgegrenzten. Jean Ziegler verstand es wie kaum ein zweiter, weltweite Ungerechtigkeiten klar und deutlich zu benennen“, erklärte Missio-Präsident Msgr. Wolfgang Huber. Er habe die Europäer an ihre Verantwortung als ehemalige Kolonialmächte erinnert und Strukturen der Ausbeutung durch internationale Großkonzerne offengelegt – auch gegen große Widerstände." 

https://weltkirche.de/aktuelles/4836-jean-ziegler-ist-tot-ein-streiter-fuer-eine-bessere-welt/

 

„Mit Trauer nimmt FIAN Abschied von Jean Ziegler, der gestern im Alter von 92 Jahren verstorben ist. Als Soziologe, Autor und ehemaliger UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung hat er die internationale Debatte über Hunger und Menschenrechte über Jahrzehnte geprägt wie kaum ein anderer. Unablässig machte er auf die Ursachen von Hunger, Armut und Ausgrenzung aufmerksam und forderte politische Verantwortung ein.

FIAN verband mit Jean Ziegler eine langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit, getragen vom gemeinsamen Einsatz für das Menschenrecht auf Nahrung. Mit seinem Tod verliert die internationale Menschenrechtsbewegung eine ihrer prägendsten und engagiertesten Stimmen.

Bei einem Besuch bei FIAN äußerte Ziegler: „FIAN zeigt, wer die Opfer sind, gibt ihnen eine Stimme und ein Gesicht. Denn nur der Zufall der Geburt trennt uns von ihnen: Sie oder ich könnten ein Zuckerrohrschneider im Nordosten Brasiliens sein, mit Würmern im Magen und einer Lebenserwartung von 47 Jahren.“ Ziegler war auch Ehrenpräsident von FIAN Schweiz.

Dr. Friederike Diaby-Pentzlin, Vorsitzende von FIAN Deutschland: „FIAN verbindet mit Jean Ziegler eine jahrzehntelange Zusammenarbeit, in der wir uns stets auf ihn verlassen konnten. Niemand hat so viel für die Bekanntheit des Rechts auf Nahrung gemacht wie Ziegler; sein Buch „Wir lassen sie verhungern“ hat vielen die Augen geöffnet. Mit großer Klarheit legte er offen, welche Akteure von einem ungerechten Wirtschaftssystem profitieren. Wir werden den Kampf für das Recht auf Nahrung in seinem Sinne fortführen.“

Philipp Mimkes, Geschäftsführer von FIAN: „Jean Ziegler hat sich nie gescheut, die Verursacher von Hunger, Vertreibung und Ungleichheit beim Namen zu nennen – ob Banken, Investoren, Agrarkonzerne oder politische Eliten. Dabei hat er stets die Perspektive der Hungernden in den Mittelpunkt gestellt, sei es in ländlichen Regionen, Armutsvierteln oder Flüchtlingslagern. Er sprach nicht über die Betroffenen, sondern suchte sie auf, hörte ihnen zu und machte ihre Lebensrealitäten sichtbar.“

Roman Herre, FIAN-Agrarreferent: „Jean Ziegler hat in einer Welt des Überflusses Hunger als Skandal und Verbrechen gebrandmarkt – und das zu Recht! Mit seinen prägnanten Aussagen hat er es geschafft, das Menschenrecht auf Nahrung ins Zentrum internationaler Politiken zu stellen. Spätestens seit ihm ist klar: Hungerleidende Menschen sind keine Bittsteller, sondern Opfer von Rechtsverletzungen.“

Gertrud Falk, Referentin für Wirtschaft und Menschenrechte: „Mit seinen messerscharfen Analysen zu den Verantwortlichen von Hunger sowie sozialer und globaler Ungerechtigkeit gehört Ziegler zu den Wegbereitern der aktuellen Erarbeitung einer internationalen Konvention zu Wirtschaft und Menschenrechten.“

https://www.fian.de/aktuelles/jean-ziegler-unermuedlicher-kaempfer-fuer-das-recht-auf-nahrung/

 

An jedem Handy klebt Kinderblut - Jean Ziegler bei Markus Lanz (ZDF, 2019)

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=jiIuBmQ5keE

 

Jean Ziegler im Jahr 2018: „Der jährliche Massenmord an Millionen Menschen durch Hunger und Unterernährung – auf einem Planeten, der von Reichtum überquillt – bleibt der eigentliche Skandal unserer Zeit. Mittlerweile sind wir 7,3 Milliarden Menschen auf der Erde, und mehr als eine Milliarde von uns sind extrem und dauerhaft unterernährt.

Heute besitzen 85 Ultrareiche ein Vermögen, das den Gesamtbesitz der 3,5 Milliarden ärmsten Bewohner des Planeten übertrifft. Winnie Byanyima, seit 2013 Direktorin von Oxfam International, findet es „ganz einfach skandalös und völlig inakzeptabel, dass die Hälfte der Weltbevölkerung weniger Vermögen besitzt als einige Dutzend Milliardäre, die man in einem einzigen Bus befördern könnte“.

Papst Franziskus zog folgende Schlussfolgerung: „Ebenso wie das Gebot ‚Du sollst nicht töten‘ eine deutliche Grenze setzt, um den Wert des menschlichen Lebens zu sichern, müssen wir heute ein ‚Nein‘ zu einer Wirtschaft der Ausschließung und der Disparität der Einkommen sagen… Es geht nicht mehr einfach um das Phänomen der Ausbeutung und der Unterdrückung, sondern um etwas Neues: Mit der Ausschließung ist die Zugehörigkeit zu der Gesellschaft, in der man lebt, an ihrer Wurzel getroffen, denn durch sie befindet man sich nicht in der Unterschicht, am Rande oder gehört zu den Machtlosen, sondern man steht draußen. Die Ausgeschlossenen sind nicht ‚Ausgebeutete‘, sondern ,Abfall‘.“

Das bevorzugte Instrument der ungeheuren Anhäufung von Reichtum in den Händen einer winzigen transkontinentalen Oligarchie ist die Offshore-Firma. Eingetragen in die Handelsregister der „Steuerparadiese“, in Staaten, die weder Vermögens- noch Einkommenssteuern kennen, dafür aber ein eisernes Bankgeheimnis praktizieren, dienen diese Firmen im Wesentlichen dem Zweck, gesetzwidrig erworbenes Geld zu waschen. Im Allgemeinen kontrolliert ein Beutejäger der Finanzbranche eine ganze Pyramide von Scheinfirmen, die dafür sorgen, dass sich die Herkunft des Geldes unmöglich entdecken lässt. Drogen- und Menschenhändler, Waffenschieber, korrupte Politiker, Terroristen, vor allem aber Steuerbetrüger bedienen sich solcher Firmen. Millionen dieser Offshore-Firmen, kompliziert ineinander verschachtelt, ermöglichen den Ultrareichen, Finanzimperien zu schaffen, die absolut undurchsichtig und dem Zugriff der Finanzbehörden ihrer Herkunftsländer entzogen sind. In den meisten Ländern liegt es im Ermessen der Ultrareichen selbst, ob sie bereit sind, Steuern zu zahlen und in welcher Höhe. Die weltweite Steuerhinterziehung ist in erheblichem Maße schuld an dem Elend in der Welt.

Ja, der Kampf geht weiter 

Heute stellen unzählige soziale Bewegungen, Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen und Einzelkämpfer die kannibalische Weltordnung radikal infrage. Die neue planetarische Zivilgesellschaft gehorcht keiner Parteilinie und keinem Zentralkomitee. Sie folgt einzig und allein dem kategorischen Imperativ, den jeder von uns in sich trägt. Die herrschende Weltordnung beruht auf Konkurrenz, Dominanz und Ausbeutung. Die Triebkraft der Zivilgesellschaft hingegen ist jene der Solidarität, der Reziprozität und der Komplementarität zwischen Individuen.

Erinnern wir uns an Immanuel Kant: „Die Unmenschlichkeit, die einem anderen angetan wird, zerstört die Menschlichkeit in mir.“ Ich bin der andere, der andere ist ich. Er ist der Spiegel, in dem ich mich selbst erkenne. Was mich von den Opfern trennt, ist der Zufall der Geburt. Oder wie es im Evangelium heißt: Gott ist immanent, gegenwärtig in jedem von uns.

Keiner der aktuellen Kämpfe kann geführt werden ohne die Mobilisierung und Unterstützung der planetarischen Zivilgesellschaft. Ohne ihren Aufstand ist der Sieg unmöglich. 2016 fand in Montreal das Weltsozialforum statt und führte 35.000 Vertreter einer Vielzahl von zivilgesellschaftlichen Organisationen in die Stadt. Damit fand das Forum zum ersten Mal seit seiner Gründung in einem Industrieland statt. Ich bin tief beeindruckt von der unglaublichen Vitalität, Kreativität und Solidarität dieser Zivilgesellschaft. Gewiss, sie ist nicht ohne innere Widersprüche, und es ist ungewiss, wie die zahlreichen Kämpfe, die sie führt, ausgehen werden. Aber diese planetarische Zivilgesellschaft, diese rätselhafte Bruderschaft der Nacht, gerüstet mit den Waffen einer wiederauferstandenen UNO, bildet den sichtbaren Horizont einer Welt, die endlich menschlich wird.

Mahatma Gandhi weist uns den Weg: „Zuerst ignorieren sie euch, dann verspotten sie euch, dann bekämpfen sie euch, dann gewinnt ihr.“

https://www.fian.de/wp-content/uploads/2021/07/70-Jahre-AEMR_Ziegler_Web.pdf

 

Aus dem Jahr 2019: „Der Schweizer Soziologe, Politiker und Autor Jean Ziegler gilt als einer der weltweit bedeutendsten Wissenschafter, Globalisierungkritiker und Vordenker unserer Zeit. Er ist Professor der Universität Genf und der Sorbonne in Paris.

Eine Veranstaltung des Karl-Renner-Instituts und der SPÖ Hietzing in Kooperation mit der Wiener Bildungsakademie, der Wiener Bildung, dem Bund Sozialdemokratischer AkademikerInnen Hietzing und dem Bund Sozialdemokratischer FreiheitskämpferInnen“

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=_LQG4vAJd_A

 

 

Ich bin Philanthrop, Demokrat und Atheist. Rupert Regenwurm

 

 

Das Böse verlachen

- Satire, Realsatire, ernst Gemeintes -

 

Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar!

Im neuen Wochenkommentar geht es heute unter anderem um die großen Shows der Woche: Ein radikalsozialistisches Budget aus Einsparungen, Strafen, Steuern und Abgaben von Finanzminister Markus Marterbauer, Lobgesänge und Attacken von Journalisten und natürlich die komplett unvorhersehbare Polit-Show des ORF, rund um Clemens Pig

https://www.servustv.com/de/page/AAPSCFU3UYD7TPF27LXI?cid=55eeddc0-1569-43d1-957d-0985d490475c

 

Deutscher Bundestag: Alice Weidel vs. SPD

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=xlWAGc9SNBA

 

Jens Spahn und der Sprung in der Platte

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=EYl6cMShi_s

 

Das ZDF verbreitet groteske Desinformation über Elon Musk

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=zJF7MQqD2-I

 

Simone Solga: Endstation für Deutschland | Folge 220

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=e1D1oYAfxec

 

Wir schaffen... Was? | Steimles Aktuelle Kamera #234

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=RLx0MIk8QcY

 

HallMack  Aktuelle Kamera 220 - Kulturrevolution: Kerkeling Bundespräsident

 

 

https://www.frei3.de/post/f7ad6dc1-d0cf-4435-9d87-1f36cb8bc31b

 

HallMack  Aktuelle Kamera 221 - Die Abriss-Strategie des Kanzlers

https://www.frei3.de/post/7bb3c12a-48fb-4cda-8b0e-5644a9fe9e1a

 

HallMack  Aktuelle Kamera 222 - Elon Musk zerreißt Staatsfunk

https://www.frei3.de/post/8d8e6c85-182b-4ac6-9e9c-f75d46a8a034

 

Was ist euer Problem mit der Deutschland Flagge ?!!

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=LUeH1aqZ_uQ

 

Die Falschen werden abgeschoben !

https://www.youtube.com/watch?v=hkPt23ifXcg