Nastassja Kinski fordert seit einigen Jahren, eine Szene mit bloßem Oberkörper im Film „Falsche Bewegung“ aus dem Jahr 1975 zu löschen. Der Regisseur Wim Wenders ist nun über seine Stiftung eingeknickt und lässt (zumindest vorerst) den gesamten Film nicht mehr zeigen.
Stattdessen soll eine Diskussion folgen, die klären soll, wie in solchen Fällen zu verfahren sei.
Wim Wenders äußert sich ab der 13. Minute zu „Falsche Bewegung“:
https://www.youtube.com/watch?v=_hUC1C8GsIQ
„Falsche Bewegung“
Aus „Wikipedia": „Der Film war Nastassja Kinskis erster Film und Startpunkt ihrer Karriere. Sie war von Wenders’ damaliger Lebensgefährtin Lisa Kreuzer, die im Film die Rolle der Janine spielt, als Zwölfjährige entdeckt und für die Rolle der stummen Mignon vermittelt worden. Seit den 2010er Jahren forderte Kinski Wenders immer wieder auf, eine zweiminütige Szene zu entfernen. In der Szene liegt sie als 13-Jährige nur mit einem Slip bekleidet auf einem Bett; der Darsteller von Wilhelm Meister, der damals 33 Jahre alte Rüdiger Vogler, zieht sich im Halbdunkel bis auf die Unterhose nackt aus, legt sich auf sie und umschlingt sie mit den Armen, während sie ihre Beine gespreizt hält. Dann gibt er ihr eine kräftige Ohrfeige und streichelt sie, worauf die Kamera abblendet und Weiteres offen lässt. Die Szene ist nicht in der Romanvorlage zu finden, sondern war eine Erfindung des Filmemachers. Bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises 2026 sagte Wenders: „Das würde ich heute nie mehr so machen“, aber auch, dass er seinem damaligen jungen Ich keinen Vorwurf machen könne. Er habe in seiner Zeit einen Film gemacht. Diese Einschätzung wurde medial vielfach diskutiert und kritisiert. Am 3. Juni 2026 kündigte die Wim-Wenders-Stiftung an, Wenders werde den Film von allen Auswertungsformen zurückziehen.
Kritiken
Lexikon des internationalen Films: „Handkes Vorlage über Kontaktarmut und Sinnsuche gegenwärtigen und tradierten Lebens verdichtete Regisseur Wenders zu einem intensiven Stimmungsbild am Abgrund des ‚Fortschritts‘“.
Filmkritiker Christoph Hartung: „Das junge Mädchen in der bunt zusammen gewürfelten Truppe ist stumm, jongliert ein bisschen, turnt ein bisschen und lässt sich großäugig des nachts von Wilhelm besteigen – gespielt wird sie von Nastassja Nakszynski, die später als Nastassja Kinski bekannt wird (...) Sie ist süß anzuschauen, kann aber mehr auch nicht beisteuern; daher wirkt sie, als hätten die beiden Männer, Handke und Wenders, sich mal ein hübsches Mädel ans Set geholt, das nackte Brust zeigt – was sowohl künstlerisch als auch in jeder anderen Hinsicht fragwürdig ist, weil die nackt gedrehte Schauspielerin gerade mal 13 Jahre alt ist. Sex sells (...)“"
https://de.wikipedia.org/wiki/Falsche_Bewegung
Aus der Dokumentation „Nastassja Kinski – „Geschichte einer Befreiung“ (ab der 7. Minute): „Als Nastassja Kinski mit 13 Jahren Wim Wenders begegnet, öffnet ihr das eine Welt, in der sie sich sicher fühlt. Für die Zeit der Dreharbeiten wird er zum Vater-Ersatz.
Dabei setzt Wim Wenders nur ihren Alltag in Fiktion um. In „Falsche Bewegung“ erscheint Nastassja so, wie sie damals ist: als sprachlose Streunerin … Dank dieses ersten Films muss sie nicht mehr stehlen.“
Frühe Jahre
Aus dem Jahr 2008: „Schön, strahlend und entspannt. So zeigt sich heute Abend Nastassja Kinski (47) zum ersten Mal in einer deutschen Talkshow bei Johannes B. Kerner (43). Sie redet offen über ihre Kindheit, in der sie aus Liebe zu ihrer Mutter Brigitte (66) auch geklaut hat.
„Ich wollte meine Mutter glücklich sehen“, ihre rührende Begründung. „Von Ketten, einem Mantel bis hin zu was zu essen“, hat sie mitgehen lassen. „Das war keine Mutprobe. Das war zum Überleben“, berichtete sie, denn ihre Mutter hatte damals kein Geld. Dann wurde der Weltstar erwischt und landetet für mehrere Monate im Jugendknast. Gemeinsam mit anderen jungen Mädchen. Dort fand sie auf die rechte Bahn zurück.“
Ein Vater, der als Psychopath bekannt war und eine Mutter, die zu jener Zeit nicht in der Lage war, sich um sich selbst und um ihr Kind zu kümmern, geschweige, ihre Tochter zu Dreharbeiten zu begleiten. Also zerrüttete Familien-Verhältnisse und kein Wunder, dass kein Erwachsener bei ihren Film-Aufnahmen dabei war und „aufpasste".
Halbnackt und komplett nackt
„Bürgerliche Moral-Vorstellungen“ scheinen in ihren jungen Jahren keine große Rolle gespielt zu haben. Ob das die Selbstverständlichkeit des Diebstahls oder die eigene Nacktheit betrifft.
In „Die Braut des Satans“ aus dem Jahr 1976 ist Nastassja Kinski komplett nackt zu sehen. Hier der Trailer dazu:
https://www.youtube.com/watch?v=0lWpY3Y3qIU
1977 folgt der Tatort „Reifezeugnis“, siehe weiter unten.
Aus „Wikipedia“: „Ihre erste Hauptrolle in einer Kinoproduktion spielte Kinski 1978 in dem Erotikfilm Leidenschaftliche Blümchen. Im selben Jahr war sie an der Seite von Marcello Mastroianni in dem italienisch-spanischen Erotikdrama Bleib wie du bist (Così’ come sei) zu sehen. Die deutsche Ausgabe des Männermagazins Playboy veröffentlichte im September 1978 Fotos von ihr …
Es folgten Filme in den USA; u. a. drehte sie 1982 mit Regisseur Francis Ford Coppola Einer mit Herz, der bei Kritik und Publikum schlecht ankam. 1982 übernahm sie die Hauptrolle in Paul Schraders erotischem Thriller Katzenmenschen. Im Mai 1983 wurde sie erneut in der deutschen Ausgabe des Playboys abgebildet, fotografiert von Helmut Newton.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Nastassja_Kinski
In „Leidenschaftliche Blümchen“ war Nastassja Kinski im durchsichtigen Nachthemd zu sehen, in „Bleib wie du bist“ für mehrere Minuten komplett nackt. Hier der gesamte Film:
https://www.youtube.com/watch?v=-IVPY6WJIM4
Es sind keine Forderungen von ihr bekannt, „Die Braut des Satans“, „Bleib wie du bist“ oder den „Playboy“ auf die eine oder andere Art zu zensieren bzw. mit Klagen zu überziehen, wo sie als Minderjährige komplett nackt zu sehen ist.
Wohl aber im Tatort „Reifezeugnis“.
„Reifezeugnis“
„"Reifezeugnis" zählt neben einigen Schimanskis zu den bekanntesten "Tatort"-Folgen. Das Frühwerk von Wolfgang Petersen - heute erfolgreicher Hollywood-Regisseur - war bei seiner Erstausstrahlung Tagesgespräch und wurde x-fach wiederholt. Das lag an dem sensationellen Debüt der jungen Nastassja Kinski, die sich für den Film auch mehrfach auszog und somit ein bisschen Siebzigerjahre-"Schulmädchenreport"-Flair in deutsche Wohnzimmer brachte. Natürlich ist Petersens Film weit besser gemacht, doch es war ohne Zweifel nicht die eher betuliche Krimihandlung, die ihm den durchschlagenden Dauererfolg bescherte.“
https://www.prisma.de/filme/Tatort,260485
Nastassja Kinski im Jahr 2004 zum „Reifezeugnis“: keine Kritik, kein negatives Wort:
https://www.youtube.com/watch?v=gDZARgVW1Y0
Aus dem Jahr 2024: „Die deutsche Schauspielerin Nastassja Kinski forderte vor einigen Tagen vom NDR, ihre Nacktszenen aus der "Tatort"-Folge "Reifezeugnis" künftig nicht mehr auszustrahlen. Nun meldete sie sich in einem emotionalen Instagram-Post erneut zu Wort.
Ihr zentrales Anliegen ist, dass sie zur Zeit der Dreharbeiten erst 15 Jahre alt war und sie das Gefühl hatte, in dieser Situation nicht ausreichend geschützt worden zu sein. Die Tochter von Klaus Kinski (†65) erklärt in ihrem Beitrag: "Es geht mir darum, dass ich 15 Jahre alt war und man mit 15 in einem Film Schutz braucht. Das hatte ich nicht. [...] Niemand war da, um mich zu schützen." Sie beklagt, dass diese Szenen anders hätten gefilmt werden sollen. Die "Tatort"-Folge mit ihren Nacktszenen sei von 25 Millionen Menschen gesehen und unzählige Male gezeigt worden, was sie zutiefst bedauert. "Teenager, Kinder sollten nicht so ausgeliefert werden", heißt es in ihrem Post. Sie sehe den NDR und ARD in der Pflicht, junge Menschen zu beschützen.
Obwohl Nastassja Kinski bis heute unter den Nacktszenen leidet, lobt sie die Zusammenarbeit mit dem Regisseur der "Tatort"-Folge, Wolfgang Petersen, sowie mit ihren damaligen Kollegen. Sie fand sogar versöhnliche Worte für Petersen und betonte, dass diese Rolle wichtig für sie war. Nastassja schreibt auf Instagram: "Ich stehe zu 'Reifezeugnis'. Es war eine wichtige Rolle für mich und Wolfgang Petersen war ein toller Regisseur. Das ändert nichts daran, dass die unbekleideten Szenen mir weh taten und der Sender NDR und der Regisseur es anders drehen können."
Am Ende ihres Posts, richtet sich Nastassja noch einmal direkt an Wolfgang Petersen, der 2022 an Bauchspeicheldrüsenkrebs verstorben ist: "100 Prozent Wolfgang, ich glaube, in deinem Herzen verstehst du das."“
ab Minute 11: „… und da sind zwei Szenen dabei, da sieht man die Sina bzw. Nastassja Kinski oben ohne für paar Sekunden, nichts Dramatisches, insgesamt sind das vielleicht 10, 15 Sekunden im ganzen Film …“
https://www.youtube.com/watch?v=j3jixN6Yn1E
„Nächster Film weg
ARD verbannt Kinski-Tatort „Reifezeugnis“ für immer
Muss die deutsche Film- und Fernsehgeschichte völlig neu geschrieben werden? Oder sind wir seit der vergangenen Woche Zeugen der Zensur eines Stückes Kultur? In der Branche wird seit mehr als einer Woche über einen Film mit Nastassja Kinski (65) diskutiert. Und jetzt kommt ein zweiter hinzu.
Was ist passiert? Star-Regisseur Wim Wenders (80, „Paris, Texas“), der gerade mit dem Deutschen Filmpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde, zieht seinen Film „Falsche Bewegung“ aus dem Jahr 1975 zurück. Darin ist die damals 13-jährige Nastassja Kinski in einer Nacktszene zu sehen. Die Schauspielerin bat Wenders nach eigenen Angaben seit Jahren, diese Szene zu entfernen. Der „Süddeutschen Zeitung“ sagte sie kürzlich: „Obwohl ich mit 13 noch nicht so viel wusste, habe ich schon gemerkt, dass das nicht in Ordnung war.“ Jetzt hat Wim Wenders seine Haltung nach massivem öffentlichen Druck geändert. Derartige Szenen mit Minderjährigen wären heute unvorstellbar.
Und diese Entscheidung hat Folgen. Denn auch der seit Jahren in der Diskussion stehende „Tatort“ mit Nastassja Kinski aus dem Jahr 1977 soll NIE mehr zu sehen sein.
Eine NDR-Sprecherin sagt zu BILD: „‚Tatort: Reifezeugnis‘ ist vom NDR bereits im Jahr 2024 bis auf Weiteres für die Ausstrahlung in der ARD gesperrt worden und wurde auch auf allen Streamingplattformen offline gestellt. Eine Ausstrahlung ist aktuell nicht vorgesehen.“ BILD weiß: Der Film ist in seiner ursprünglichen Form für alle Zeiten von den Bildschirmen verbannt. Die Kinderschutz-Organisation „Innocence in Danger“ sprach mit Blick auf diese „Tatort“-Folge schon vor Jahren von Missbrauch.
Rückblick: In dem berühmten „Tatort“ von 1977 kommt es zu einer Liebesszene zwischen einem Lehrer (Christian Quadflieg, 1945–2023) und seiner minderjährigen Schülerin (Nastassja Kinski). Kinski, die zu Beginn der Dreharbeiten erst 15 Jahre alt war, spielte damals die 17 Jahre alte Sina. Regie führte Wolfgang Petersen (1941–2022, „Das Boot“), der später in Hollywood Karriere machte. Der Film wurde zuletzt am 1. Januar 2024 im rbb ausgestrahlt.
Damals in der Rolle der Ehefrau des Lehrers zu sehen: Judy Winter (82). BILD fragte die Schauspielerin, wie sie über das Filmverbot denkt. Winter zu BILD: „Ich finde es indiskutabel, einen Film wie ,Reifezeugnis‘ nicht mehr zu zeigen, denn es ist ein wirklich guter Film. Nastassja war traumhaft in ihrer Rolle, Wolfgang Petersen ist sehr behutsam Szene für Szene mit ihr durchgegangen. Diese Diskussion, die jetzt fast 50 Jahre später geführt wird, überrascht mich daher ein wenig, und ich finde, sie kommt zu spät.“
Judy Winter sagt weiter: „Ganz abgesehen davon finde ich es schade, Frau Kinski immer wieder auf ihre Nacktheit vor einem halben Jahrhundert zu reduzieren. Sie hätte mehr Chancen verdient, zu zeigen, was sie kann.“
Sicher ist: Die Diskussion um den Umgang mit Filmen, die vor vielen Jahrzehnten entstanden sind, fängt gerade erst an. Florian Gallenberger (54, „John Rabe“), Präsident der Deutschen Filmakademie, sagt zu BILD: „Die von Wim Wenders aufgeworfene Frage, ob Filme und andere Kunstwerke nachträglich verändert werden sollten, müssten oder dürften, hat nicht nur öffentlich, sondern auch innerhalb der Deutschen Filmakademie intensive Debatten ausgelöst. Die Fragestellung berührt juristische, ethische, künstlerische und kulturwissenschaftliche Dimensionen gleichermaßen.“
Und weiter: „Wir als Akademie wollen uns diesen Fragen gemeinsam, offen und differenziert widmen. Die notwendige inhaltliche Vorbereitung auf einen fundierten Austausch erfordert Zeit und Sorgfalt, deshalb planen wir im September eine Veranstaltung dazu.““
Ein Jahr zuvor war Nastassja Kinski komplett nackt in „Die Braut des Satans“ zu sehen – und knapp 50 Jahre später erregt sie sich über harmlose Halbnackt-Szenen.
Trotz aller Wichtigkeit: den Film „Falsche Bewegung“ kennt kaum jemand, und diejenigen, die ihn kennen, wollen ihn zumeist nicht wieder sehen.
„Reifezeugnis“ dagegen ist kein Film für Cineasten, sondern für die breite Masse, ist Teil der kollektiven Erinnerung und nationales Filmerbe. Der Film zählt zu den besten und beliebtesten „Tatorten“ und wurde häufig im Fernsehen wiederholt.
Aus und vorbei! Nie mehr „Reifezeugnis“!
Warum?
Welches sind die Beweggründe der Nastassja Kinski, nach Jahrzehnten daherzukommen und lautstark Zensur zu fordern?
Die bloße Nacktheit kann es nicht sein – jeder weiss, wie sie nackt aussieht. Die Erregung über „Falsche Bewegung“ mag nachvollziehbar sein – nicht jedoch über „Reifezeugnis“; vor allem nicht nach der Vorgeschichte mit „Die Braut des Satans“.
Der Wurm sieht drei Möglichkeiten:
- gesponnen
- Möglichkeit, nach dem vermeintlichen Karriere-Ende wieder auf sich aufmerksam zu machen
- von vermeintlichen Gutmenschen bequatscht worden, sich für Kinderrechte und Zensur einzusetzen
- oder eine Mischung aus allen dreien
Lust auf Zensur
Zwei Beispiele, worum es geht.
Rosa Schmidt-Vierthaler im Jahr 2022: „Am 11. August startete ein deutscher Kinderfilm in den Kinos, der einen Helden früherer Zeiten aus der Mottenkiste holte. „Der junge Häuptling Winnetou“ baut lose auf Karl Mays Vorlagen auf und erzählt von der Freundschaft zweier Buben, nämlich dem kleinen Pferdedieb Tom Silver und dem jungen Titelhelden. Und zwar so, wie man das früher gemacht hätte: Die Apachen handeln und sprechen, wie die Leser jener dunkelgrün gebundenen Bücher, die sicher noch auf vielen Dachböden lagern, das vor 50 Jahren von ihnen erwartet hätten.
Es war vielleicht erwartbar: Von den Feuilletons eher unbeachtet, keimte im Internet Kritik am Film auf. Dass darin abgenutzte Klischees wieder aufgewärmt würden, war die freundliche Variante. Vielfach wurden den Machern rassistisches und kolonialistisches Gedankengut unterstellt. Man würde indigene Figuren nach deutschen Erwartungen auf Format schnitzen. Tyrone White, ein in Deutschland lebender Lakota, erklärte im Deutschlandfunk, die stereotype Darstellung von „edlen Wilden“ führe dazu, dass Indigene oft als „Phantasiefiguren“ betrachtet würden. Sein Urteil über den Film (anhand des Trailers): „Es ist rassistisch, was sie da machen“. Die FAZ meinte, es sei „vielleicht kein böser Rassismus.“ Aber dennoch „provinziell, ignorant und arrogant“ gegenüber der Geschichte und Realität der indigenen Amerikaner.
Weil bei Ravensburger – als Begleitung zum Film – zwei Kinderbücher erschienen waren, bekam der Verlag einige unfreundliche Post. Auch intern gab es wohl kritische Stimmen, denn die Auslieferung der Bücher wurde Mitte August rasch gestoppt. Diese Entscheidung wiederum sorgt für heftige Kritik von anderer Seite – und wurde abermals zuerst im Netz laut. Hunderte Instagram-Nutzer zeigen ihr Unverständnis und bezichtigten die Firma der Zensur oder des Einknickens vor Kritik. Man gebe offenbar vor einer kleinen, aber umso lauteren Minderheit Hypersensibler auf.
Auch die Interessengemeinschaft österreichischer Autorinnen und Autoren argumentierte am Dienstag, dass ein solcher Rückzug wie der des Verlags die Medien- und Kunstfreiheit „auf eine skandalöse Weise“ entwertet. „Verlegt und verbreitet wird, was den sozialen Netzwerken gefällt“, so die IG. „Die Kritik kann gar nicht genug konstruiert sein, dass sich nicht sofort eine selbstbezichtigende Betroffenheitspose findet, die in der Selbstzensur endet.“
Nun mag man fragen: Was genau war eigentlich die Begründung von Ravensburger, den Verkauf der Bücher zu stoppen? Das Feedback habe gezeigt, „dass wir mit den Winnetou-Titeln die Gefühle anderer verletzt haben“, lautete ein erstes Statement des Verlags. Mit dem Zusatz, dass man sich „intensiv mit Themen wie Diversität oder kultureller Aneignung“ beschäftige – und auch „externe Fachberater“ zu Rate ziehe.“
https://www.diepresse.com/6180584/rassismus-diskussion-um-winnetou-uebt-ravensburger-selbstzensur
Ingo Löchel: „Nach der unsäglichen Rassismus-Debatte zu WINNETOU und KARL MAY entschied der Fernsehsender MDR den DEFA-Klassiker „DIE GESCHICHTE VOM KLEINEN MUCK“ aus dem Jahr 1953 Anfang Dezember 2022 zwar unzensiert zu zeigen, nicht aber ohne den Film mit Warnhinweisen zu versehen. Denn laut dem ARD-Sender werden im Märchenfilm „diskriminierende Stereotype dargestellt, die der MDR als Unterzeichner der Charta der Vielfalt ablehnt“.
Doch was ist diese „Charta der Vielfalt“ überhaupt? Und was sind ihre Ziele?
Die „Charta der Vielfalt“ will die Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung von Diversity in der Arbeitswelt voranbringen.
Zudem haben laut der Internetseite zur „Charta“ bisher über 4.800 Unternehmen und Institutionen diese „Charta der Vielfalt“ unterzeichnet und setzen sich für ein wertschätzendes und vorurteilsfreies Arbeitsumfeld ein.
Doch was hat die „Charta der Vielfalt“, die ja das Ziel verfolgt, Diversity in der Arbeitswelt voranzubringen, mit einem Märchenfilm wie „DER KLEINE MUCK“ zu tun?
Jedenfalls zeigte der MDR den DEFA-Film Anfang Dezember 2022, da der Märchenfilm „DER KLEINE MUCK“ laut dem Sender zum „kulturellen Erbe“ Deutschlands gehöre und ein „Zeitzeugnis“ darstelle.
Doch warum diese Polarisierung? Warum diese Warnhinweise auf eventuelle diskriminierende Inhalte in einem Märchenfilmklassiker aus den 1950er Jahren?
Nur weil die Geschichte über einen Jungen in Zauberpantoffeln im Orient spielt und einige Schauspieler dunkler geschminkt sind als die übrigen Darsteller des Films?
Doch „DER KLEINE MUCK“ wird nicht der einzige Film bleiben, den der MDR mit einem Warnhinweis auf „diskriminierende Stereotype“ und „diskriminierende Inhalte“ versehen wird.
Da dieses Jahr eine Reihe von DEFA-Filmen im MDR gezeigt werden, sollen nach „DER KEINE MUCK“ auch DEFA-Klassiker wie die Indianerfilme „DIE SÖHNE DER GROSSEN BÄRIN“ (1966) und „SPUR DES FALKEN“ (1968) mit diesen Warnhinweisen versehen werden.
Allerdings hat diese ‚Rassismus-Brandmarkung‘ von Filmen ihren Ursprung nicht in Deutschland, sondern in den USA.
Denn im Jahr 2020 kam HBO Max auf die ‚grandiose‘ Idee, den Filmklassiker "VOM WINDE VERWEHT" wegen Rassismus aus dem Programm seines Streamingdienstes zu nehmen, weil der Monumentalfilm "ethnische und rassistische Vorurteile, die in der amerikanischen Gesellschaft gang und gäbe waren" zeige.
Zwar ist der Monumentalfilm „VOM WINDE VERWEHT“ inzwischen wieder auf der Streamingplattform zu sehen, wurde aber mit deutlichen Warnhinweisen sowie einer Distanzierung von HBO zu den „rassistischen Darstellungen“ im Film versehen.
Den Vogel schoss im Jahr 2021 allerdings der Medienkonzern Disney ab, der sich auf seiner Streaming-Plattform Disney+ dafür entschieden hatte, auf vermeintliche rassistische Inhalte in seinen Zeichentrickfilm-Klassikern "ARISTOCATS", "DSCHUNGELBUCH", "DUMBO", "PETER PAN" und "SUSI UND STROLCH" hinzuweisen.
In "ARISTOCATS" (1970) wird der Kater Shun Gon klischeehaft asiatisch dargestellt. Beispielsweise spielt Shun Go mit Essstäbchen Klavier und singt mit starkem asiatischem Akzent auf Englisch.
Aus dem gleichen Grund erhält "SUSI UND STROLCH" (1955) einen Warnhinweis, da auch die Darstellung der beiden Siamkatzen Si und Am als stereotypisch aufgefasst wird.
In "DUMBO" (1941) wird der kleine Elefant mit den großen Ohren von einer Gruppe Krähen gehänselt und ausgelacht, die nicht glauben, dass Dumbo fliegen kann. Dies könnte laut Disney als Ausgrenzung wegen 'Andersartigkeit' betrachtet werden.
Zudem trägt der Anführer der Krähen den Namen Jim Crow, ein rassistischer Ausdruck, der im 19. Jahrhundert verwendet wurde, um das Klischeebild eines tanzenden, singenden, aber auch faulen und dummen Afroamerikaners zu beschreiben.
Im Zeichentrickklassiker "PETER PAN" (1953) werden amerikanische Ureinwohner etwa als "Rothäute" bezeichnet. Zudem sei der Tanz mit dem Kopfschmuck, den Peter Pan und die "Verlorenen Jungs" aufführen, laut Disney eine Form der Veralberung der Kultur der Ureinwohner Nordamerikas.
Was müssen diese Filme, insbesondere „DER KLEINE MUCK“, für die Verantwortlichen dieser Fernsehsender, Streamingdienste und Medienkonzerne für ‚gefährliche Machwerke‘ sein, wenn man damit anfängt, sie mit Warnhinweisen zu versehen.
Doch wenn man diese ‚Logik“ weiterspinnt, müssten eigentliche alle Filme seit der Stummfilmzeit mit solchen Warnhinweisen versehen werden.
Denn im Grunde enthält doch jeder Film irgendwelche Szenen mit ‚angeblichen‘ „diskriminierenden, sexistischen und rassistischen Inhalten“ bzw. mit „diskriminierender, sexistischer und rassistische Sprache“.
Nur haben die Verantwortlichen dieser Fernsehsender, Streamingdienste und Medienkonzerne vergessen bzw. nicht beachtet, dass es heutzutage immer noch viele Zuschauer gibt, die mit diesen Filmen aufgewachsen sind und daher vermutlich eine ganze andere Meinung zu dieser unsäglichen „Rassismus-Brandmarkung“ ihrer ‚Lieblingsfilme‘ haben bzw. vertreten.
In was für einer schönen neuen Welt wir doch leben. Im Roman „1984“, der eine oder andere wird sich bestimmt noch an dieses Buch von George Orwell erinnern, gibt es ja das berüchtigte Wahrheitsministerium, in dem unter anderem Bücher, Magazine etc. von den Mitarbeitern des Ministeriums ständig umgeschrieben werden müssen, um sie dem herrschenden politischen Zeitgeist und der Richtung der herrschenden Partei anzupassen.
Wenn also demnächst Filme von den Fernsehsendern, Streamingdiensten und Medenkonzernen nicht nur mit Warnhinweisen versehen werden, weil bei den Zuschauern ein Gewöhnungseffekt eingetreten ist, sondern entsprechende „diskriminierende, sexistische und rassistische Inhalte“ zensiert werden, sollte eigentlich jeder weitgehend intelligente Mensch wissen, woher der Hahn kräht.
Aber das sollte er eigentlich jetzt schon.
Und ehrlich gesagt, wenn man einmal damit anfängt, Filme mit Warnhinweisen zu versehen, in der ARD ist man schon so weit, seine eigenen Fernsehproduktionen mit solchen Hinweisen zu markieren, wird es damit auch weitergehen, so dass eine Zensierung dieser Inhalte in naher Zukunft durchaus sehr realistisch erscheint.
Denn wie heißt in einem Spruch aus der Bibel so schön „An ihren Taten sollst du sie erkennen!““
Neue Runde der Zensur
Rüdiger Suchsland: „Hat die Wokeness triumphiert? Ist die Tatsache, dass Wim Wenders nach einer Woche des medialen Spießrutenlaufs zumindest äußerlich einknickt, sich dem Druck beugt und veranlasst hat, dass sein Film "Falsche Bewegung" zumindest vorläufig nicht mehr öffentlich gezeigt und vertrieben werden kann, nun ein Sieg der Moral?
Auf den ersten Blick könnte es so aussehen.
Tatsächlich ist dies aber in erster Linie der Sieg einer harten medialen Kampagne und das Indiz eines Kampfs um Diskursherrschaft und einer erschreckenden Rollenverschiebung in der Öffentlichkeit.
In Panik vor Bedeutungsverlust und in der Not einer Marktsituation, in der Zeitungen und öffentlich-rechtliche Sender zunehmend ihr Publikum verlieren und sich weniger verkaufen, greifen sie immer öfter dazu, sich als Akteure zu positionieren: als Hüter von Wahrheit, Moral, von Angemessenheit und richtiger Gesinnung, als Scharfrichter und Ankläger.
Vor allem dies: Anklage und Bewertung, vor allem (Vor-)Verurteilung bestimmen mediale Diskurse. Wer Putinversteher und Völkermörder ist, wer "die Gesellschaft spaltet", wer angemessen "gegen Populismus" und "für Demokratie" kämpft.
Der Bereich der Kultur ist demgegenüber diffuser, unklarer. Darum versucht man Kultur zunächst einmal, wo es irgend möglich ist, in "relevant" und "irrelevant" zu unterscheiden, oder man thematisiert Arbeitsbedingungen und Klimakosten kultureller Produktionen und man fragt nach "Beteiligung" und "Repräsentation", nach "Diversität": Wie viele Frauen? Wie viele "Nichtweiße"? Wie viele LGBTQ+? Wie viele Behinderte?
Wo das allein nicht funktioniert, um in der Aufmerksamkeitsökonomie doch noch in irgendeiner Weise zu reüssieren, erschaffen Medien ihre Geschichten selbst. Sie berichten nicht mehr über das "was ist" (Hans Joachim Friedrichs), sondern kreieren Ereignisse und Opfer, Fallabläufe und Skandale, Schuldige und Täter.
Der Treiber des Kampagnenjournalismus, der in letzter Zeit um sich greift, ist in diesem Fall die Süddeutsche Zeitung.
Die Redakteurin Claudia Tieschky schrieb in den vergangenen zehn Tagen in der SZ drei Berichte zu Kinskis Vorwürfen. Jeweils sehr groß und zum Teil mit Bildern noch größer aufgemacht, jeweils mit der gleichen Meinungs-Tendenz und mit viel zu großen Worten, die sich langsam von Text zu Text im Duktus steigerten und schriller wurden: "groteske Überschreitung aller Grenzen", "eine Art Heiligenverehrung" bis "Zur Infamie von Wim Wenders". Wenders infam! Man fasst es nicht! Was für ein Verfolgungsfuror, mit dem in vier Textspalten auf Wim Wenders eingedroschen wird.
So werden im Feuilleton moralische Kampagnen statt ästhetischer Debatten geführt.
Die Medien sind neuerdings nicht mehr Berichterstatter, sondern Akteure der öffentlichen Schauprozesse. Sie bewerten, sie fordern, sie verlangen, sie handeln, sie gehen selbst vorwärts. Wer von den Leuten, die sich hier sehr meinungsstark äußern, hat wenigstens Filmwissenschaft studiert?
Wer von ihnen hat irgendeine Expertise in der Frage des Umgangs mit Bildern? Wer von den selbstgerechten Moralaposteln hat moralphilosophische Erfahrung außer Stammtischwissen?
Auch die FAZ spreizt sich als Moralwächterin: Michael Hanfeld auf der Medienseite hängt sich gerade noch an die Debatte dran und weiß vieles; er weiß unter anderem auch, dass Nastassja Kinski bereits als Kind "wusste, dass es falsch war, wie man mit ihr umging. Doch sie konnte sich nicht wehren".
Er weiß auch, dass das Schweigen, auf das Kinski angeblich stößt – mit vier Artikeln in der Süddeutschen, einem Artikel in der FAZ, Artikel im Spiegel, taz, Welt, Radio im BRWDRRBB übrigens ein sehr, sehr lautstarkes Schweigen – dass dieses Schweigen "befremdlich" ist. Die FAZ weiß auch, dass sie allein die Instanz ist, die darüber entscheiden kann, was künstlerisch zwingend ist; nicht etwa der Regisseur. Wie kommt der denn darauf?
Vor allem aber sind die Sender böse. So benutzt die FAZ den Fall als Vorwand für ihre eigene Gebührendebatte.
In quälender, voyeuristischer Ausführlichkeit – und in der Sache weitgehend uninformiert – beschreibt die SZ-Autorin Tieschky die Drehumstände in den Worten der Erinnerung der heute 65-jährigen Nastassja Kinski an die Zeit, als sie 13 war.
Und dann zieht die Nicht-Filmkritikerin Schlussfolgerungen über "das, was der Neue Deutsche Film in großen Teilen war: eine Männerveranstaltung".
Das passt in den jetztigen Zeitgeist! Jedoch ...
Genau das war der Neue Deutsche Film aber im Vergleich zu anderen Ländern und im Deutschland früherer Jahre eben gerade nicht!
Sondern es war die Zeit, in der Frauen Hauptrollen spielten, und in der Frauen begannen, Regie zu führen: Jeanine Meerapfel, May Spils, Margarete von Trotta, Jutta Brückner, Helma Sanders-Brahms, Helke Sander, Elfi Mikesch, Ulrike Ottinger, Ula Stöckl, Claudia von Alemann, Doris Dörrie und so weiter und so weiter.
Auch sonst: Unkenntnis und schlimmer: Unwille sich auf die echten Umstände einzulassen. Anstatt Argumente zu suchen, wird bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr gegen Wim Wenders scharf moralisiert.
Wenders eigene Argumente werden ignoriert, auch vom Medienbetrieb: Wenders wehrt sich gegen die Begradigung der Geschichte im Namen der Gegenwart, gegen politische Korrektheiten im Dienst des neuesten Zeitgeists.
Er sieht Zusammenhänge zwischen der Moralzensur westlicher Gesellschaften, den Unterdrückungsmechanismen in autoritären Staaten wie der Türkei und der Geschichtspolitik der großen Totalitarismen, in denen Personen retrospektiv aus Photos gelöscht wurden.
Es geht eben auch darum, ob und unter welchen Bedingungen überhaupt Filme neu editiert und umgeschnitten werden sollen; es geht um die Wünsche und Betroffenheiten einzelner, die bei einem Film mitgemacht haben, und die mit ihren Befindlichkeiten auch alle anderen Beteiligten tangieren – und um die Frage, ob diese Wünsche 50 Jahre später überhaupt noch in irgendeiner Form relevant sind.
Man möchte alle beglückwünschen, die immer und auch jetzt wieder genau wissen, was okay ist.
Die genau wissen, was sich gehört, und was nicht und zwar für alle Zeiten, auch in Zukunft, wie schon immer in der Vergangenheit. Aber Sittenwächter und Puritaner waren schon immer nicht nur unsympathisch, sondern moralisch suspekt.
Aber wenn man sich über eines sicher sein kann, dann darüber, dass die Sitten und sozialen Maßstäbe von heute nicht die von morgen sind.
Übrigens: Welche Frage ist wichtig genug? Möglicherweise möchte eine Schauspielerin irgendwann im Nachhinein einen bestimmten Text nicht gesagt haben, weil er ihren Wertvorstellungen vollkommen widerspricht, ihrer politischen Auffassung; weil sie ihn für menschenfeindlich oder sogar menschenverachtend hält. Was dann?
Wann hat wer ein moralisches oder politisches Recht, um sich Eingriffe in ein veröffentlichtes Werk anzumaßen?
Was ist, wenn Künstler Mörder spielen oder Menschenhasser oder Neonazis? Dürfen sie dann im Nachhinein sagen: So möchten sie nicht dargestellt werden, so möchten sie nicht in Erinnerung sein?
Und aus welchem Grund glauben wir, dass Nacktheit wichtiger ist als irgendetwas anderes? Aus welchem Grund glauben wir, dass Haut wichtiger ist als Gesichter und Worte, dass Sex in der Kunst prekärer ist als Gewalt?
In einer Demokratie ist nur ein Standpunkt möglich: Die Kunst ist frei und muss es bleiben. Der Kunst ist fast alles erlaubt. Der Künstler entscheidet. Sonst niemand. Er entscheidet allein nach seinen persönlichen Maßstäben. Und es ist schlimm genug, wenn Künstler selbst ihr Werk nachträglich verändern oder negieren.
Jetzt droht der Film "Falsche Bewegung" aus der Öffentlichkeit zu verschwinden, das Publikum bleibt bis auf Weiteres aus der Diskussion ausgeschlossen.
Wer das nicht akzeptieren und sich selbst ein Bild verschaffen möchte, muss sich beeilen: Auf Amazon.de war der Film bis 3.6. auch in verschiedenen Import-Versionen als "derzeit nicht verfügbar" bezeichnet; das dürfte vor allem an der erhöhten Nachfrage der letzten Tage liegen. Bei Prime Video war er noch für 3,99 Euro erhältlich, und in einer gebrauchten DVD-Version aus Deutschland nur noch für knapp 40 Euro gebraucht oder knapp 50 Euro neu.
Auch wird jeder, der sich ein wenig auskennt, Wege finden, diesen Film trotzdem weiterhin zu bekommen, entweder in Sammeleditionen wie "Best of Wim Wenders" oder der in Frankreich herausgebrachten edlen Film-Collektion "Coffret Wim Wenders", allerdings für 299 Euro, und "Criterion Collection".
Wir möchten unseren Lesern aber unbedingt raten, auf diesen Kauf zu verzichten – denn unter jeder möglichen Perspektive ist der Film nicht spektakulär genug, als dass sich eine Ausgabe über den Wert einer normalen Kinokarte hinaus lohnte.
Wer nur "die Stellen" kennen möchte, um mitreden zu können, dem wird über diverse Ausschnitte und halblegale ausländische Streamingportale verlässlich geholfen. Um das angebliche Anliegen, die Löschung von Szenen, kann es hier also gar nicht gehen, denn sie ist unmöglich. Glücklicherweise schützt hier das Netz vor Zensureingriffen.
So gesehen ist Wenders' Fall prototypisch für eine Öffentlichkeit, in der wenige selbstgerechte Medien und eine hysterisierte, kleine Kunstfilmblase den Ton angeben.
Denn, das muss hinzugefügt werden: die filmferne, breite Öffentlichkeit interessiert die sogenannte "Wenders-Debatte" einen feuchten Kehricht.
Vom breiten Publikum wird die jetzt erfolgte Werkänderung wahrgenommen als eine Anpassung an Zensur, als Kotau vor dem woken Zeitgeist, als Teil von etwas, das viele Menschen als Verhaltenskodex empfinden, der ihnen "von oben" aufoktroyiert wurde, von einer kleinen Berliner Kunst-Elite und von abgehobenen Akademikern.
Diese unselige Debatte leistet nun aller grassierenden Kritik an staatlich geförderter Kunst ebenso Vorschub wie aller Kritik an Medien.
Wenders selbst hätte vielleicht im Nachhinein lieber auf den Ehrenpreis verzichtet. Denn die Ehre durch die Filmakademie hat dazu geführt, dass Wenders öffentlich gedemütigt wurde und sich dazu zwingen lassen musste, vor dem Moralregime der Berliner Filmblase einen Kotau zu machen."
https://www.telepolis.de/article/Film-und-Zensur-Die-30-Sekunden-von-Sodom-11318314.html
Als ob noch nicht genug Filme zensiert, gelöscht oder mit Warnhinweisen versehen worden wären („Die Geschichte vom kleinen Muck“!), wird jetzt eine neue Welle der Zensur über das Land schwappen.
Angefangen unter dem Vorwand des Kinder- und Jugendschutzes, wird es weitergehen mit Filmen, die dem Zeitgeist widersprechen. Etwa Filme überhaupt mit Sex-Szenen, mit positiver Darstellung vom jeweiligen Feindbild, Filme mit Gewalt-Darstellungen, mit unflätiger Sprache, Filme, in denen Tiere eingesetzt oder gar gegessen werden, in denen geraucht wird, in denen Kapitalisten schlecht dargestellt werden – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Ausnahmslos jeder Film ist der Zensur verdächtig, selbst vor den harmlosesten Kinder-Filmen wird nicht Halt gemacht.
Ausgehend nicht von reaktionären Rechten, sondern von reaktionären Gutmenschen.
Ich bin Philanthrop, Demokrat und Atheist. Rupert Regenwurm
Das Böse verlachen
- Satire, Realsatire, ernst Gemeintes -
Hirschhausen: "Mehr Hassmails bei Hitze!"
Im neuen Wochenkommentar geht es heute unter anderem um die nächste bedrohliche Hitzewelle und ihre Auswirkungen auf die Fußball-WM und die Weltpolitik!
https://www.servustv.com/de/page/AATBW8WKJ5FKZNYZFIAD?cid=55eeddc0-1569-43d1-957d-0985d490475c
Die Grünen - Eloquenz des Untergangs
https://www.youtube.com/watch?v=adiRSwmO1iM
Grünen-Chef Banaszak und die Liebe zu Deutschland
https://www.youtube.com/watch?v=eu0kXRm1DGA
Linken-Chef Luigi Pantisano und Tilo Jung sind Brüder im Geiste
https://www.youtube.com/watch?v=Cvzt7ttWxCE
Simone Solga: Frauen in den Sack | Folge 221
https://www.youtube.com/watch?v=8kQZ44ARVAU
Himmel, Arsch und Zwirn | Steimles Aktuelle Kamera #235
https://www.youtube.com/watch?v=C_6I3mkpVck
HallMack Aktuelle Kamera 223 - Der Plan hinter den Kulissen
https://www.frei3.de/post/8df23193-abb6-41e4-a686-11a7f7f94115
HallMack Aktuelle Kamera 224 - Linke wählt Hartkäse-Doppelspitze!
https://www.frei3.de/post/f11d9c97-4b3b-4537-9b89-2f81ce97f1d9
HallMack Aktuelle Kamera 225 - Grönemeyer - Held der Republik
https://www.frei3.de/post/757fd009-f795-4ab7-97a1-92f3f339b9aa
Blutiges T-Shirt durch Gewalt von Links !
https://www.youtube.com/watch?v=Z6nqCg90hL8
Durch Lärm den Dialog verhindern !
https://www.youtube.com/watch?v=GmhGyXQzKpE
Bei 35 Grad aufklären !
https://www.youtube.com/watch?v=o9wayVdW16g