Apocalypse Now

 

 

https://rumble.com/v76gx4c-eskalation-nach-chameneis-tod-raketen-luftangriffe-und-weltweite-proteste.html

 

Sie haben es schon wieder getan!

Letzten Juni – während Verhandlungen der USA mit dem Iran - bombardierte Israel den Iran, ermordete Teile seiner militärischen Führung, musste aber feststellen, dass der Iran sich wehren und Israel Schaden zufügen kann.

https://www.ansichten-eines-regenwurms.de/index.php/1428-schurkenstaat-israel-greift-iran-an

https://www.ansichten-eines-regenwurms.de/index.php/1429-drecks-arbeit-fuer-drecks-staaten

 

Dies hier ist eine Dimension größer: von Anfang an sind die USA offiziell dabei, es wurde mehr und ranghöheres Führungs-Personal ermordet, es wurde noch mehr gebombt.

Aber der Iran konnte sich deutlich wehren:

- mehr oder weniger mühelos konnte die israelische Raketen-Abwehr überwunden werden

- die Wasser-Straße von Hormus wurde gesperrt, so dass unter anderem keine Öl-Ausfuhren aus diesem Bereich möglich sind und dadurch die Weltwirtschaft massiv geschädigt wird

- die gesamten US-Radar- und Kommunikations-Systeme in der Region wurden irreparabel zerstört

Mittelfristig wird es zu politischen Erdbeben führen: die USA können gerade die arabischen Länder nicht „schützen“ und scheinen sich auch nicht darum zu kümmern. Was gerade im asiatischen Raum zur Kenntnis genommen und zum Umdenken führen wird.

Kurzfristig sieht es extrem danach aus, als ob Israel und die USA den Krieg krachend verloren hätten.  Mit welchen Folgen auch immer.

 

Unausrottbare Propaganda

 

Jede Lüge wird geglaubt, so lange sie nur oft genug wiederholt wird.

Medial wurde das Land Iran mit seinen Menschen in den letzten Jahrzehnten von westlichen Medien verteufelt. Mensch könnte meinen, das Land werde von Finsterlingen regiert und von Finsterlingen bewohnt.

Wenn mensch die Ereignisse während der Revolution von 1979 und religiöse Narreteien seit jener Zeit einmal beiseite lässt und einen offenen Blick zulässt, wird mensch verblüfft feststellen, dass der Iran eine sehr rationale Politik betreibt. Angefangen von der überwältigenden Bevölkerungs-Politik bis hin zur sehr guten Infrastruktur bis ins letzte Dorf hinein.

Wer sich selbst vor Ort ein Bild machen konnte, wird vom aktuellen Kriegs-Verlauf zugunsten des Iran nicht überrascht sein.

Ein Reise-Bericht aus dem Jahr 2008 zeigt dies deutlich:

https://www.edwin-grub-media.de/index.php/menu-navigation/asien/iran/menschen-im-iran

 

https://www.youtube.com/watch?v=Vo4ujlYzxB8

 

Kriegs-Vorbereitung

 

Langzeit-Strategie

 

Wolfgang Bittner: „2007 enthüllte der Viersternegeneral Wesley Clark, zeitweise Oberbefehlshaber der NATO, skandalöse Interventionsvorhaben der Bush-Administration gegen sieben Länder.

Clark sagte, es habe unmittelbar nach dem Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 einen Plan für Regimewechsel und Kriege im Nahen Osten und in Afrika gegeben. Gelistet waren außer Afghanistan der Irak, Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, Sudan und letztlich Iran. Die Interventionen gegen sechs Länder wurden nach und nach "abgearbeitet", nur Iran war übrig geblieben, und dieser Krieg wird nach Jahren der Intrigen, Hetze und Sanktionen jetzt nachgeholt.

Dass die USA damit ein weiteres Pulverfass angezündet haben und die Konflikte mit Russland und China eskalieren, scheint Donald Trump in Kauf zu nehmen – ein Beweis dafür, dass es eine Langzeitstrategie der USA gibt, die unabhängig von der jeweiligen Präsidentschaft funktioniert. Unter der Regierung von Donald Trump ist vieles anders, chaotischer geworden. Aber Trump führt die US-Politik im Sinne der Wirtschafts- und Finanzeliten sowie des militärisch-industriellen Komplexes weiter wie vorgesehen.“ 

https://fromrussiawithlove.rtde.world/meinung/272041-iran-ist-siebente-land-auf/

 

Gescheiterter Regime-Wechsel

 

Im Januar wurde ein brutaler Regime-Wechsel angezettelt, der aber vom Iran abgewehrt werden konnte. Der Wurm hatte das an dieser Stelle dokumentiert: https://www.ansichten-eines-regenwurms.de/index.php/1461-iran-regime-wechsel-abgewehrt

 

Bewegungen auf Ramstein

 

Albrecht Müller: „Bei schönem Wetter kann ich beim Blick aus dem Fenster in Pleisweiler (Südpfalz) immer wieder Flugzeuge beobachten, die von Nordwest nach Südost fliegen – vermutlich auch solche vom pfälzischen Ramstein und von Spangdahlem in den Nahen und Mittleren Osten.

Wir hier und auch der Bundeskanzler in Berlin werden über diese Flüge nicht informiert und schon gar nicht um Erlaubnis gefragt. Sie starten auf deutschem Boden, ihre tödliche Last trifft Menschen in anderen Ländern – ohne unsere Zustimmung. Und das 81 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg. Und unentwegt. Und immer wieder.

Die USA haben – zusammen mit anderen Völkern einschließlich der Sowjetunion – uns 1945 von den Nazis befreit. Das ist verdienstvoll und dafür waren auch alle, die nicht Nazis waren, dankbar. Aber die Befreiung von 1945 kann fast ein ganzes Jahrhundert später nicht als Begründung dafür herhalten, von hier aus in anderen Ländern militärisch zu intervenieren, dort Städte und Wohnungen zu zerstören und viele Menschen zu töten.

Das sehen tonangebende Menschen in unserem Umfeld offenbar ganz anders. Im zweiten großen Artikel auf der Frontseite der zuvor schon erwähnten Rheinpfalz singt der Chefredakteur des Blattes eine Lobeshymne auf die Präsenz des US-Militärs in der Pfalz. Überschrift und Unterüberschrift lauten:

In Ramstein sind sie „wachsam“

US-Air-Base in der Westpfalz ist für das Militär beim Einsatz im Nahen Osten ein wichtiges Drehkreuz.

Im Vorspann heißt es dann weiter:

KAISERSLAUTERN. Die Air Base in Ramstein ist für die USA im Krieg gegen den Iran von strategischer Bedeutung. Seit Wochen starten und landen hier noch mehr Flieger als sonst. Eine Sprecherin verrät zumindest ein paar Details.

Das Dröhnen von schweren US-Flugzeugen ist für die Menschen in der Westpfalz Alltag. Regelmäßig fliegen die Maschinen über Städte und Dörfer rund um Kaiserslautern. In den vergangenen Wochen haben sich die Aktivitäten aber erheblich intensiviert. Noch als Vertreter des Iran und der USA miteinander am Verhandlungstisch saßen, hoben immer mehr Flieger in Ramstein ab. Nach und nach schafften die USA Material in den Nahen Osten. Und Ramstein spielte und spielt, wie so häufig, eine wichtige Rolle. …

Laut der Nachrichtenagentur Reuters wurden mindestens sieben US-Flugzeuge von Spanien nach Ramstein verlegt. Spanien hatte verkündet, nicht zu akzeptieren, dass Angriffe auf den Iran von seinem Hoheitsgebiet aus geflogen werden.

Immerhin, es gibt auch noch vernünftige Politiker in Europa. Die spanische Regierung lässt sich nicht zum tödlichen Handlanger der USA machen. Das ist bemerkenswert.“

https://www.nachdenkseiten.de/?p=147090

 

Harald Neuber: „Seit Wochen hat es Hinweise auf einen Militärschlag der USA gegen Iran gegeben. So herrschte auf der Ramstein Air Base in der Westpfalz ein Betrieb, wie ihn selbst erfahrene Beobachter selten erlebt haben. Transportmaschinen vom Typ Boeing C-17 Globemaster III und Lockheed C-130 Hercules landeten und starteten „im Minutentakt“, so das Portal austrianwings.info; dazwischen zivile Boeing-747-Frachter der Atlas Air im Auftrag des amerikanischen Militärs.

Was von außen wie routinemäßiger Flugverkehr aussah, war die logistische Choreografie eines Krieges, der Tausende Kilometer entfernt geführt wird – aber ohne das pfälzische Drehkreuz in dieser Form kaum denkbar wäre.

Bereits Wochen vor den Schlägen gegen die iranischen Anlagen in Fordow, Natanz und Isfahan verdichteten sich die Anzeichen auf der Ramstein Air Base. Flugdatenauswertungen und Beobachtungen von Luftfahrtexperten dokumentierten einen drastischen Anstieg der Flugbewegungen. Personal und Material wurden über Ramstein in Richtung Naher Osten verlegt – etwa über Al Udeid (Katar) und andere Basen. Ramstein fungierte dabei als das, was es seit Jahrzehnten ist: das zentrale Scharnier zwischen dem amerikanischen Heimatkontinent und den Einsatzgebieten jenseits des Mittelmeers.

Ein Flugzeug stach besonders hervor. Am 25. Januar 2026 landete eine EA-37B Compass Call auf der Ramstein Air Base – der erste beobachtete Einsatz dieses Flugzeugtyps auf europäischem Boden überhaupt, so das Portal defensenetwork.com. Die Maschine, die auf dem Rumpf einer Gulfstream G550 basiert und die veraltete EC-130H ersetzt, ist kein gewöhnliches Militärflugzeug. Sie ist das modernste Werkzeug der U.S. Airforce für elektronische Kriegsführung.

Die EA-37B ist darauf spezialisiert, feindliche Radar-, Kommunikations- und Navigationssysteme zu stören und zu unterdrücken. Ihr Herzstück ist das Saber-System – ein hoch entwickeltes Paket für elektronische Angriffe. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 767 mph und einer im Vergleich zum Vorgängermodell deutlich reduzierten Besatzung operiert die EA-37B schneller und flexibler als das Vorgängermodell.

Dass ausgerechnet dieses Flugzeug nach Ramstein verlegt wurde, ist aus militärischer Perspektive hoch signifikant. Jeder Angriff auf iranische Nuklearanlagen würde nach militärischer Logik zunächst die Unterdrückung gegnerischer Luftverteidigungssysteme erfordern. Die Ankunft der EA-37B könnte auf eine Ausbildung, Tests oder eine mögliche Positionierung für Operationen im Nahen Osten hindeuten.

Ihr Erscheinen in Ramstein fügte sich in die Reihe von Anzeichen ein, dass die amerikanischen Streitkräfte in wenigen Tagen vollständig einsatzbereit sein könnten. Ob und wohin die Maschine von Ramstein aus weiterverlegt wurde, ist aus den vorliegenden Informationen nicht ersichtlich. Ramstein diente dabei nicht nur als Tankstation, sondern als Koordinationspunkt – ein Ort, an dem Einsatzplanung, Logistik und elektronische Kampfführung zusammenlaufen.

Doch die Funktion Ramsteins für die Operationen der USA gegen Iran geht weit über sichtbare Flugbewegungen hinaus. Die Airbase beherbergt eine Infrastruktur, die in ihrer strategischen Bedeutung kaum zu überschätzen ist: ein Feld von Satellitenantennen, das als Relaisstation für die Steuerung unbemannter Luftfahrzeuge dient.

Das Prinzip ist dabei so simpel wie folgenreich: Drohnenpiloten sitzen in den USA. Ihre Steuerbefehle laufen über Glasfaserkabel nach Ramstein, werden dort an Satelliten weitergeleitet und von diesen an die Drohnen in den Einsatzgebieten übertragen. Umgekehrt fließen Live-Videobilder und Sensordaten auf dem gleichen Weg zurück. Aufgrund der Erdkrümmung ist eine direkte Satellitenverbindung zwischen dem amerikanischen Kontinent und dem Nahen Osten technisch kaum realisierbar. Ramstein ist die einzige Satelliten-Relaisstation der USA in der erforderlichen Reichweite. Ohne diesen Zwischenschritt kämen Steuerbefehle zu langsam an, präzise Flugmanöver und Zielerfassung wären stark eingeschränkt.

In Ramstein ist zudem ein Teil des „Distributed Common Ground System“ (DCGS) angesiedelt – jenes Analysenetzwerks, in dem Echtzeit-Bilddaten von Drohnen und Aufklärungsflugzeugen ausgewertet werden. Teams von Analysten sichten dort laufend Videomaterial, unterstützen die Zielauswahl und speisen ihre Erkenntnisse in die Entscheidungskette ein.

Ehemalige Drohnenoperatoren haben in Aussagen vor Untersuchungsausschüssen und gegenüber investigativen Medien bestätigt, dass praktisch alle Videofeeds und Missionsdaten zunächst in Ramstein ankommen, bevor sie an Piloten, Auswerter und Entscheidungsträger weitergeleitet werden.

Für die Iran-Operationen bedeutet das: Selbst wenn kein einziger Kampfjet von Ramstein aus gestartet ist und keine einzige Bombe dort beladen wurde, lief ein erheblicher Teil der Kommunikations- und Datenströme, die den Angriff ermöglichten, über pfälzischen Boden. Die Kommandostruktur funktionierte offenkundig reibungslos – das amerikanische Zentralkommando meldet keine größeren Schäden an eigenen Einrichtungen, was darauf schließen lässt, dass auch die über Europa angebundenen Knoten ungestört arbeiteten …

https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/militaerschlag-gegen-iran-ohne-us-basis-in-deutschland-waere-der-angriff-nicht-moeglich-gewesen-li.10021787

 

Ende der Welt aus religiösen Gründen

 

„Die harte Rhetorik der USA gegenüber Teheran sorgt derzeit im Netz für Spott und hitzige Diskussionen. Zu Beginn der militärischen Eskalation bezeichnete US-Außenminister Marco Rubio die iranische Führung als eine Herrschaft von "Wahnsinnigen und religiösen Fanatikern".

Derweil ließ sich Präsident Donald Trump am Donnerstag im Oval Office dabei filmen, wie er sich von einem Gebetskreis evangelikaler Geistlicher durch Handauflegen segnen ließ.“ 

https://freedert.online/kurzclips/video/272333-wahnsinnige-und-religioese-fanatiker-trump/

 

https://rumble.com/v76pwy6-wahnsinnige-und-religise-fanatiker-trump-lsst-sich-im-oval-office-segnen.html

 

Pascal Lottaz: „Krieg ohne Wandel: Fundamentalisten übernehmen das US-Militär

Es gibt verschiedene Berichte darüber, dass US-Militärkommandanten ihren Soldaten sagen, der Zweck des Iran-Krieges bestehe darin, den Weltuntergang und die Wiederkunft Christi herbeizuführen. Pete Hegseth ist selbst ein evangelikaler Fanatiker mit zwei christlich-fundamentalistischen Tätowierungen, und es gibt ein „White House Faith Office“, das von einem evangelikalen Kriegsfanatiker geleitet wird. Der Zionismus (jüdisch und christlich) dreht sich um genau diese Themen. Was wäre, wenn der Iran-Krieg in Wirklichkeit kein „rational-säkularer“ Krieg der Neokonservativen zur Projektion amerikanischer Macht ist, sondern ein irrationaler Krieg religiöser Fanatiker, die den Krieg um des Krieges willen wollen, weil er Teil von Gottes göttlichem Plan ist? Das würde die Einschätzung über die Natur dieses Skandals grundlegend verändern … und könnte die Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem in direkte Gefahr bringen.“

 

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=hTWH-JS9J9M

 

Elena Hong im Jahr 2024: „Sein erstes Tattoo ließ Pete Hegseth sich vor circa sechs Jahren stechen. Es ist ein Kreuz auf dem Unterarm mit einem Schwert in der Mitte – eine Anspielung auf den Bibelvers aus Matthäus 10, Vers 34: "Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert" …

Die wohl auffälligste und größte Tätowierung ist das Jerusalemkreuz auf der Brust. Es besteht aus einem großen griechischen Kreuz in der Mitte, das von vier kleineren Kreuzen umrahmt ist. Aber handelt es sich dabei tatsächlich, wie in vielen Medienberichten behauptet, um eine Anspielung auf die Kreuzritter, deren Ziel es war im Mittelalter, Muslime aus dem Heiligen Land – insbesondere Jerusalem – zu vertreiben und die heiligen Stätten des Christentums zu sichern? 

Davon ist auszugehen, denn das Jerusalemkreuz war das Emblem des "Königreichs Jerusalem", das während der Kreuzzüge gegründet wurde und in den Jahren 1099 bis 1291 bestand. Noch heute ist das Symbol in der Stadt Jerusalem sehr präsent. Außerdem nennt sich Pete Hegseth in seinem Buch "American Crusade" selbst einen Kreuzritter …

Dazu passt das lateinische "Deus Vult" auf Hengseths Bizeps, zu deutsch "Gott will (es)" – ebenfalls ein Motto der Kreuzritter. Der Ausruf wird Papst Urban II. als Aufruf zum Kreuzzug im Jahr 1095 zugeschrieben …

Vieles deutet darauf hin, dass sich aus dieser Kreuzritter-Symbolik eine pro-israelische, islamophobische Einstellung ableiten lässt. Dem Magazin "Times of Israel" sagte Hegseth 2018 beispielsweise, es gebe keinen Grund, warum die Wiederherstellung des Tempels in Jerusalem nicht möglich sein könnte. Eine Zwei-Staaten-Lösung lehnt er ab.

"Dies ist kein mystisches Land, das man abtun kann. Es ist die Geschichte von Gottes auserwähltem Volk. Diese Geschichte endete nicht 1776 oder 1948 oder mit der Gründung der UNO. All diese Dinge finden auch heute noch Resonanz und sind von Bedeutung", sagte Hegseth 2016 in einem Interview gegenüber der Jewish Press. Zum Einreiseverbot der Trump-Administration gegen mehrheitlich muslimische Länder äußerte er sich in der Vergangenheit vielfach positiv.“ 

https://www.domradio.de/artikel/warum-die-tattoos-des-neuen-us-verteidigungsministers-polarisieren

 

Wer sich durch die Propaganda, Jesus und das Christentum seien friedlich, hat täuschen lassen, möge sich die Tätowierungen auf Pete Hegseth ansehen. Ein Spruch wie „Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert" lässt sich durchaus unfriedlich interpretieren, wie es bei jedem Krieg mit christlichen Teilnehmern getan wurde. Näheres dazu unter https://www.ansichten-eines-regenwurms.de/index.php/649-religion-und-krieg

 

Wozu christlich angehauchte Apokalyptiker in der Lage sind, hatte der Wurm in folgendem Beitrag beschrieben: http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/index.php/399-weltenende

 

Ihr, die ihr hier eintretet, lasst alle Hoffnung fahren

 

Angriff auf den Iran: Armageddon im Orient?

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=GhHwTxh96W0

 

Sabiene Jahn; „Ein Krieg, der als begrenzte Operation deklariert wird, entfaltet eine Dynamik, die weit über militärische Kalküle hinausreicht – historisch, religiös und geopolitisch. Der Nahost-Experte Michael Lüders spricht von einem Kipppunkt, der die Weltordnung verändern könnte.

„Egal, was man vom politischen System im Iran hält oder nicht, der Angriff der USA und Israels auf den Iran ist ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg. Daran gibt es nichts zu beschönigen oder zu interpretieren.“ Mit dieser Setzung beginnt Michael Lüders seinen Vortrag, und es ist keine beiläufige Bemerkung. Es ist eine juristische und moralische Festlegung. „Es ist ein freiwillig gewählter Krieg der USA und Israels mit dem erklärten Ziel eines Regimewechsels im Iran“, sagt er. Die Wortwahl ist unmissverständlich. Lüders insistiert auf dem Begriff des Angriffskrieges, nicht des Präventivschlags, nicht der Verteidigungsmaßnahme, nicht der Eskalation in einer unübersichtlichen Lage, sondern eines „völkerrechtswidrigen Angriffskrieges“, der „durch nichts zu rechtfertigen“ sei.

Er erinnert daran, dass noch eine Stunde vor Beginn der Angriffe Verhandlungen unter Vermittlung Omans stattfanden und „vor einer Lösung standen“. Dennoch sei die Entscheidung zum Angriff gefallen. Für Lüders ist dies kein Zufall, sondern Indiz einer strategischen Linie. Weder Washington noch Tel Aviv hätten jemals ernsthaft beabsichtigt, sich mit Teheran zu arrangieren. Ziel sei vielmehr, „den letzten verbliebenen hegemonialen Staat in der Region auszuschalten“, der westlichen Vorherrschaftsansprüchen im Nahen und Mittleren Osten im Wege stehe. Die Begründungen – Atomprogramm, ballistische Raketen, Sicherheitsinteressen – seien rhetorische Vorfelder gewesen. „Am Ende hat man die Katze aus dem Sack gelassen: Regimewechsel.“

Damit verknüpft Lüders eine historische Erinnerung. Das Atomabkommen von 2015, von der EU-Troika mitverhandelt, sei funktionsfähig gewesen, bevor es 2018 von Donald Trump aufgekündigt wurde. Er spricht von einer wiederholten Inszenierung. Verhandlungsbereitschaft als Fassade und militärische Eskalation als Ziel. In dieser Lesart erscheint der Krieg nicht als Folge gescheiterter Diplomatie, sondern als deren bewusste Sabotage.

Schärfer noch wird Lüders, wenn er die europäische Reaktion analysiert. Dieselben Regierungen, die den russischen Krieg gegen die Ukraine als Angriffskrieg verurteilten, hätten nun „keinerlei Veranlassung“ gesehen, den amerikanisch-israelischen Angriff in gleicher Weise zu bewerten. Stattdessen sei vor allem die iranische Vergeltung kritisiert worden. Diese Asymmetrie bezeichnet er als Glaubwürdigkeitsverlust. „Man kann nicht russisches Vorgehen in der Ukraine mit großen Worten verurteilen und gleichzeitig aber mit Blick auf den Iran so tun, als sei es ein völlig normaler Vorgang.“ In dieser doppelten Norm erkennt er eine Erosion europäischer Rechtsrhetorik. Der Westen habe seine „Heuchelei zur Staatsräson erkoren“ und verliere damit im globalen Süden jede moralische Autorität.

Doch Lüders’ Argumentation bleibt nicht auf der Ebene diplomatischer Inkonsistenz stehen. Er verortet den Kern der Eskalation in einer Dimension, die in europäischen Debatten kaum Beachtung finde: der religiösen. Die Ermordung des Revolutionsführers Ajatollah Ali Khamenei – Lüders spricht ausdrücklich von „Ermordung“ – sei nicht nur ein politischer Akt, sondern ein symbolischer Einschnitt. „Es ist ungefähr so, als würde jemand den Papst ermorden“, sagt er, um die Bedeutung im schiitischen Kontext zu verdeutlichen. Khamenei sei die höchste religiöse Instanz der Zwölfer-Schiiten gewesen. Seine Tötung erhebe ihn in den Rang eines Märtyrers.

Lüders zieht die historische Linie bis zur Schlacht von Kerbela im Jahr 680. Der schiitische Gründungsmythos, das Narrativ vom gerechten Unterliegen gegen eine Übermacht, präge das kollektive Bewusstsein bis heute. In dieser Perspektive erscheine die Ermordung Khameneis als „Kerbela 2.0“. Wieder stehe eine schiitische Führung einer feindlichen Macht gegenüber, wieder werde sie gewaltsam ausgelöscht. „Diese Begrifflichkeiten sind uns fremd, aber sie sind sehr wirkmächtig“, warnt Lüders. Die religiöse Mobilisierungskraft könne „Hunderte von Millionen“ erreichen. Proteste in Pakistan und Kaschmir seien nur ein Vorzeichen.

Hier liegt der Kern dessen, was Lüders das „Stalingrad-Moment“ nennt. Der Angriff auf den Iran markiere einen Kipppunkt, einen „Tipping Point“, an dem sich militärische Überlegenheit in strategische Selbstüberschätzung verkehre. Wie einst die deutsche Wehrmacht in Stalingrad den Bogen überspannt habe, so könnten nun die USA und Israel erkennen, dass sie eine Dynamik entfesselt hätten, die sich nicht kontrollieren lasse. „Man gewinnt Kriege nicht mit Waffen allein“, sagt Lüders. Wer religiöse Identität, historische Demütigung und geopolitische Einkreisung ignoriere, zünde eine Lunte, deren Explosion sich über Jahre oder Jahrzehnte erstrecken könne.

Zur geopolitischen Eskalation tritt die ökonomische. Die Schließung der Straße von Hormus,, durch die rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Erdöls sowie etwa ein Fünftel des globalen LNG-Handels transportiert werden, sei eine strategische Waffe ersten Ranges. „Es braucht nur einen Tanker in Flammen“, so Lüders, um den Transport dauerhaft zu unterbrechen. Selbst die bloße Erklärung der Sperrung reiche aus, da keine Versicherungsgesellschaft Schiffe ohne Deckung fahren lasse. Die Folgen für Energiepreise und Volkswirtschaften seien unabsehbar. Deutschland, das sich von russischen Energielieferungen gelöst habe, gerate in eine noch stärkere Abhängigkeit von den USA. Auch dies sei Teil der strategischen Verwerfungen.

Lüders’ Analyse ist von der Überzeugung getragen, dass militärische Gewalt hier nicht zu Regimewechsel, sondern zu Regimeverfestigung führe. Er zitiert Ajatollah Khamenei, der den irakischen Angriffskrieg der 1980er Jahre rückblickend als „Segen“ bezeichnet habe, weil er die Reihen schloss und Opposition marginalisierte. Auch jetzt werde der äußere Angriff die Überlebensdauer des Systems verlängern. Die Vorstellung, Bombardements könnten eine prowestliche Opposition an die Macht tragen, sei „völlig abwegig“.

Er geht weiter und zieht eine Linie zurück bis 1953. Der Putsch gegen Mohammad Mossadegh, orchestriert von CIA und MI6, habe die islamische Revolution von 1979 mit vorbereitet. Geschichte wirke in Generationen. Wer heute interveniere, müsse mit Folgewirkungen rechnen, die sich erst in Jahrzehnten entfalten. In dieser historischen Tiefendimension erscheint der aktuelle Krieg als weiteres Kapitel einer langen Kette von Eingriffen und Gegenreaktionen.

Am Ende seines Vortrags greift Lüders auf Hannah Arendt zurück. Bereits 1944 habe sie gewarnt, ein Staat, der auf Gewalt gründe und seine Interessen mit externer Supermachtunterstützung durchsetze, könne in der Region keinen dauerhaften Bestand haben. Diese Mahnung sei aktueller denn je. Lüders formuliert die Frage, ob eine friedliche Koexistenz im Nahen Osten unter den gegenwärtigen Vorzeichen überhaupt möglich sei, oder ob Expansion und Eskalation zur Struktur geworden seien.

Seine Worte sind von Unruhe getragen. „Man kommt sich so ein bisschen vor wie auf der Titanic“, sagt er. Die politische Führung in Europa habe die Tragweite der Stunde nicht begriffen. Der Krieg gegen den Iran habe das Potenzial, sich zu einem Flächenbrand auszuweiten, in dem regionale Konflikte ineinandergreifen. Russland und China würden aus geostrategischen Gründen nicht tatenlos zusehen. Selbst der Einsatz nuklearer Waffen sei nicht auszuschließen. „Alles ist denkbar“, lautet sein düsteres Resümee.

Das „Stalingrad-Moment“ ist in Lüders’ Deutung eine Zäsur im Selbstverständnis westlicher Machtpolitik. Es bezeichnet den Punkt, an dem Hybris und strategische Kurzsichtigkeit in einen strukturellen Rückschlag umschlagen. Der Iran werde einen hohen Preis zahlen, vielleicht einen furchtbaren. Doch besiegen lasse sich dieses Land nicht. „Ein Land mit einer 5000-jährigen Kultur“, sagt Lüders, lasse sich nicht in die Steinzeit bomben, um anschließend in einem „Groß-Israel“ in Frieden zu leben. 

Lüders zeichnet das Bild einer Welt, in der normative Ordnungen brüchig geworden sind, in der religiöse Symbolik geopolitische Kalküle überlagern. Es ist Anklage und Warnruf zugleich. Er fordert, den Angriff klar zu benennen, Deeskalation zu suchen und die ideologischen Scheuklappen abzulegen. „Man sollte nicht Zerstörung mit Befreiung verwechseln“, sagt er. Der Krieg, so Lüders, bringe keine Erlösung, sondern eine Spirale von Gewalt, deren Ende nicht abzusehen sei. Wer dies ignoriere, riskiere mehr als eine regionale Krise. Er riskiere eine Verschiebung der Weltordnung – ein Stalingrad im globalen Maßstab. 

https://globalbridge.ch/das-stalingrad-moment/

 

Roger Köppel: „Man muss kein Freund der Mullahs sein – und ich bin es wahrlich nicht –, um angesichts der jüngsten Ereignisse im Nahen Osten ein tiefes Unbehagen zu verspüren. Was wir dort erleben, ist nicht nur ein militärischer Schlagabtausch, es ist ein Dammbruch, garniert mit einer Rhetorik, die uns als «Verteidigung westlicher Werte» verkauft wird, während sie in Wahrheit das völkerrechtliche Tafelsilber zertrümmert, ein weiterer Donnerknall im neuen Zeitalter der Raubtiere.

Da wird ein Staatsoberhaupt, Ali Chamenei, ein Mann, der trotz aller berechtigten Kritik die legitime institutionelle Verkörperung seines Landes war, liquidiert wie ein lästiger Bandenführer in einem Vorort von Mexiko-Stadt. Man behandelt den Iran nicht mehr als souveräne Nation, sondern als kriminelle Vereinigung. Das ist der «Mongolensturm des Abendlandes»: Eine Politik der blutigen Hand, die vor lauter moralischer Selbstgewissheit vergessen hat, dass Diplomatie nicht aus dem gezielten Abschuss von Verhandlungspartnern besteht.

Das Hauptargument für diesen Exzess ist so alt wie modrig: die iranische Atombombe. Seit zwanzig Jahren hören wir, dass Teheran «nur noch Monate» von der Vernichtung Israels entfernt sei. Erinnern wir uns an die US-Raketenabwehr in Europa? Damals hiess es, sie richte sich gegen iranische Raketen, nicht gegen Russland – ein Märchen, über das man im Kreml noch heute bitter lacht. Es war eine glatte Lüge, genau wie die Massenvernichtungswaffen im Irak, die Colin Powell einst so theatralisch vor der Uno schwenkte.

Hören wir auf, solchen Ammenmärchen zu vertrauen. Bei den Schlägen gegen den Iran geht es nicht um die Verhinderung einer Atombombe, die es nicht gibt und vielleicht auch nie gegeben hätte. Das ist Zucker, Opium fürs Hirn, Propaganda fürs breite Publikum. Nein, die Amerikaner und die Israelis wollen den Nahen Osten übernehmen, Konkurrenz ausschalten, wobei am Ende das meiste Geld aus diesen rohstoffreichen Gegenden an die Amerikaner fliessen soll. Ein trumpscher «Deal».

Wer auf unserem Planeten nur den amerikanischen Standpunkt gelten lassen will, mag darin die Brillanz eiskalter Strategen sehen. Alle anderen wundern sich, dass ausgerechnet jene Nation, die USA, die sich doch als die Verkörperung der höchsten Werte unserer Zivilisation betrachtet, nicht nur zu Unrecht, zusehends das Verhalten eines ruchlosen Imperialismus an den Tag legt, überkleistert mit verlogenen Slogans für die Öffentlichkeit.

Und keiner von denen, die jetzt jubeln und die Yankee-Fahne schwenken, soll sich dann aber bitte über Putin und die Russen beschweren, denen man im Quervergleich immerhin zugutehalten kann, dass sie sich gegen tatsächliche Bedrohungen wehren – das Vordringen der Nato ins ehemalige Aufmarschgebiet der Wehrmacht gegen Moskau. Auf Unbefangene, die sich die Westpropaganda noch nicht vollends zu eigen gemacht haben, wirkt Russlands Position inzwischen glaubwürdiger als so manches, was jetzt zu dieser Iran-Attacke von Bibi Netanjahu und Trump fabuliert wird.

Aber nehmen wir die Flunkerstrategen mal beim Wort und fragen ganz unverkrampft: Was eigentlich wäre so teuflisch, so höllisch schlimm an einer iranischen Bombe, dass man sie auf Vorrat mit Angriffsterror und Mord verhindern muss? Schauen wir in die Geschichte. Die Atombombe hat bisher jedes Regime, so radikal es auch startete, zur Mässigung gezwungen. Wer die Bombe hat, sitzt am Tisch der Erwachsenen. Er kann nicht mehr ignoriert werden, muss sich aber auch an die Spielregeln des nuklearen Gleichgewichts halten. Die Bombe wirkt disziplinierend. Sie zwingt zur Sachlichkeit. Vielleicht ist es genau das, was Washington und Tel Aviv fürchten: ein Iran, dem man auf Augenhöhe begegnen müsste, statt ihn als Paria zu schikanieren.

Die gezielte Tötung eines Staatschefs ist kein Akt der Befreiung, sondern eine Einladung ins Chaos. Schon die Klassiker des politischen Denkens warnten vor dieser Hybris. Erasmus von Rotterdam mahnte in seiner Klage des Friedens:

«Ein Krieg zieht den anderen nach sich, aus einem entstehen zwei, aus einem kleinen ein gewaltiger.»

Indem man Chamenei wie einen Drogenboss eliminiert, zerstört man die einzige Instanz, mit der man – so hässlich es auch sein mochte – noch hätte verhandeln können.

Ist das die «amerikanische Lebensart»? Ist es ein «westlicher Wert», Staatschefs nach Gutdünken auszuknipsen? Wenn wir dieses Prinzip globalisieren, dann gnade uns Gott. Was soll ein Wladimir Putin oder ein Xi Jinping daraus lesen? Die Botschaft ist klar: Verträge mit dem Westen sind das Papier nicht wert, auf dem sie stehen. Wer sich nicht beugt, wird erschossen. Die einzige logische Konsequenz für jeden Autokraten weltweit ist nun, den Finger erst recht am Abzug zu halten. Benjamin Netanjahu und Donald Trump glauben vielleicht, sie hätten die Welt sicherer gemacht. In Wahrheit haben sie das Gesetz des Dschungels wiedereingeführt.

Schwer scherbelt das Argument der Kriegsrechtfertiger, bei den Mullahs und ihrem Apparat handle es sich doch um ein total diskreditiertes Regime, das seine eigenen Bürger zu Tausenden ermorde, wie eben kürzlich bei den Demonstrationen. Die NZZ kommentiert, die Regierung in Teheran terrorisiere das iranische Volk. Der Krieg sei deshalb – «daran besteht kein Zweifel – legitim».

Kein Zweifel? Scheue Gegenfrage: Wer bestimmt eigentlich, welche Regierungen und welche Kriege «legitim» sind? Wenn auswärtige Militärmächte entscheiden, welche Regierung, wo auch immer, am Ruder bleiben darf und welche nicht, herrscht endgültig das Recht des Stärkeren. Might makes right – die Macht setzt das Recht. Die Tatsache, dass im Iran mutmasslich schlimme Verbrechen seitens der Regierung passieren, kann kein Freibrief sein für Interventionen. Macht gleich Recht? Wenn dieser Grundsatz gilt, bereiten wir uns am besten jetzt schon auf unkontrollierbares Chaos vor

Natürlich, wir verstehen das Sicherheitsbedürfnis Israels. Ein Land, das von Feinden umzingelt ist, muss wachsam sein. Doch Wachsamkeit ist nicht dasselbe wie blinde Zerstörungswut. Die Perser mögen eitel sein, sie mögen sich für die Klügsten unter der Sonne halten und ihre «nukleare Karte» als diplomatischen Basartrick ausgespielt haben, bis sie ihnen selber um die Ohren flog. Aber sie sind eine alte Kulturnation, kein Verbrechersyndikat.

Wir im Westen sollten aufhören, uns in diese kriegslüsterne Propaganda einzuspinnen. Die langfristigen Folgen dieses Angriffs werden nicht auf den Nahen Osten beschränkt bleiben. Man ist dabei, eine globale Ordnung vollends wegzufräsen, auf welcher der eigene Wohlstand und eine immerhin relative Sicherheit beruhen.

Man kann die Mullahs verachten und trotzdem erkennen, dass dieser Schlag ein Fehler war. Echte Stärke zeigt sich nicht im Abdrücken, sondern in der Fähigkeit, einen Gegner im Spiel zu halten, ohne das ganze Kasino in die Luft zu jagen. Israel und seine Sponsoren und Allianzpartner in Washington haben den Kompass im Wüstensand verloren.

Lassen wir zum Schluss aber Moral und subjektive Werturteile gänzlich weg. Die Vorgänge im Nahen Osten machen deutlich, dass da draussen unter den Grossen längst ein neuer Weltkrieg um Einflusszonen und Ressourcen tobt. Die Nuklearmächte vermessen die globale Landkarte neu, und jeder versucht, für sich ein möglichst saftiges Stück herauszureissen. Die Chinesen machen es mit Geld, wobei auch ihre Streitkräfte wachsen, die Russen mit Artillerie und Bodenkrieg, die Amerikaner und Israelis auf dem Luftweg mit ihren auch technisch überlegenen Arsenalen. Für alle Kleinen heisst das: Mach dir keine Feinde, halte dich möglichst raus, sei froh, dass du keine Grossmacht bist und rüste auf, so gut du kannst, auf dass kein Raubtier jemals auf die Idee kommen möge, über deinen Garten herzufallen.“ 

https://weltwoche.ch/daily/mongolensturm-des-abendlandes-der-verstoerende-angriff-israels-und-amerikas-auf-den-iran-und-die-ermordung-von-staatsoberhaupt-khamenei-sind-zu-verurteilen-der-westen-droht-im-wuestensand-den-kompas/

 

Michael von der Schulenburg: „In der westlichen Welt finden sich heute erschreckend viele Politiker und Medien, die den militärischen Angriff der Vereinigten Staaten und Israels auf die Islamische Republik Iran rechtfertigen oder sogar begrüssen. Getragen von jener uns so vertrauten Selbstgerechtigkeit glauben viele, die USA stünden hier erneut für das Gute im Kampf gegen das Böse. Gerade deshalb wäre es dringend notwendig, innezuhalten und nachzudenken. Denn mit diesem Krieg begehen die USA und Israel ein Verbrechen von gewaltigem Ausmass – nicht nur am Iran, sondern letztlich auch an sich selbst und an uns allen. Dieser Krieg könnte ein Tor zur Hölle aufgestossen haben, an dessen Ende der Westen als Verlierer dasteht.

Dieser Krieg dürfte lange und blutig werden

Vieles mahnt an den Beginn des Irakkriegs 2003. Auch damals war ein amerikanischer Präsident geradezu besessen von der Idee, den Irak von dessen Diktator zu «befreien». Damals behauptete George W. Bush, das Regime verfüge über Massenvernichtungswaffen, vor denen die Welt geschützt werden müsse. Und ein sich andienender britischer Premierminister, Tony Blair, erklärte sogar, Saddam Hussein könne London innerhalb von fünfzehn Minuten angreifen. Nichts davon stimmte.

Der Krieg sollte rasch beendet sein; bereits einen Monat später verkündete Bush: «Mission accomplished.» Doch auch das erwies sich als Illusion. Der Irak versank in einem brutalen Bürgerkrieg, und auf den Trümmern des Landes entstand eine der gefährlichsten Terrororganisationen unserer Zeit: der sogenannte Islamische Staat. Viele der Iraker, die angeblich «befreit» werden sollten, zahlten mit ihrem Leben und mit der Zerstörung ihres Landes. Schätzungen sprechen von bis zu einer Million Toten, manche sogar von zwei oder drei Millionen. Die Folgen dieses Krieges lasten noch heute, 23 Jahre später, schwer auf dem Irak.

An all das sollten wir uns erinnern, denn vieles scheint sich nun zu wiederholen. Die USA und Israel führen heute Krieg gegen den Iran und begründen dies mit angeblichen Atomwaffen – wohlwissend, dass der Iran keine Atombomben besitzt und auch keine baut. Wieder heisst es, die Iraner müssten «befreit» werden, wieder soll alles schnell gehen. Doch im Iran könnten die Folgen der Invasion noch verheerender werden als im Irak. Die Bevölkerung ist doppelt so gross, hoch gebildet, und trotz interner Spannungen ist das Land organisatorisch stabiler. Es verfügt über ein stärkeres Militär, und sein politisches System bricht nicht durch die Eliminierung einzelner Führungspersonen zusammen. Zudem ist Iran heute Mitglied der Brics und wird – wenn auch nicht offen – von Russland und China unterstützt.

Während die Bush-Regierung zumindest den Anspruch erhoben hat, den Irak politisch und wirtschaftlich wiederaufzubauen, zielen die Massnahmen der USA und Israels heute ausschliesslich auf Zerstörung aus der Luft. Das wird die Lage mit Sicherheit nicht verbessern.

Könnten die USA und Israel auch diesen Krieg verlieren?

Entgegen den Ankündigungen von Präsident Trump dürfte dieser Konflikt kaum rasch beendet sein. Vielmehr spricht vieles dafür, dass uns ein langer, äusserst blutiger und verlustreicher Krieg bevorsteht – ein Krieg, den die USA und Israel sowohl militärisch als auch politisch-moralisch verlieren könnten. Die Folgen wären für den gesamten Westen äusserst gefährlich.

Der Ausgang dieses Krieges könnte weniger auf dem Schlachtfeld als durch die internen politischen Entwicklungen jeweils im Iran, in den USA, in Israel und in den arabischen Nachbarstaaten entschieden werden. In dieser Hinsicht scheinen die USA und Israel im Nachteil zu sein. Ihre Strategie – sofern man überhaupt von einer klaren Strategie sprechen kann – setzt auf einen «Enthauptungsschlag». Die Hoffnung war, dass die rasche Ausschaltung der iranischen Führung zu massiven Aufständen im Iran führen und Teile der Streitkräfte auf die Seite der Aufständischen wechseln würden, sodass die Islamische Republik kollabiert. Zwar scheint der Enthauptungsschlag gelungen zu sein, doch weder ein Aufstand noch ein militärischer Putsch haben sich bislang ereignet – trotz wiederholter Appelle Trumps. Wir befinden uns bereits am vierten Kriegstag, und die iranische Führung hat diesen Schlag erstaunlich gut absorbiert. Von Spannungen zwischen den zahlreichen Machtzentren im Iran ist nichts bekannt. Mit jedem weiteren Tag sinkt die Wahrscheinlichkeit eines inneren Umsturzes. Damit wäre die US-israelische Strategie gescheitert.

In den USA ist der Krieg äusserst unpopulär – insbesondere unter Trump-Wählern, die auf das Versprechen vertraut hatten, keine neuen Kriege zu beginnen. Mit jeder neuen Meldung über Zerstörungen, über zivile Opfer – darunter die 160 getöteten Schulmädchen – und über gefallene US-Soldaten wird der innenpolitische Widerstand wachsen. Hinzu kommt die Gefahr eines politischen Bruchs zwischen den USA und Israel, deren Interessen in diesem Konflikt weit auseinandergehen. Schon jetzt verliert Israel in den USA an Rückhalt, selbst unter evangelikalen Gruppen im «Bible Belt». Der drastische Anstieg der Energiepreise infolge der Sperrung der Strasse von Hormus belastet die Stimmung zusätzlich. Trump steht vor den Zwischenwahlen im November. Gelingt es ihm nicht, den Krieg rasch mit einem Sieg zu beenden, könnten die Wahlen für ihn verheerend ausgehen. Ihm läuft die Zeit davon – während sie für den Iran arbeitet. Es überrascht daher nicht, dass Trump inzwischen mehrfach die Möglichkeit neuer Verhandlungen mit Teheran ins Spiel gebracht hat. Doch Teheran dürfte darauf kaum eingehen.

Auch in den arabischen Golfstaaten, die dicht mit US-Militärbasen übersät sind, könnte ein Umdenken einsetzen. Der Iran greift nicht nur die dortigen US-Basen an, sondern zunehmend auch Ziele in den Golfstaaten selbst. Mit einfachen, kostengünstigen Drohnen zwingt er die USA und ihre Partner, teure und schwer ersetzbare Abwehrraketen einzusetzen. Viele Golfstaaten dürften sich deshalb fragen, wie belastbar die amerikanischen Sicherheitsgarantien tatsächlich sind – zumal die USA den iranischen Angriffen bislang wenig entgegensetzen konnten.

Für Israel stellt sich die Frage, wie lange es einem noch intensiveren iranischen Raketenbeschuss standhalten kann. Bereits jetzt durchbrechen iranische Raketen die Systeme Iron Dome, David’s Sling sowie Arrow 2 und 3. Die Lage könnte sich weiter zuspitzen. Israel hat sich mit diesem Krieg einem enormen Risiko ausgesetzt. Keinen seiner jüngeren Konflikte – weder in Gaza, dem Westjordanland, in Syrien noch gegen die Hisbollah im Libanon oder die Huthi im Jemen – konnte es klar für sich entscheiden. Eine Niederlage im Krieg gegen den Iran könnte den israelischen Staat daher vor bislang ungekannte existenzielle Herausforderungen stellen.

Der Krieg gegen den Iran fügt dem Westen schweren Schaden zu

Der Krieg gegen den Iran begann am 28. Februar mit einer Skrupellosigkeit, die kaum zu überbieten ist. Noch während vielversprechender Verhandlungen und entgegen allen internationalen Normen hat Israel durch einen massiven Raketenangriff einen Grossteil der iranischen Führung getötet – darunter den religiösen und staatlichen Führer sowie Mitglieder von dessen Familie in deren Residenz. Die auf Al-Dschasira gezeigten Bilder lassen nur pulverisierte Mauerreste erkennen; man wollte offenbar sicherstellen, dass niemand überlebt. Den Angriff als «Enthauptungsschlag» zu bezeichnen, zeugt bereits für sich von einem tiefen moralischen Verfall. Dass auch die europäischen Regierungen zu diesem Vorgehen schweigen, wird den gesamten Westen auf lange Zeit schwer belasten.

Dabei hatten die iranischen Unterhändler am 26. Februar in Genf bedeutende Zugeständnisse gemacht. Ein hochrangiger US-Regierungsbeamter bestätigte dem Magazin Axios, dass erhebliche Fortschritte erzielt worden seien. Auch der omanische Aussenminister, der als Vermittler fungierte, sprach von einem Durchbruch. Noch am 27. Februar erklärte Präsident Trump, er ziehe eine diplomatische Lösung einem Krieg vor. Allerdings musste zu diesem Zeitpunkt die Entscheidung zum Angriff am folgenden Tag bereits gefallen sein. War es also – wie viele Beobachter vermuteten – so, dass die USA und Israel die Verhandlungen nur zum Schein führten, um die iranische Regierung in Sicherheit zu wiegen? Ein solcher Vorgang wäre ein in der modernen Welt beispielloser Vertrauensbruch.

Dieser Krieg hat nicht nur das Vertrauen in die Aufrichtigkeit des Westens zerstört. Mit ihm wurde auch das auf der UNCharta beruhende Völkerrecht endgültig zerstört – jenes Recht, das der Westen einst selbst geschaffen hat. Das Verhältnis zur UNCharta war schon immer angespannt, insbesondere in Israel und den USA. Doch der Bruch im Zusammenhang mit dem Angriff auf den Iran ist beispiellos. Hatte Präsident George W. Bush 2003 noch – wenn auch vergeblich – versucht, ein Mandat des Sicherheitsrats für den Irakkrieg zu erhalten, so hat Präsident Trump niemanden mehr gefragt, nicht einmal den eigenen Kongress. Damit hat er das Tor zu einer Weltordnung weit aufgestossen, die sich ausschliesslich auf das Recht des Stärkeren gründet. Dass all dies geschieht, ohne dass es in der westlichen Welt einen Aufschrei gibt, sagt viel über den geistigen und moralischen Zustand unserer Gesellschaften aus.

Der Krieg wird zudem alle Bemühungen untergraben, die Ausbreitung von Atomwaffen einzudämmen. Obwohl die USA und Israel behaupten, mit diesem Krieg die Weiterverbreitung von Nuklearwaffen verhindern zu wollen, werden sie wohl das Gegenteil erreichen. Ihr Handeln wird in vielen Ländern die Überzeugung stärken, dass nur der Besitz von Atomwaffen vor solchen Angriffen schützt. Die USA und Israel – beides Nuklearmächte – konnten den Iran nur angreifen, weil er eben keine Atomwaffen besitzt und auch nicht unmittelbar davor stand, welche zu entwickeln. Hätte der Iran Atomwaffen, wäre es mit hoher Wahrscheinlichkeit nie zu diesem Krieg gekommen.

Und was bedeutet all dies für uns Europäer? Wieder einmal finden wir nicht die richtigen Worte und nicht die richtige Haltung. Wie schon im verlorenen Ukraine-Krieg übernehmen wir – ohne eigenen Einfluss – dieselbe kriegerische Rhetorik und dieselben hohlen Drohgebärden. Doch lange nachdem sich die Amerikaner über den Atlantik in Sicherheit gebracht haben, werden wir auf den Trümmern und den enormen Kosten eines verlorenen Iran-Krieges sitzen bleiben. Europa könnte so nicht nur für einen verloren Ukraine-Krieg, sondern bald auch für einen verlorenen Iran-Krieg die Rechnung bezahlen.

Einst hatten viele amerikanische Politiker bedauert, je in den Irakkrieg gezogen zu sein. Den jetzigen Iran-Krieg werden wir alle schon bald als einen Kardinalfehler beklagen. Nur ist es dann zu spät. Das Unheil ist bereits angerichtet.“

https://weltwoche.ch/daily/ein-tor-zur-hoelle-wie-der-krieg-gegen-den-iran-dem-westen-schaden-wird/

 

Rainer Rupp: „Die Regierung von Präsident Donald Trump soll Gerüchten zufolge in Panik geraten sein, denn angesichts ihrer entschlossenen und erfolgreichen militärischen Reaktion hat die neue iranische Führung einen dicken Strich durch Trumps feste Erwartung eines höchstens ein paar Tage dauernden Krieges und eines triumphalen US-Sieges gemacht. 

Ähnlich wie zu Beginn des 12-tägigen Kriegs im Juni vergangenen Jahres sind die brutalen US-zionistischen Enthauptungsschläge gegen die politische und militärische Führung fehlgeschlagen. Zwar gelang es den US-Zio-Völkerrechtsverbrechern erwartungsgemäß, einige Persönlichkeiten der obersten iranischen Führungsebene zu ermorden, aber die wurden schnell durch nicht weniger effiziente, jüngere Leute ersetzt, die nun einen über Jahrzehnte ausgearbeiteten Plan umsetzen und mit tödlicher Wucht auf die Angreifer zurückschlagen. Der Unterschied zum Juni 2025 besteht darin, dass 

a) die Iraner nun keine Rücksicht mehr nehmen (für sie handelt es sich um einen existentiellen Krieg, während es für die USA um einen willkürlich vom Zaun gebrochenen Krieg ihrer Wahl geht), und

b) Hardline-Generäle das Kommando übernommen haben. Was sich derzeit abzeichnet – im Gegensatz zu dem, was die US-amerikanische und israelische Propagandamaschinerie darstellt – deutet darauf hin, dass Iran einen Plan umsetzt, der nicht nur darauf abzielt, die US-Streitkräfte mit ihren Basen aus der Region zu vertreiben, sondern auch das israelische Regime, nicht das israelische Volk! zu zerstören. Und nicht wenige Nah- und Mittelost-Experten räumen Iran dabei durchaus Erfolgschancen ein.

Die Sperrung der Straße von Hormus ist in praktischer Hinsicht vollständig umgesetzt. Berichten zufolge dürfen nur noch chinesische und russische Schiffe passieren. Nur einen Tag nach der aufgeplusterten Erklärung von Präsident Trump, dass US-Kriegsschiffe Öltanker-Konvois bei der Passage durch die Straße von Hormus schützen würden, wurde diese Anweisung vom Hauptquartier der US-Marine klugerweise widerrufen. Die Marineführung war sich der schweren Verluste bewusst, welche die Umsetzung dieser gefährlich unüberlegten präsidialen Idee für die USA mit sich gebracht hätte. Kritiker Trumps bezeichneten seinen Konvoi-Vorschlag als weiteres Zeichen dafür, dass er „den Verstand verloren“ habe.

Tatsächlich haben sich in letzter Zeit zunehmend Dinge ereignet, die nahelegen, dass Trumps kognitive Fähigkeiten zu versagen scheinen. Dies bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit zunimmt, dass Trump in einer kritischen Situation eine katastrophale Fehlentscheidung trifft, mit verheerenden Folgen nicht nur für die USA, sondern für die ganze Welt. Dagegen hoffen „Optimisten“, dass die wirtschaftliche Katastrophe, die sich derzeit vor allem für die westlichen Volkswirtschaften abzeichnet, ausreichend Druck auf Washington ausübt, um Trump politisch zu neutralisieren.

Am Mittwochabend erreichte Washington eine Nachricht aus dem Iran, die die Panik im Weißen Haus über den weiteren Kriegsverlauf weiter angeheizt haben dürfte. Es wurde berichtet, dass die IRGC (Iranische Republikanische Garde Corps) die meisten US-Frühwarnradars in der ganzen Region zerstört habe. Ein mit der IRGC verbundener Telegram-Kanal vermerkte, dass die iranische Führung ein Kommuniqué veröffentlicht habe, in dem es hieß, Israel und die USA würden „blind“ sein. Die erste Reaktion im Westen war ungläubiges Staunen. Denn westlichen Medienberichten zufolge liegen die Iraner längst geschlagen und in den letzten Zügen am Boden. Folglich wurde diese Nachricht von westlichen Eliten als eine verrückte Durchhalteparole der auf dem letzten Loch pfeifenden iranischen Führung abgetan.

Doch dann schienen immer mehr Quellen – aus dem Iran und von außerhalb – die Informationen über die systematische Zerstörung der sündhaft teuren US-Radar- und Kommunikationssysteme auf den 27 US-Stützpunkten in der Region zu bestätigen, die bereits erfolgreich von iranischen Raketen angegriffen worden waren. Zudem häuften sich Berichte, wonach der Iran eine wachsende Zahl amerikanischer und israelischer Drohnen in zunehmend hohem Tempo abschießt.

US-Abfangraketen blind

Aber es war weder ein Telegram-Kanal, noch ein russisches Medium noch ein Iran-freundlicher Pressekonzern, sondern die alt-ehrwürdige Tante New York Times (NYT), die am Dienstag, den 3. März Satellitenbilder veröffentlicht, die bestätigen, was Iran die ganze Zeit behauptet hatte, was aber niemand im Westen glauben wollte. Während Washington offenbar vollauf damit beschäftigt war, der Weltöffentlichkeit sein Narrativ von einem schnellen, - allerdings realitätsfernen - Sieg über Iran zu verkaufen, hatte Iran mit seinen Raketen und Drohnen jede größere US-Basis in der Region systematisch und methodisch angegriffen.

Der NYT-Artikel mit dem Titel „Iran Strikes U.S. Military Communication Infrastructure in Mideast“ (Iran greift US-Militär-Kommunikationsinfrastruktur im Nahen Osten an) ist deshalb so wichtig, weil er Satellitenbilder veröffentlichte, welche Schäden durch iranische Angriffe auf US-Militärbasen in der Golfregion bestätigen. Der Artikel analysiert die Satellitenbilder und verifizierte Videos und beschreibt detailliert die iranischen Vergeltungsangriffe vom letzten Wochenende und vom Montag, welche Strukturen sie beschädigten oder zerstörten und welche militärischen Funktionen sie hatten. Dabei fällt auf, dass alle zerstörten Ziele Teil des US-Kommunikations- und Radarsystems auf mindestens sieben US-Militärstandorten im Nahen Osten waren, darunter Basen in Bahrain, Kuwait, Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. 

Obwohl der Text des NYT-Artikels nicht explizit „jede große US-Basis“ aufzählt und betont, dass die Kommunikationsinfrastruktur hochgradig klassifiziert ist, zeigt die systematische Zielauswahl (über mehrere Länder hinweg) ein methodisches Vorgehen. Die Analyse deutet darauf hin, dass Iran mit seinem systematischen Vorgehen das Ziel verfolgt, die US-Fähigkeit zur Kommunikation und Koordination zu zerstören, etwa durch Treffer auf Radome, Satellitenschüsseln und andere kritische Ausrüstung.

Jede einzelne größere US-Basis jenseits des Golfs – von Iran systematisch und methodisch zerlegt:

- Bahrain. Das Herz der Fünften Flotte. Das pulsierende Nervenzentrum amerikanischer Seemacht im gesamten Nahen Osten – getroffen.

- Al Udeid, Katar. Der 1,1-Milliarden-Dollar-teure AN/TPY-2-Radar – das Auge, das alles sieht – mit einem Schlag ausgelöscht.

- Camp Arifjan, Kuwait. Ali Al Salem. Prince Sultan in Saudi-Arabien. Die Stützpunkte in den Emiraten. 

- SATCOM-Terminals in Schutt und Asche. Radome aufgerissen wie Eierschalen. Satellitenschüsseln einfach weggefegt. 

- Die gesamte Infrastruktur zu Erfassung und Verfolgung feindlicher Raketen, die AN/TPY-2-Systeme, die jede Patriot- und jede THAAD-Batterie im ganzen Operationsgebiet miteinander synchronisieren – mit chirurgischer Präzision zerstört. Kein Zufall. Kein Glückstreffer. Sondern ein meisterhaftes architektonisches Zerlegen.

Iran hat nicht bloß US-Basen bombardiert. Iran hat das Nervensystem kartiert, das die amerikanische Raketenabwehr überhaupt erst zu einem einzigen, atmenden Organismus macht – und hat es dann, Basis um Basis, über fünf Länder gleichzeitig, mit kaltblütiger Methodik auseinandergenommen.

Drei Jahrzehnte akribisches Studium über die Art und Weise des Funktionierens der US-amerikanischen Kriegsmaschine? Wie sie läuft, wie sie sieht und wie sie mit ihren Teilen kommuniziert und diese koordiniert. Und als der Moment kam, hat Teheran nicht gezögert – sondern der US-Maschine direkt in die Augen gestochen. Die alte Führung hätte vor diesem entscheidenden Schritt wahrscheinlich noch gezögert, aber die neue, jüngere Führung, wollte endlich die Entscheidung.

Das vorläufige Resultat ist, dass die US-Abfangraketen blind sind. Zudem neigen sich die US-Reserven an Abfangraketen bereits dem Ende zu. Die Magazine sind leer geschossen.

Die US-Marine kann keine Konvois durch die Straße von Hormus eskortieren – ohne Selbstmord zu begehen. Und Südkorea, das sich bis jetzt ja auch durch US-Raketenabwehrsysteme beschützt glaubte, muss sich jetzt recht nackt und schutzlos fühlen.

Die US-Vasallenstaaten am Persischen Golf, die bisher glaubten, dass die US-Basen ihnen den ultimativen Schutz geboten haben, müssen angesichts ihrer brennenden Ölanlagen und zerstörten US-Basen zu dem ernüchternden Schluss kommen, dass das US-Militär in ihren Ländern weder Schutz noch Sicherheit bietet, sondern das Gegenteil provoziert, nämlich iranische Vergeltungsschläge gegen Aggressor und Schurkenstaat USA. Washington hat die teuerste, komplexeste, unzerstörbar geglaubte militärische Architektur der Menschheitsgeschichte errichtet. Iran hat gerade innerhalb weniger Tagen die Blaupause dafür vorgelegt, wie man sie demontiert.“ 

https://apolut.net/panik-im-weissen-haus-von-rainer-rupp/

 

Lars Lange: „Die Antwort kam umgehend: Binnen einer Stunde nach Beginn der US-israelischen Angriffe am Sonnabend hat Iran mit Gegenschlägen begonnen. Anders als im Zwölftagekrieg 2025, als Teheran moderat vorging, sieht sich das Land nun existentiell bedroht. So überraschte die Dimension des Gegenschlags westliche Beobachter: In den ersten 24 Stunden sollen mindestens 1.000 bis 2.000 Raketen und Drohnen eingesetzt worden sein. Sechs bis acht US-Stützpunkte, darunter in Bahrain und Katar, gerieten unter Beschuss.

Iran beantwortet die Angriffe nicht spiegelbildlich, sondern durch räumliche Ausdehnung – einen regionalisierten Krieg, der die gesamte US-Architektur im Golf erfasst. Obwohl die Golfstaaten den USA ihre Basen offiziell nicht für Angriffe freigegeben haben, greift Iran nicht nur dortige US-Militäreinrichtungen, sondern auch zivile Ziele an, etwa Flughäfen in Dubai, Abu Dhabi und Kuwait oder die Häfen Jebel Ali (Vereinigte Arabische Emirate) und Duqm (Oman). Das ist auch ein Angriff auf die ökonomischen Grundlagen der Golfstaaten. Ziel ist politischer Druck: Iran will die USA und die Golfmonarchien spalten.

Mit der Sperrung der Straße von Hormus gelingt es dem Iran sogar, den Krieg zu globalisieren: Täglich passieren rund 20 Millionen Barrel Rohöl die Meerenge, ein jährliches Handelsvolumen von knapp 500 Milliarden US-Dollar, 84 Prozent davon für asiatische Märkte bestimmt. Die gesamte verfügbare Umleitungskapazität aller alternativen Pipelines zusammen deckt nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) lediglich ein Viertel dieser Menge. Kuwait, Katar und Bahrain haben schlicht keine Ausweichroute – und Katars Flüssigerdgas, das rund 20 Prozent der weltweiten Versorgung ausmacht, lässt sich technisch nicht umleiten. Analysten warnen, dass die Ölpreise dadurch deutlich anziehen könnten – teils bis über 80 US-Dollar, in extremen Szenarien sogar über 100 US-Dollar, sollte es zu einer nachhaltigen Störung der Lieferwege kommen.

Das iranische Vorgehen wirkt kalkuliert: weniger Präzision als Erschöpfung in der Fläche. Ältere Raketen sollen in der gesamten Golfregion Abwehrsysteme übersättigen, bevor präzisere folgen. Eine US-THAAD-Abfangrakete kostet rund 15 Millionen US-Dollar; die Produktion von Lockheed Martin hält mit dem Verbrauch nicht Schritt. Nach dem Zwölftagekrieg 2025 seien die Bestände ohnehin niedrig gewesen, so William Alberque vom Pacific Forum. Die USA verschossen im Juni 2025 etwa 150 THAAD-Raketen, nachgekauft wurden nur einige Dutzend. Bei anhaltender Intensität könnten die Vorräte binnen Tagen kritisch schrumpfen: Der Verbrauch übersteigt die Produktionsrate bei weitem.

Parallel zur Sättigungsstrategie greift Iran gezielt die »Augen« der gegnerischen Luftabwehr an. Bereits am ersten Kriegstag wurden zwei hochwertige Radarsysteme zerstört. In Katar bestätigte der Verteidigungsminister den Treffer auf ein ­AN/FPS-132-Frühwarnradar mit bis zu 5.000 Kilometern Reichweite (Wert: rund 1,1 Milliarden Dollar). In Bahrain wurde eine Radaranlage bzw. ein Satellitenkommunikationssystem am US-Stützpunkt »NSA Bahrain«, dem Hauptquartier der fünften Flotte, getroffen. Die Folge: verkürzte Frühwarnzeiten, potentielle blinde Flecken im Abwehrnetz – weitere Anlagen könnten ins Visier geraten.

Was Iran derzeit zeigt, ist das Ergebnis jahrzehntelanger Vorbereitung. Waffensysteme, Produktion und Kommandostrukturen wurden systematisch unter die Erde verlagert. Raketen starten aus Silos und Höhlen, mobile Abschussrampen wechseln ständig den Standort. Damit unterscheidet sich Iran deutlich von den exponierten, oberirdisch verwundbaren Infrastrukturen der Golfstaaten. Zudem dürften frühere Bewertungen der iranischen Arsenale zu niedrig gewesen sein. US-Schätzungen gingen von nur etwa 3.000 Raketen unterschiedlicher Reichweite aus – nach dem Zwölftagekrieg schätzten israelische Stellen das verbleibende Arsenal sogar auf nur noch 1.500 Raketen. Doch der Umfang des Raketeneinsatzes allein in den ersten zwei Tagen kann darauf hindeuten, dass die tatsächlichen Reserven größer sein könnten als bislang angenommen.“ 

https://www.jungewelt.de/artikel/518394.iran-krieg-teherans-strategie.html

 

Völkerrecht

 

Interview von Stefan Reinecke mit dem Rechtsprofessor Kai Ambos:

Herr Ambos, die USA und Israel greifen seit Samstag den Iran militärisch an. Ist das völkerrechtlich gesehen legal?

Nein. Es gibt nur zwei Ausnahmen beim Gewaltverbot. Entweder der UN-Sicherheitsrat genehmigt den Militäreinsatz, oder ein Staat verteidigt sich gegen einen bewaffneten Angriff. Beides ist beim Angriff der USA und Israels nicht der Fall.

Der israelische Ministerpräsident Netanjahu behauptet, dieser Krieg sei ein Präventivschlag gegen das iranische Atomprogramm. US-Präsident Trump spricht von iranischen Langstreckenraketen, die die USA bedrohen könnten. Haben diese Rechtfertigungen rechtliche Relevanz?

Nach dem Zwölf-Tage-Krieg 2025 hat die US-Regierung behauptet, das iranische Atomprogramm sei ganz zerstört oder extrem zurückgeworfen. Insofern irritieren diese Behauptungen. Selbst wenn wir eine Restgefahr unterstellen, die vom iranischen Atomprogramm ausgeht, rechtfertigt diese nicht diesen Krieg. Laut Artikel 51 der UN-Charta, der das Recht auf Selbstverteidigung formuliert, muss ein bewaffneter Angriff vorliegen. So wie der russische Überfall auf die Ukraine 2022.

Der Iran droht Israel schon lange mit Vernichtung. Spielt das keine Rolle?

Erstens: Ein präventiver oder gar vorbeugender Gewalteinsatz ist völkerrechtlich höchst umstritten. Das Völkerrecht ist kein Wunschkonzert von Professoren, sondern von Staaten gemachtes Recht. Gerade die Staaten des Globalen Südens, die wir leicht aus dem Blick verlieren, widersprechen einer weiten Vorverlagerung des Selbstverteidigungsrechts. Zweitens: Selbst wenn wir eine solche Vorverlagerung akzeptieren, reicht die allgemeine, abstrakte Drohung Irans, Israel zu vernichten, nicht aus. Für einen präventiven Militäreinsatz müsste ein Angriff des Iran unmittelbar und konkret bevorstehen – und ein Militärschlag müsste die letzte Möglichkeit sein, diesen zu verhindern. Darauf gibt es keinen Hinweis. Die USA haben ja mit Iran bis Samstag verhandelt.

Dieser Krieg ist also illegal. Gibt es Völkerrechtler, die das anders sehen? Oder formulieren Sie den internationalen Konsens?

Soweit ich sehe, herrscht nicht nur hierzulande weitgehend Konsens, dass dieser Krieg völkerrechtswidrig ist. Manche sprechen von einer manifesten Verletzung der UN-Charta, andere sogar von einem Angriffskrieg, weil sie der Ansicht sind, dass dieser Angriff – so die Definition des Angriffskriegs – nach Art, Schwere und Umfang eine offenkundige Verletzung der UN-Charta darstellt.

Iran antwortet mit Raketen auf US-Basen in der Golfregion und Ziele in Israel. Ist das durch das Selbstverteidigungsrecht gedeckt?

Iran hat wegen des völkerrechtswidrigen Angriffs der USA und Israel das Recht, sich zu verteidigen.

Und darf also US-Basen in Drittstaaten beschießen?

Nur wenn diese für US-Angriffe genutzt werden. Falls nicht, und das scheint bei den Golfstaaten so zu sein, sind diese Gegenschläge nicht vom Selbstverteidigungsrecht gedeckt. Ebenso wenig darf Iran zivile Ziele wie Wohngebäude oder die Zivilbevölkerung als solche angreifen. Auch Selbstverteidigung muss verhältnismäßig sein.

Frankreich, Großbritannien und Deutschland haben „defensive militärische“ Maßnahmen gegen Iran angedroht. Dürfen die das?

Ja und Nein. Es ist kompliziert. Wenn Golfstaaten, die vom Iran attackiert werden, europäische Staaten um Hilfe bitten, so ist das völkerrechtlich als kollektive Selbstverteidigung – zugunsten dieser Staaten – zulässig. Natürlich können sich diese Staaten auch selbst gegen iranische Angriffe verteidigen. Aber kein Staat darf den völkerrechtswidrigen Angriff der USA und Israel auf den Iran unterstützen. Das muss man strikt unterscheiden.

Faktisch geht es um die Nutzung der britischen Basis Diego Garcia im Golf durch die USA, die die britische Regierung den USA jetzt doch erlauben will …

Genau. Das ist zulässig, wenn es um defensive Aktionen im Rahmen der genannten kollektiven Selbstverteidigung zum Schutz vor iranischen Angriffen geht, nicht aber zur Unterstützung der Angriffe auf den Iran.

Die USA nutzen die Basis Ramstein in Deutschland für die Logistik dieses Krieges. Ist das rechtlich bedenklich?

Deutschland darf, wie jeder andere Staat auch, keinerlei Unterstützung für völkerrechtswidrige Handlungen leisten. Sollte Ramstein also in den aktuellen Krieg eingebunden sein, müsste Deutschland dagegen zumindest protestieren. Das folgt auch aus dem Grundgesetz, das völkerrechtliche Regeln zum Bestandteil des nationalen Rechts macht. Nach Artikel 26 ist ein Angriffskrieg explizit verboten. Wenn man den Irankrieg als Angriffskrieg definiert, stünde ein gravierender Verstoß gegen die deutsche Verfassung im Raum.

Nehmen wir mal an, das iranische Regime würde zusammenbrechen und Iran sich in eine funktionierende Demokratie verwandeln. Wäre der Angriffskrieg der USA und von Israel damit rechtlich gesehen geheilt?

Aus utilitaristischer Sicht könnte man auf diese Idee kommen. Solche folgeorientierten Überlegungen machen den ursprünglichen Rechtsbruch aber nicht ungeschehen. Wenn ich Ihnen Geld stehle, das mit Gewinn investiere und es Ihnen mit diesem Gewinn zurückgebe, haben Sie zwar einen Vorteil. Doch der ursprüngliche Diebstahl – die Verletzung Ihres Eigentums – bleibt bestehen. Immerhin wird man sagen können, dass positive Folgen eines Rechtsbruchs die Haftung des Rechtsbrechers, also seine Strafe, mildern kann.

Die USA reißen nicht nur mit diesem Krieg die multilaterale Ordnung nieder. Sie steigen aus dem Klimaabkommen und der Finanzierung der UN aus und verhängen Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof. Was nützt uns das Völkerrecht, wenn der zentrale weltpolitische Akteur sich an nichts mehr hält?

Völkerrecht ist nicht nur Friedenssicherungsrecht. Klimaschutz, Kontrolle von Migration, wirtschaftliche Abkommen, konsularische Betreuung im Ausland – all das ist Völkerrecht. In einem Völkerrechtslehrbuch mit mehreren 100 Seiten widmen sich vielleicht zehn Prozent dem Thema der Friedenssicherung. Wir können globale Krisen nicht ohne zwischenstaatliche Kooperation und damit Völkerrecht lösen. Zudem zieht sich selbst diese US-Regierung nicht ganz vom Völkerrecht und seinen Institutionen zurück. Am vergangenen Samstag hat der US-Vertreter im UN-Sicherheitsrat den Iranangriff gerechtfertigt. Es gibt keine Politik des leeren Stuhls …

Das heißt?

Die Sowjetunion boykottierte im Zuge des Koreakriegs im Jahre 1950 den UN-Sicherheitsrat. So weit sind wir nicht. Russland und die USA verletzen derzeit das Völkerrecht massiv. Aber das gilt nicht für die anderen 190 Staaten. Denken wir an die Davos-Rede des kanadischen Premierministers Mark Carney. Für Mittelmächte und den Globalen Süden ist das Völkerrecht nach wie vor entscheidend. Die Afrikanische Union und die arabischen Staaten kritisieren die Gegenangriffe des Iran als völkerrechtswidrig. Auch der Europäische Rat hat sich, wenn auch nur sehr allgemein, zum Völkerrecht bekannt. Kleinere Länder sind auf eine regelbasierte Ordnung mit völkerrechtlichen Regeln angewiesen. Die Alternative ist eine chaotische Welt, in der die USA und China als einzige Supermächte nach ihrem Gutdünken handeln. In einer solchen Welt werden die kleinen und mittleren Mächte zerrieben.

Kanzler Merz spricht vage von einem Dilemma, und meint den Widerspruch zwischen der Verletzung des Völkerrechts und dem Ziel einer Ablösung des iranischen Regimes. Ist das eine glaubwürdige Position?

Ich denke nicht.

Warum nicht?

Wir können nicht glaubwürdig den russischen Angriffskrieg verurteilen, wenn wir bei Gaza, Venezuela oder dem Irankrieg die Verletzung des Völkerrechts nicht klar benennen. Glaubwürdigkeit ist eine Währung in internationalen Beziehungen. Deutschland kann nicht eine regelbasierte Ordnung predigen, aber aus Angst vor Trump klein beigeben. Das ist nicht nur eine Frage der Prinzipien, sondern auch unserer Interessen. Denn die regelbasierte Ordnung und das Völkerrecht schützt auch uns als Mittelmacht. Floskeln oder Ausflüchte helfen da nicht weiter.

Welche Floskel meinen Sie?

Wenn Außenminister Wadephul sagt, man könne den Irankrieg völkerrechtlich nicht bewerten und müsse erst genau prüfen, dann ist das eine Ausflucht. Denn die völkerrechtliche Lage ist eindeutig. Die erste Erklärung der E 3 …

… von Großbritannien, Frankreich und Deutschland …

… erweckt den surrealen Eindruck, dass der Iran diesen Krieg am vergangenen Samstag begonnen hat. Warum spricht man nicht den wahren Sachverhalt aus? Ich wünsche mir schon lange den Sturz des menschenverachtenden Mullah-Regimes durch die iranische Bevölkerung. Aber deshalb kann ich doch nicht leugnen, wer diesen Krieg begonnen hat. Das schließt realpolitischen Pragmatismus nicht aus. Aber dazu gehören auch die realen zerstörerischen Folgen dieses Kriegs im Iran, in der Region und in der Weltwirtschaft.

Trotzdem – was nutzt uns derzeit das Völkerrecht, das ignoriert wird?

Das Völkerrecht ist nicht, wie man aus der AfD hört, eine Art Vorschlag, dem man folgen kann oder auch nicht. Es ist bindendes Recht und in Deutschland sogar verfassungsrechtlich abgesichert. Wer also völkerrechtliche Wertungen ignoriert, der ignoriert in Wahrheit die Verfassung. Das sollte kein deutscher Politiker tun. Und umgekehrt sollte man fragen: Was ist die Alternative zum Völkerrecht?

Und?

Eine Politik der Rechtlosigkeit, die Führer wie Trump und Putin verkörpern. Nach innen bekämpft Trump die Justiz und Gewaltenteilung, nach außen das Völkerrecht. Letztlich ist das die Wiederkehr der absolutistischen Monarchie eines Ludwig XIV., von dem der Satz „Der Staat bin ich“ stammt und der keinerlei rechtliche Begrenzung akzeptierte. Völkerrecht ist – wie jedes Recht – nichts anderes als die Begrenzung von Macht. Ohne Völkerrecht werden Trump und Putin, die neuen absolutistischen Monarchen des 21. Jahrhunderts, regel- und rechtlos agieren. Das wird uns nicht guttun.“

https://taz.de/Rechtsprofessor-Kai-Ambos-ueber-Irankrieg/!6159419/

 

Jeffrey Sachs und Sybil Fares: „Lassen Sie uns klarstellen, was die Vereinigten Staaten und Israel verfolgen. Das Ziel der USA ist nicht die Sicherheit des amerikanischen Volkes. Das Ziel ist die globale Vorherrschaft. Der Versuch zielt darauf ab, die UNO und die internationale Rechtsordnung zu zerstören – ein Versuch, der scheitern wird.

Am 16. Februar 2026 sandte einer von uns (Jeffrey Sachs) einen Brief an den UN-Sicherheitsrat, in dem er davor warnte, dass die Vereinigten Staaten kurz davor stünden, die Charta der Vereinten Nationen zu zerreißen. Diese Warnung hat sich nun bewahrheitet. Die Vereinigten Staaten und Israel haben ohne Genehmigung des Sicherheitsrats und ohne legitime Berufung auf das Recht auf Selbstverteidigung gemäß Artikel 51 einen unprovozierten Krieg gegen den Iran begonnen, was einen flagranten Verstoß gegen Artikel 2(4) der Charta darstellt. Sie versuchen, die Charta der Vereinten Nationen und die internationale Rechtsstaatlichkeit zu zerstören, aber sie werden scheitern.

Im Sicherheitsrat vom 28. Februar 2026 richteten die USA und ihre Verbündeten ihre Verurteilung nicht gegen die amerikanische und israelische Aggression, sondern gegen den Iran. Ein US-Verbündeter nach dem anderen verurteilte den Iran für seine Vergeltungsschläge, versäumte es jedoch absurderweise, den illegalen und unprovozierten Angriff der USA und Israels auf den Iran zu verurteilen. Dieses Verhalten dieser Länder war beschämend und stellte die Realität völlig auf den Kopf.

Die gemeinsamen Angriffe der USA und Israels wurden von Trump als notwendig bezeichnet, weil der Iran „jede Gelegenheit abgelehnt hat, seine nuklearen Ambitionen aufzugeben, und wir das nicht mehr hinnehmen können“. Das ist natürlich eine glatte Lüge. Wie in dem Brief vom 16. Februar dargelegt, hat der Iran vor einem Jahrzehnt einem Atomabkommen zugestimmt, dem Gemeinsamen Umfassenden Aktionsplan (JCPOA), der vom UN-Sicherheitsrat in der Resolution 2231 verabschiedet wurde. Es war Trump, der das Abkommen 2018 aufkündigte. Im Juni 2025 bombardierte Israel den Iran mitten in den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Auch diesmal wurden die Kriegspläne Israels und der USA bereits vor Wochen festgelegt, als Netanjahu sich mit Trump traf, und die laufenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran waren eine Farce. Dies scheint die neue Vorgehensweise der USA zu sein: Verhandlungen aufnehmen und dann versuchen, die Verhandlungspartner zu ermorden.

Es ist leicht zu verstehen, warum sich die Verbündeten der USA im UN-Sicherheitsrat so peinlich und selbsterniedrigend verhalten haben. Neben den Vereinigten Staaten beherbergen acht der vierzehn anderen Ratsmitglieder US-Militärstützpunkte oder gewähren dem US-Militär Zugang zu lokalen Stützpunkten: Bahrain, Kolumbien, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Lettland, Panama und das Vereinigte Königreich. Diese Länder sind nicht vollständig souverän. Sie werden teilweise von den USA regiert. Die US-Militärstützpunkte beherbergen CIA-Operationen, und die Gastländer schauen ständig über ihre Schulter, um zu versuchen, eine Unterwanderung ihres Landes durch die USA zu verhindern.

Wie Henry Kissinger berühmt sagte: „Es mag gefährlich sein, Amerikas Feind zu sein, aber sein Freund zu sein ist tödlich.“ Wir können hinzufügen, dass die Beherbergung von US-Militärstützpunkten und CIA-Operationen bedeutet, sein Land in einen Vasallenstaat zu verwandeln.

Als absurdes, aber bezeichnendes Beispiel wiederholte die dänische Botschafterin jeden amerikanischen Standpunkt und zeigte mit dem Finger auf den Iran wegen seiner Aggression, als ob der Iran nicht von den USA und Israel angegriffen worden wäre. Sie vergaß völlig, dass eine solche demütigende Vasallenschaft gegenüber den USA für Dänemark nicht gut sein wird, wenn die USA Grönland besetzen.

Die wahrheitsgemäßen Stimmen im Sicherheitsrat kamen aus den Ländern, die nicht von den Vereinigten Staaten besetzt sind. Russland erklärte zutreffend, dass der sogenannte Westen (d. h. die von den USA besetzten Länder) den Iran beschuldigt, wenn er mit dem Finger auf ihn zeigt. China erinnerte den Rat daran, dass die Krise mit den Angriffen der USA und Israels auf den Iran begann und nicht mit der Vergeltung des Iran. Der Botschafter Somalias, der im Namen mehrerer afrikanischer Mitgliedstaaten sprach, schilderte wahrheitsgemäß die Ursache dieser jüngsten Eskalation. Der UN-Vertreter der Arabischen Liga sprach brillant über die eigentliche Ursache der wahnsinnigen Aggression Israels: die Verweigerung der Rechte des palästinensischen Volkes und Israels Einsatz von Massenmord und regionalem Krieg, um die Entstehung eines palästinensischen Staates zu verhindern.

Wenn der Iran Vergeltungsmaßnahmen gegen US-Militärstützpunkte am Golf ergreift, übt er sein inhärentes Recht auf Selbstverteidigung gemäß Artikel 51 der Charta aus. Wir dürfen nicht vergessen, dass die USA und Israel offen und wiederholt iranische Führer ermorden, mit dem Ziel, die iranische Regierung zu stürzen. Wenn Staaten einen ausländischen Staatschef ermorden und versuchen, die Regierung zu zerstören, hat das Ziel dieser Bedrohungen nach internationalem Recht das Recht, sich zu verteidigen.

Die US-amerikanisch-israelischen Bombenangriffe töteten nicht nur den Obersten Führer des Iran und mehrere hochrangige Regierungsbeamte, sondern auch mehr als 140 junge Mädchen in ihrer Schule in Minab. Diese kleinen Kinder sind Opfer eines schrecklichen Kriegsverbrechens. Die Länder, die den Vereinigten Staaten und Israel diese Morde durchgehen ließen – insbesondere Dänemark, Frankreich, Lettland, das Vereinigte Königreich und natürlich die USA – sind ebenfalls mitschuldig an diesem Kriegsverbrechen.

Diese Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats wird wahrscheinlich als der Tag in Erinnerung bleiben, an dem die Vereinten Nationen aufgehört haben, von ihrem Hauptsitz auf amerikanischem Boden aus zu funktionieren. Eine internationale Organisation, die sich der friedlichen Beilegung von Streitigkeiten verschrieben hat, kann nicht glaubwürdig von einem Land aus operieren, das illegale Kriege führt, Mitgliedstaaten mit Vernichtung droht und Resolutionen des UN-Sicherheitsrats als Wegwerfinstrumente behandelt. Damit die UN überleben kann – und wir brauchen ihr Überleben –, braucht sie mehrere Standorte auf der ganzen Welt – in Brasilien, China, Indien, Südafrika und anderen Ländern –, die der wahren Multipolarität unserer Welt Rechnung tragen.

Lassen Sie uns klar sagen, was die Vereinigten Staaten und Israel verfolgen. Das Ziel der USA ist nicht die Sicherheit des amerikanischen Volkes. Das Ziel ist die globale Vorherrschaft. Der Versuch, die UNO und die internationale Rechtsordnung zu zerstören, wird scheitern. Das Ziel Israels ist es, ein Groß-Israel zu errichten, das palästinensische Volk zu vernichten und seine Hegemonie über Hunderte Millionen Araber im gesamten Nahen Osten (vom Nil bis zum Euphrat, wie US-Botschafter Mike Huckabee kürzlich erklärte) durchzusetzen.

Die wahnhaften Bemühungen der Vereinigten Staaten um globale Vorherrschaft schreiten Region für Region voran. Die USA haben kürzlich in einer völlig verdrehten angeblichen Wiederbelebung der Monroe-Doktrin behauptet, dass sie die westliche Hemisphäre kontrollieren und den lateinamerikanischen Ländern vorschreiben können, wie sie ihre wirtschaftlichen und politischen Angelegenheiten zu regeln haben. Die USA haben den amtierenden venezolanischen Präsidenten entführt, um dies zu beweisen, und drohen nun auch mit dem Sturz der kubanischen Regierung.

Der heutige Krieg gegen den Iran soll beweisen, dass die USA ebenfalls den Nahen Osten beherrschen. Der Krieg ist Teil einer 30-jährigen Kampagne, die mit der Clean-Break-Doktrin begann und darauf abzielt, alle Regierungen zu stürzen, die sich der Vorherrschaft der USA und Israels in der Region widersetzen. Zu diesen gemeinsamen Kriegen Israels und der USA gehören der Völkermord in Gaza, die Besetzung des Westjordanlands und die jahrzehntelangen Kriege und Regimewechseloperationen im Iran, Irak, Libanon, Libyen, Somalia, Sudan, Syrien und Jemen.

Ein Teil des globalen Plans der USA besteht darin, die weltweiten Ölexporte zu kontrollieren und dabei China und Russland zu schwächen. Die Eroberung Venezuelas durch die USA sollte die amerikanische Kontrolle über die Ölexporte dieses Landes sicherstellen, insbesondere um den Ölfluss nach China zu kontrollieren. Die US-Sanktionen gegen Russland zielen darauf ab, zu verhindern, dass russisches Öl nach Indien und China gelangt. Jetzt wollen die USA den Ölfluss aus dem Iran nach China stoppen. Im weiteren Sinne streben die USA die Kontrolle über die gesamte Golfregion sowie den Iran an, um ihre imperiale Vorherrschaft aufrechtzuerhalten.

Die internationale Ordnung, die Franklin und Eleanor Roosevelt nach der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs mit aufgebaut haben, basierte auf einer einfachen und tiefgreifenden Idee: dass Recht und Respekt, nicht Gewalt, die Beziehungen zwischen den Staaten regeln sollten. Diese Idee wird nun gerade von der Nation zerstört, die sich bei der Gründung der UNO am meisten für sie eingesetzt hat. Die Ironie ist unermesslich bitter.

Die Wahrheit ist, dass die Verwüstungen des Krieges den sogenannten Westen nicht direkt betreffen werden: Ihre Kinder werden keine Traumata erleiden oder sterben, und ihre Länder werden nicht in Flammen aufgehen. Die Opfer dieses Angriffs sind die Menschen im Nahen Osten. Sie sind die Entbehrlichen, die unter der Arroganz des Westens, seinem Machtmissbrauch und seiner Sucht nach Krieg leiden.

Wir schließen mit zwei Beobachtungen. Erstens: Die Vereinigten Staaten werden weder die globale Vorherrschaft erlangen noch die UNO zerstören. Die Welt ist zu groß, zu vielfältig und zu entschlossen, sich der Herrschaft einer einzelnen Macht zu widersetzen, geschweige denn einer, die nur 4 Prozent der Weltbevölkerung ausmacht. Die Welt außerhalb der USA und der von ihnen besetzten Länder will, dass die UNO weiterbesteht und gedeiht. Der Versuch der USA wird sicherlich scheitern, aber bevor es soweit ist, könnte er immenses Leid verursachen.

Zweitens: Wenn Israel seine Sucht nach Krieg und Besatzung fortsetzt, wird auch es nicht überleben. Diese Sucht ist eine Mischung aus Theokratie und posttraumatischem Stress. Ein Teil Israels glaubt, dass es das biblische Königreich aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. ist. Der andere Teil lebt in der traumatischen Erinnerung an den Holocaust und ist daher entschlossen, jeden vermeintlichen Gegner zu töten, anstatt zu lernen, friedlich mit ihm zusammenzuleben. Die verdrehte Verteidigung des israelischen Botschafters für Israels dreisten Angriff auf den Iran zitierte wie üblich die Bibel und Auschwitz als die beiden Rechtfertigungen. Dies sind Israels zwei immer wiederkehrende Referenzen, aber nicht die reale Welt von heute.

Ein Staat, der von permanentem Krieg, permanenter Besatzung und der Auslöschung der Palästinenser sowie der unbefristeten Unterwerfung von Millionen von Menschen abhängig ist, hat keine Zukunft, und die Politik, die die Vereinigten Staaten derzeit im Namen Israels verfolgen, wird dieses Ergebnis eher beschleunigen als verhindern.

Die Zwei-Staaten-Lösung, die der Rat wiederholt befürwortet hat, bietet Israel einen Weg zum Frieden. Tragischerweise lehnt Israel dies ab. Das Ergebnis wird letztendlich das Ende Israels in seiner derzeitigen Form sein, zumal sich die US-Bevölkerung zunehmend gegen die gewalttätige Theokratie Israels und für die Sache Palästinas wendet. Vielleicht wird es einen demokratischen Staat geben, in dem Araber und Juden friedlich zusammenleben und die Apartheid ein Ende findet.

Das sind harte Wahrheiten, aber Notfälle erfordern Ehrlichkeit. Die UNO wird von Israel und den Vereinigten Staaten ermordet. Der Sicherheitsrat muss sich aus der militärischen Besetzung durch die USA befreien und sich daran erinnern, dass er der Hüter des Versprechens der UN-Charta ist, den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit zu wahren.“

https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/die-uno-wird-von-israel-und-den-vereinigten-staaten-ermordet/

 

 

Ich bin Philanthrop, Demokrat und Atheist. Rupert Regenwurm

 

 

Das Böse verlachen

- Satire, Realsatire, ernst Gemeintes -

 

Wochenkommentar von Ferdinand Wegscheider | 28.02.

Im neuen Wochenkommentar geht es heute vor allem um die positive Bilanz nach einem Jahr Dreier-Regierung!

https://www.servustv.com/aktuelles/v/aafwuuy9kgism4gg44f1/

 

Merz stellt die Arbeitsmoral der Deutschen in Frage

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=cgXE5rrf_I4

 

Merz ist laut Trump "zemlich das Gegenteil" von Merkel - Merzelcheck!

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=e8xKTj8-hiw

 

Hasstalavista - Serdar reagiert auf Amann (muted)

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=SUuyl__s5JE

 

Ansprache zum Angriff auf den Iran

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=py9T_lsw33c

 

Hasstalavista - Serdar reagiert auf den Anti-Präsidenten

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=m5gM7zbQUUQ

 

Simone Solga: Dann fresst doch Pastete! | Folge 205

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=BSOHUXX6Xko

 

Frieden dem Scharnhorst-Orden - Steimles Aktuelle Kamera - Ausgabe 219

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=PlOobzTdELg

 

HallMack  Aktuelle Kamera 194 - China wir kommen

 

 

https://www.frei3.de/post/9dce15ae-62b3-402d-bb96-26b8c8d544ff

 

Der schwarze Bomber in Korbach !

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=KbYf6OBwrXw

 

Ist ein Wandel möglich ?

https://www.youtube.com/watch?v=uvPvCAJN-MQ

 

Krasse Ansage von in Dubai gestrandete !!

https://www.youtube.com/watch?v=W7yqIpk_4Jc