https://www.youtube.com/watch?v=PugEh15RO-g
Franz von Assisi ist vor 800 Jahren gestorben. Auch heute noch ist er die wohl populärste und wirkmächtigste Person des Christentums.
Todes- und Gedenktag
„Geboren wurde der populäre Schutzpatron der Tiere und der Umwelt vermutlich 1181 oder 1182; sein Tod ist für den 3. Oktober 1226 verbürgt. Dennoch wird der offizielle Gedenktag des Franz von Assisi erst am 4. Oktober begangen. Eine Verwechslung oder Folge einer Reform des Heiligenkalenders?
Die Gründe liegen eher in der mittelalterlichen liturgischen Zeitrechnung: Der charismatische Ordensgründer und radikale Prediger von Frieden und Armut, der am Ende seines rund 44-jährigen Lebens schon zahllose Anhänger hatte, starb an jenem Samstagabend "nach Sonnenuntergang". In der mittelalterlichen Kirche begann der liturgische Tag mit der Vesper am Vorabend. Franziskus' Tod in der Nacht zum 4. Oktober zählte daher schon zur Feier des Sonntags.
Der Leichnam des Schöpfers des "Sonnengesangs" wurde in einer feierlichen Prozession von der Portiuncula-Kapelle in Assisis heutiger Unterstadt zur Kirche San Giorgio überführt. Die Franziskaner unterscheiden zwischen seinem "Transitus", dem "Heimgang", während der 4. Oktober sein eigentliches liturgisches Fest ist. Seit 1230 befindet sich sein Grab in der Franziskus-Basilika in Assisis Oberstadt.
Bereits am 16. Juli 1228, knapp zwei Jahre nach seinem Tod, wurde Franziskus von Papst Gregor IX. heiliggesprochen. Seither ist der 4. Oktober als Franziskusfest belegt. Es gibt allerdings Ausnahmen: Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) listet Franz von Assisi in ihrem "Namenkalender" unter dem 3. Oktober - mit Verweis auf seinen Todestag.“
https://www.domradio.de/artikel/darum-ist-der-todestag-des-franz-von-assisi-nicht-sein-gedenktag
Leben und Bedeutung
„Franziskus wurde ca. 1181 in Assisi (Italien) geboren. Sein Vater, der reiche Tuchhändler Pietro Bernadone, sorgte für eine gute Ausbildung seines Sohnes, der wegen seiner Liebenswürdigkeit und seines Frohsinns stets die Gleichaltrigen seiner Heimatstadt um sich scharte. 1202 nahm Franziskus am Krieg zwischen Assisi und Perugia teil und geriet in Gefangenschaft. Anschließend wurde er krank. Diese Ereignisse erfüllten ihn mit einer inneren Unruhe, die seine bisherigen Werte in Frage stellten. Mit dem Wunsch, Ritter zu werden, brach er daraufhin nach Süditalien auf (1205). Aber bereits nach einer kurzen Strecke kehrte er nach Assisi zurück, nachdem ihm in einem Traum deutlich geworden war, dass der Ritterstand nicht der wahre und richtige Weg für ihn sei. Es folgte eine Zeit, in der er sich häufig zum Gebet zurückzog, um den Willen Gottes zu erfragen.
In dem verfallenen Kirchlein San Damiano vernahm er vom Kreuz eine Stimme, die ihm auftrug: „Franziskus, geh und stelle mein Haus wieder her, das – wie du siehst – ganz verfallen ist!“ Nun begriff er, dass Christus ihn in seinen ganz persönlichen Dienst stellen wollte. Seine Abkehr von den weltlichen Vorstellungen des Vaters führte zum Bruch des Tuchhändlers mit seinem Sohn: Im Beisein des Bischofs gab Franziskus die ganze Habe samt der Kleider, die er am Leib trug, seinem Vater zurück. Mit einem Einsiedlerhabit bekleidet, reparierte er nun verfallene Kirchen in der Umgebung Assisi. Schließlich wurde ihm deutlich, dass der Auftrag, den er vor dem Kreuz in San Damiano gehört hatte, im übertragenen Sinne zu verstehen ist. In der Porziuncolakapelle hörte er das Evangelium von der Aussendung der Zwölf (vgl. Mt 10,1-15). Die Aufforderung Jesu an die Jünger bezog er auf sich: Er legte den Wanderstab beiseite, zog seine Sandalen aus, tauschte den Ledergürtel (in dem damals üblicherweise das Geld aufbewahrt wurde) gegen einen Strick und durchstreifte von nun an predigend das Land. Seine Lebensweise war so überzeugend und beispielhaft, dass sich ihm schon bald Gefährten anschlossen, mit denen er im Jahre 1209 nach Rom reiste, um sich seine Lebensform von Papst Innozenz III. bestätigen zu lassen. Zunächst erfolgte eine mündliche Bestätigung. Die schriftliche Besiegelung lieferte erst die endgültige Ordensregel, die Franziskus 1223 verfasste und die von Honorius III. die päpstliche Anerkennung erhielt; sie besitzt bis auf den heutigen Tag Gültigkeit.
Grundlegend für die Lebensführung des hl. Franziskus war seine Liebe zur Armut und seine Hinwendung zum Evangelium, durch dessen Befolgung er in beispielloser Weise Christus ähnlich geworden ist. Im Einzelnen entwickelte sich sein Leben vielschichtig. Die Sorge für seine Bruderschaft, die sprunghaft anwuchs und sich rasch ausbreitete, verlangte seine ganze Kraft. Die Porziuncolakapelle wurde der Ort, an dem er die Ordensmitglieder regelmäßig zu wichtigen Beratungen versammelte. Nachdem er die Ordensleitung einem Mitbruder übertragen hatte – zuerst Petrus Cattani, dann Elias Bombarone –, gewann er den Freiraum, sich mehr der geistlichen Formung der Gemeinschaft zu widmen. Die endgültige Ordensregel ist in dieser Zeit entstanden (Bestätigung durch den Papst: 1223); sie gibt den Brüdern zwar auch praktische Anweisungen, vor allem aber ein Programm für die Lebensausrichtung nach dem Evangelium. Bezeichnend für die Haltung des Heiligen ist der Name, den er der Gemeinschaft gab: Ordo Fratrum Minorum, was gewöhnlich mit Minderbrüderorden übersetzt wird. Sein Festhalten an der radikalen Armut, die frei macht für die Nachfolge des armen Christus, brachte ihm leider die Gegnerschaft zahlreicher Mitbrüder ein.
Aus seiner Gottverbundenheit folgte seine Hinwendung zu allen Geschöpfen: Jede Kreatur nannte er Bruder oder Schwester, den Vögeln predigte er, und in seinem „Sonnengesang“ verband er in einzigartiger Weise die Schöpfung mit dem Lob Gottes. Häufig zog er sich zum Gebet in die Einsamkeit zurück, so dass Thomas von Celano, der die erste Franziskusbiografie verfasste und den Heiligen persönlich gekannt hatte, über ihn schreiben konnte: „Er war nicht so sehr Beter, als vielmehr selbst Gebet geworden.“ Als solcher empfing Franziskus 1224 auf dem Berg La Verna (Toskana) die Wundmale Christi, die er bis zu seinem Tod an seinen Händen, Füßen und seiner Seite behielt. Er starb 1226 neben der Portiunkula-Kapelle und wurde zunächst in der kleinen Kirche San Giorgio in Assisi beigesetzt. 1230 erfolgte die Übertragung seiner Gebeine in die teilweise bereits fertig gestellte Basilika San Francesco.“
https://franziskaner.de/franziskus-biografie/
„Als Heiliger hat er eine breite und große Anerkennung gefunden als Patron der Armen, Blinden, Lahmen, Strafgefangenen, Sozialarbeiter und Schiffbrüchigen; außerdem dient er als Vermittler zwischen den unterschiedlichen Religionen. Franziskus' Gedenktag - der 4. Oktober - wird weltweit außerdem als Tierschutztag begangen. Auf seinem Lebensweg nahm er Hindernisse und Hürden stets in Kauf. Sein Lebensthema war die bedingungslose Nachfolge Christi. Arm wollte er es dem armen Christus gleichtun. Nicht nur den Menschen, sondern auch Tieren, Pflanzen und der gesamten Natur wollte er das Evangelium von der Liebe Christi verkündigen.
Franziskus widmete sich den Aussätzigen und denen, die am Rand der Gesellschaft standen. Er folgte dem Ruf Jesu und lebte in Armut, um anderen Menschen zu dienen. Sein Mitgefühl und seine Hingabe wurden zum Vorbild für viele. Er gründete eine Gemeinschaft, die den Armen half und sich für Frieden einsetzte. Franziskus sah in allen Geschöpfen Brüder und Schwestern, auch in Tieren, Wind und Wasser.
Über die Grenzen Italiens hinaus widmete Franziskus seine Kraft dem Einsatz für den Frieden, pflegte die Armen und wurde für viele zum Ratgeber und wahren Freund. Wie in jedem Leben, so gab es auch bei Franziskus Zeiten der inneren Verzweiflung, der Krankheit und der Erfahrung von menschlicher Grenze. So zog er sich gerne an einsame Orte zurück. Am Berg von La Verna erlebte er seine letzte tiefe Berührung mit Christus.
Erschöpft von den vielen Strapazen und schwer krank kehrte er in seine Heimatstadt nach Assisi zurück, um dort zu sterben. Nackt am Boden liegend, umgeben von Brüdern hieß Franziskus den Tod als Bruder willkommen. Am Abend des 3. Oktober 1226 verstarb er schließlich. Sein Festtag wird traditionell am Folgetag, dem 4. Oktober, begangen. Franziskus letzte Worte, die er an seine Brüder richtete, waren: „Ich habe das Meine getan, was euer ist, möge Christus lehren."
https://franziskaner-helfen.de/warum-wir-helfen/der-heilige-franziskus-franz-von-assisi/
Sonnengesang
„Vor rund 800 Jahren verfasste Franziskus den Sonnengesang, seinen sicherlich bekanntesten Text und zeitlosen Lobgesang auf die Schöpfung und das Werk Gottes - und ist damals wie heute die Aufforderung zur Umkehr.
Im Sonnengesang zeigt sich die Naturbeziehung des heiligen Franziskus. Die Gestirne, Wasser, Feuer, den Wind und die Erde, ja sogar den Tod spricht er mit Schwester oder Bruder an. Wer heute den Sonnengesang liest oder betet, wird angesprochen, die Natur zu lieben, ihr Ehrfurcht zu erweisen und sich für ihren Erhalt einzusetzen.
Aus verschiedenen Quellen ist bekannt, dass Franziskus dieses Gebet schrieb, als er todkrank in einer Hütte aus Strohmatten lag. Mäuse krabbelten über ihn hinweg, und aufgrund einer Augenkrankheit konnte er kaum noch sehen. Der außergewöhnliche Text des Sonnenlieds wurde also nicht an einem sonnigen Frühlingstag in romantischer Stimmung geschrieben, sondern brach hervor aus Krankheit und Not – und ist trotzdem in den meisten Strophen ein helles Loblied des Strahlens.
Heute in allen Weltsprachen gesungen, getanzt und interpretiert, ist der Sonnengesang nicht nur eines der ältesten Zeugnisse der italienischen Sprache und wichtiges Kulturgut, sondern auch ein Text für geschwisterliches Miteinander aller Geschöpfe.
Höchster, allmächtiger, guter Herr,
dein sind das Lob, die Herrlichkeit und Ehre und jeglicher Segen.
Dir allein, Höchster, gebühren sie,
und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.
Gelobt seist du, mein Herr,
mit allen deinen Geschöpfen,
zumal dem Herrn Bruder Sonne,
welcher der Tag ist und durch den du uns leuchtest.
Und schön ist er und strahlend mit großem Glanz:
Von dir, Höchster, ein Sinnbild.
Gelobt seist du, mein Herr,
durch Schwester Mond und die Sterne;
am Himmel hast du sie gebildet,
klar und kostbar und schön.
Gelobt seist du, mein Herr,
durch Bruder Wind und durch Luft und Wolken
und heiteres und jegliches Wetter,
durch das du deinen Geschöpfen Unterhalt gibst.
Gelobt seist du, mein Herr,
durch Schwester Wasser,
gar nützlich ist es und demütig und kostbar und keusch.
Gelobt seist du, mein Herr,
durch Bruder Feuer,
durch das du die Nacht erleuchtest;
und schön ist es und fröhlich und kraftvoll und stark.
Gelobt seist du, mein Herr,
durch unsere Schwester, Mutter Erde,
die uns erhält und lenkt
und vielfältige Früchte hervorbringt
und bunte Blumen und Kräuter.
Gelobt seist du, mein Herr,
durch jene, die verzeihen um deiner Liebe willen
und Krankheit ertragen und Drangsal.
Selig jene, die solches ertragen in Frieden,
denn von dir, Höchster, werden sie gekrönt.
Gelobt seist du, mein Herr,
durch unsere Schwester, den leiblichen Tod;
ihm kann kein Mensch lebend entrinnen.
Wehe jenen, die in tödlicher Sünde sterben.
Selig jene, die er findet in deinem heiligsten Willen,
denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid antun.
Lobt und preist meinen Herrn
und dankt ihm und dient ihm mit großer Demut.“
https://franziskaner-helfen.de/warum-wir-helfen/der-heilige-franziskus-franz-von-assisi/
Franz von Assisi heute
„Ina Rottscheidt: Franz von Assisi scheint so etwas wie der "Superstar" unter den Heiligen zu sein: Er ist der Schutzpatron Italiens, Millionen Menschen pilgern jedes Jahr zu seinem Grab. Nicht zuletzt Papst Franziskus hat seinen Namen angenommen – warum ist er eigentlich so beliebt?
Volker Leppin (Professor für historische Theologie an der Yale University): Ich glaube, es ist diese Mischung aus Einfachheit und einer unglaublichen Radikalität. Und ich bin überzeugt, dass er kein Superstar hätte sein wollen. Er wollte auf eine bestimmte Weise Jesus Christus nachfolgen und die bleibt bis heute extrem herausfordernd.
Franziskus bietet jedem, der danach sucht, Anknüpfungspunkte und Möglichkeiten der Identifikation: Die Klimabewegung erkennt in ihm den Umweltschützer der ersten Stunde. Tierschützer berufen sich auf ihn, für Gläubige ist er in seiner Kompromisslosigkeit ein Vorbild im Glauben. Wurde da ein Bild geschaffen, das sich jeder so machen kann, wie man es gerade braucht?
Er ist natürlich in einem ganz hohen Maße Projektionsfläche. Das war er von Anfang an. Die Päpste haben ihn benutzt, gleichzeitig haben sich radikale Kritiker der Päpste auf ihn berufen. Das liegt auch daran, dass unser Wissen über ihn begrenzt ist. Trotzdem haben Tierschützer ein gutes Recht, sich auf ihn zu beziehen. Er war kein Ökologe in unserem modernen Sinne und übrigens auch kein Vegetarier. Aber er hat eine Sensibilität für Tiere gehabt, die außerordentlich ist. Das kann man in das 21. Jahrhundert übertragen. Die Friedenssuchenden können sich auf jemanden berufen, der den Friedensgruß eingeführt hat.
Dass allerdings die italienische Rechte sich auf ihn beruft, halte ich für fragwürdig. Natürlich gibt es eine bestimmte Tradition der Literatur, auf die sich Giorgia Meloni beruft – die Schaffung der italienischen Sprache. Aber wenn Franziskus etwas gewollt hat, dann war es, sich den Menschen am Rande der Gesellschaft zuzuwenden. Er ist zu den Leprakranken gegangen und hat sie umarmt. Franziskus steht nicht bereit für eine politische Vereinnahmung, in der Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder sexuellen Orientierung ausgegrenzt werden. Das ist Missbrauch.
Sie spielen darauf an, dass Italiens Regierung in diesem Jubiläumsjahr den 4. Oktober zum nationalen Feiertag erklärt – was genau kritisieren Sie daran?
Giorgia Meloni ist es auf eine beeindruckende Weise gelungen, mit einem fast einstimmigen Parlamentsbeschluss die Parteien Italiens hinter sich zu bringen, im Namen von Franz von Assisi. Sie macht sich damit zu einer Vertreterin der gesamten italienischen Nation, die von tiefen politischen Gräben gespalten ist. Sie betreibt eine ausgrenzende Politik gegenüber Migranten und schränkt Rechte von queeren Menschen ein. Das sind politische Handlungsformen, die sich nicht auf Franziskus berufen können.
Und auch wenn sie von sich sagt, dass sie keine Faschistin, sondern Postfaschistin ist, steht sie in einer gewissen Tradition zu Benito Mussolini. Mussolini hat in den 1920er Jahren Franziskus auch benutzt, indem er ihn als nationale Ikone inszenierte. Er hat ein eigenartiges Spiel mit dem Vatikan geführt. Das war in der Situation, in der der Papst nach der Einnahme des Kirchenstaats ein "Gefangener des Vatikans" war. Durch die Lateranverträge mit Mussolini bekam der Papst wieder mehr Beinfreiheit und in diesem Zusammenhang steht auch, dass Mussolini Franz von Assisi zum Nationalheiligen Italiens erklärte.
Was waren seine Beweggründe?
Mussolini wusste natürlich, dass er über ein katholisches Land regiert. Er wusste, dass die dauerhafte Spannung mit dem Papst ihm nicht guttun würde und er umgekehrt sehr schnell sehr gut dastehen würde, wenn er Frieden mit dem Papst schafft. Und das hat er erreicht, der Papst hat ihm dadurch zu Ansehen geholfen.
Das Image von Franziskus ist das eines sanften Menschen, der mit den Vögeln spricht und Wölfe zähmt, der Friedensapostel und Umweltfreund. Stimmt das eigentlich mit der historischen Figur überein? Was weiß man über ihn?
Wenig weiß man gesichert. Wir haben einige Schriften von ihm. Das sind vornehmlich die Ordensregeln, unser Testament und einige große meditative Texte. Das ist das, was wir sicher wissen. Dann haben wir sehr frühe Biografien, die aber von vornherein im Dienst der Heiligsprechung von Franz von Assisi standen. Und jemand, der eine Biografie für eine Heiligsprechung schreibt, wird naturgemäß bestimmte Informationen, vorsichtig gesagt, filtern oder schönen. Das heißt, wir müssen im Grunde von Anfang an mit diesen Biografien kritisch umgehen.
Trotzdem kann man durch diesen Filter hindurchschauen. Es ist glaubwürdig, dass Franz von Assisi ein besonderes Verhältnis zu den Tieren hatte. Es ist glaubwürdig, dass er auf Vögel zugegangen ist und sie mit den Worten der Bergpredigt gepriesen hat als diejenigen, die die Fürsorge Gottes in dieser Welt zeigen. Was nicht glaubwürdig ist, allein, weil es viel zu spät berichtet wird, ist der Friedensschluss, den er mit einem Wolf für die Stadt Gubbio geschlossen hat. Das sind spätere Erfindungen und Legenden.
Was durchdringend ist, ist, dass er durchaus auch ein Bußprediger war, ein Gerichtsprediger. Das tritt auch in den Originaltexten, die wir von ihm haben, hervor. Selbst in dem Sonnengesang ist von dem "zweiten Tod" die Rede. Es geht also um einen Vorgang einerseits des natürlichen Todes und andererseits der Verteilung auf Gerichtsort und Himmel im Jenseits. Er droht mit dem Gericht, er ruft zur Buße auf und er tritt dabei nach den Berichten, die wir haben, als jemand auf, der sich auch schon im Äußeren als Außenseiter der Gesellschaft zeigt, der wild auftritt, dessen Kleidung nicht ordentlich ist, dessen Frisur nicht ordentlich ist, der einen wilden Blick hat. Ich glaube nicht, dass diejenigen, die einen kleinen Franz mit Vögelchen im Vorgarten stehen haben, gerne diesem echten Franz begegnen würden.
Sie haben eine Biografie über ihn geschrieben. Was fasziniert Sie am meisten an ihm?
Was mich fasziniert, gerade als evangelischer Autor, ist, dass jemand so radikal für ein Armutsideal steht und sich dann ausgerechnet mit der Kirche unter Innozenz III. einlässt, mit einem der machtgierigsten Päpste der Geschichte überhaupt. Das war für mich als evangelischen Theologen schwer verstehbar und durch das Schreiben der Biografie ist mir klar geworden, dass das stark biografische Hintergründe hat: Im Konflikt mit seinem Vater hat er Schutz beim örtlichen Bischof und dann letztlich auch beim Papst gefunden und hat die Kirche tatsächlich in diesem klassischen Bild als "Mutter Kirche" wahrgenommen. Das hat mich überrascht, fasziniert und hat gleichzeitig die Herausforderung, die in diesem Mann steckt, und die Frage "Wie will ich als Christ eigentlich leben?" noch mehr verstärkt.“
https://www.domradio.de/artikel/historiker-beleuchtet-faszination-fuer-den-heiligen-franziskus
Auf in die Welt
„Die Brüder schließen sich nicht ab; sie wandern durch ganz Europa, um allen Geschöpfen dieser Welt die Frohe Botschaft zu verkünden und Zeugnis für den Gott zu geben, der selbst ein armer Mensch wurde. Franziskus wurde immer mehr zum Freund der Armen und zu einem Friedensstifter. So reiste er auch in den Orient, um in dem erbitterten Krieg der Kreuzzüge der Christen gegen die Moslems friedlich über den Glauben zu sprechen. Da er und seine Brüder nicht bewaffnet waren und nicht im Auftrag der Kreuzzug-Ritter unterwegs waren, kam es sogar zu einer Begegnung mit dem Sultan. Franziskus war beeindruckt von manchen Riten der Moslems, wie z.B. dem Gebetsruf der Muezzine, so dass er nach seiner Rückkehr, ein Schreiben an die Regierenden der Völker verfasste, mit der Bitte, sie sollen hörbare Zeichen zum Lobe Gottes setzten.
Die Gemeinschaft wuchs. Franziskus stand vor der Herausforderung der Brüdergemeinschaft eine Grundlage des Zusammenlebens zu geben. So schreibt er im ersten Kapitel die Regel: „Leben und Wirken der Brüder ist, das heilige Evangelium zu beobachten, durch ein Leben in Gehorsam, ohne Eigentum und in Keuschheit.“ Im Jahre 1223 bestätigte Papst Honorius III endgültig die Lebensweise der Minderen Brüder.“
https://franziskaner-helfen.de/warum-wir-helfen/der-heilige-franziskus-franz-von-assisi/
Die Franziskaner wurden immer mehr, gingen in die Städte, gingen in die Länder.
Bei einem Menschen ist es schon schwer vorstellbar, dass er sich an die reine Lehre hält, sobald er Einfluss, Macht und Geld erhält. Bei einer kleinen Gruppe noch weniger, bei einer größeren Gruppe überhaupt nicht.
Insgesamt gesehen haben die Franziskaner im Laufe der Jahrhunderte viel Gutes getan, aber auch einiges an weniger Gutem.
Auf jeden Fall dienten sie der reichen Katholischen Kirche als notwendiges Feigenblatt. Der immer stärker werdenden aufständischen Armuts-Bewegung konnte sie schließlich Herr werden durch die Franziskaner in ihren eigenen Reihen.
„Da, seht, sind wir nicht selbst für die Armen und die Armut?“
Dieses Mittel wird auch heute noch gerne in der Politik angewandt. Ist ein Argument oder eine Bewegung nicht totzukriegen, dann verbünde dich mit ihr (oder zumindest einem Teil davon) und verweise darauf: „Ja, denken und wollen wir denn nicht das Gleiche?“
Jubiläumsjahr
Ankündigungen im Januar
„Das Heilige Jahr ist vorbei, das Jubiläumsjahr in Assisi wird eröffnet. 800 Jahre nach seinem Tod steht der Heilige Franziskus im Mittelpunkt der Feierlichkeiten. Erneut wird ein Ablass zur Erlassung der Sündenstrafen ermöglicht.
In Assisi ist das Jubiläumsjahr aus Anlass des Todes des Heiligen Franziskus vor 800 Jahren eröffnet worden. Die Feierlichkeiten dauern bis zum 10. Januar 2027 an …
Aus Anlass des 800. Todesjahres von Italiens berühmtestem Heiligen stehen 2026 mehrere religiöse Feiern an. Höhepunkt ist der Todestag am 3. Oktober. Das Parlament in Rom hat vor drei Monaten mit großer Mehrheit den darauf folgenden Franziskus-Tag (4. Oktober) erneut auf Dauer zum gesetzlichen Feiertag für ganz Italien gemacht.
Bereits vom 22. Februar bis zum 22. März sollen die sterblichen Überreste des Heiligen aus dem Sarkophag entnommen und sichtbar zur Verehrung aufgebahrt werden. Schon über 300.000 Personen haben sich für einen Besuch angemeldet, wie die verantwortlichen Franziskaner-Minoriten (Konventualen), welche die Basilika San Francesco mit dem Grab des Heiligen betreuen, gegenüber DOMRADIO.DE berichten.
Bei der Eröffnungszeremonie des Jubiläumsjahres in der Kirche Santa Maria degli Angeli (Portiuncula) unterhalb von Assisi wurde am Sonntag eine Botschaft von Papst Leo XIV. an die Oberen der franziskanischen Ordensgemeinschaften verlesen.
Darin betont der Papst die Aktualität der radikalen Friedensbotschaft des weltweit populären Heiligen. Ferner wurde bekanntgegeben, dass die zuständige Buß-Behörde im Vatikan aus Anlass des Jubiläumsjahres einen vollkommenen Nachlass der Sündenstrafen (Ablass) gewährt. Er kann außer in Assisi weltweit in jeder Franziskus geweihten Kirche erlangt werden.“
National-Feiertag
„Ab 2026 wird der 4. Oktober wieder zum italienischen Nationalfeiertag. Diese Entscheidung wurde mit einem 2025 verabschiedeten Gesetz getroffen, das den Tag des Heiligen Franz von Assisi nach seiner Abschaffung im Jahr 1977 wieder in den Kalender der gesetzlichen Feiertage aufnimmt, mit konkreten Auswirkungen auf die Arbeit und das tägliche Leben. Es handelt sich dabei weder um eine folkloristische Rückkehr noch um ein nostalgisches Zugeständnis. Es ist eine Entscheidung, die etwas Konkretes darüber aussagt, was dieses Land nach wie vor als wesentlich anerkennt.
Der Heilige Franziskus ist seit 1939 der Schutzpatron Italiens, als Pius XII. ihn zusammen mit der Heiligen Katharina von Siena dazu ernannte. Aber dieser Titel blieb nie auf eine offizielle Formel beschränkt. Franziskus durchzieht die italienische Geschichte auf karstige Weise: in der Landschaft, in der Kunst, in der Sprache, in einer bestimmten Art, Armut, Schönheit und die Beziehung zur Schöpfung zu verstehen. Den 4. Oktober als Nationalfeiertag anzuerkennen bedeutet, einer Verbindung, die de facto nie abgebrochen ist, eine zivile Form zu geben.
Dieser Tag spricht Gläubige und Nichtgläubige gleichermaßen an. Frieden, Dialog, Aufmerksamkeit für die Schwächsten, Respekt vor der Umwelt sind keine Begriffe einer einzigen Tradition, sondern mögliche Berührungspunkte in einer fragmentierten, oft aggressiven Zeit. In diesem Sinne spaltet der Nationalfeiertag des Heiligen Franziskus nicht, sondern verbindet. Er verlangt keine ideologische Zugehörigkeit, sondern lädt dazu ein, zumindest für einen Tag bei Werten zu verweilen, die nichts von ihrer Dringlichkeit verloren haben.
Für die franziskanischen Gemeinschaften bleibt der 4. Oktober natürlich das Herzstück des Jahres. Mönche, Klarissen und Tertiarier erleben ihn als einen Moment tiefer Erneuerung, als Rückkehr zu den Ursprüngen. Aber Franziskus gehört nicht nur der Kirche. Er ist eine Figur, die zu verschiedenen Welten, zu weit voneinander entfernten Sensibilitäten gesprochen hat und weiterhin spricht. Von Giotto bis Dante, von Dostojewski bis Gandhi hat sein Wirken überall Spuren hinterlassen, wo jemand bereit war, sich nach dem letzten Sinn der Dinge zu fragen.
Dieses Fest erinnert auch an eine Verantwortung. Italien bewahrt die franziskanischen Stätten: natürlich Assisi mit seinen Basiliken und Fresken, aber auch eine Vielzahl von Einsiedeleien, Klöstern und Kirchen, die über die gesamte Halbinsel verstreut sind. Orte, die nicht nur künstlerisches Erbe sind, sondern lebendige Räume, die auch heute noch von Stille, Wesentlichkeit und Frieden erzählen. Sie zu feiern bedeutet, sie nicht in unbewegliche Relikte zu verwandeln, sondern sie begehbar zu halten.“
Gedenk-Tag
„Assisi wird schon das ganze Jahr über von Menschen geflutet, die Franziskus zu seinem 800. Todestag ehren wollen. Am Gedenktag selbst reist sogar Italiens Staatspräsident an. Doch das Ereignis soll über Italien hinausstrahlen.
Zum 800. Todestag des heiligen Franziskus erwartet Assisi Tausende Besucher, darunter auch Prominente aus Kirche und Politik. "Die ganze Welt" sei eingeladen, am ersten Oktober-Wochenende persönlich oder über die Medien an den Feiern zu Ehren Franz von Assisis teilzunehmen, sagte der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Matteo Maria Zuppi, in Rom bei der Vorstellung des Programms.
Staatspräsident Sergio Mattarella will demnach am Festgottesdienst am Sonntag in der Franziskus-Basilika teilnehmen und anschließend eine Rede an die Nation halten. Als päpstlicher Beauftragter reist Kurienkardinal Ángel Fernández Artime an.
Franz von Assisi, 1181 oder 1182 als Sohn eines reichen Kaufmanns geboren, begann mit Mitte 20 ein Leben als Bettel-Prediger und gründete später einen Orden. Der Nationalheilige Italiens und Dichter des "Sonnengesangs" ist Patron unter anderem der Umwelt und der Tiere sowie Symbolfigur für Frieden und interreligiösen Dialog. Er starb am Abend des 3. Oktober 1226.
"In Assisi sehen wir Pilger aus aller Welt, ebenso 'Freunde' von Franziskus, auch aus vielen anderen Glaubensrichtungen und Kulturen", sagte Bruder Marco Moroni, Kustos des Konvents an der Franziskus-Basilika, der Katholische Nachrichten-Agentur (KNA). Franziskus baue "weiterhin Brücken in die ganze Welt".
Kardinal Zuppi erinnerte an das Vorbild des Heiligen für Solidarität und Liebe. "In einer Zeit, die von scheinbar ausweglosen Konflikten geprägt ist, erinnert uns sein Beispiel daran, dass Frieden keine Utopie, sondern ein konkreter Weg ist», so der Erzbischof von Bologna. "Dem heiligen Franziskus vertrauen wir Italien, Europa und eine Welt an, die sich noch immer zu ängstlich fühlt, die Waffen niederzulegen."
Zu den wichtigsten Punkten des umfangreichen Programms zählt eine Messe am Samstagvormittag in der Basilika Santa Maria degli Angeli nahe Assisis Bahnhof. Die Kirche wurde über der kleinen Portiuncula-Kapelle errichtet, in der Franziskus starb. Am Nachmittag findet in der Oberstadt ein Gedenken der letzten Stunden im Leben des Franziskus statt. Danach beginnt bei Santa Maria degli Angeli eine historische Fahnenprozession.
In der Basilika selbst folgt ab dem späten Nachmittag eine Messe, die unter anderen von Kardinal Artime und Assisis Bischof Felice Accrocca geleitet wird. Am Abend schließt sich dort eine nächtliche Wallfahrt zu wichtigen Stationen im Leben des Heiligen an, etwa die Kirche San Damiano oder die Basilika Santa Chiara.
Die Wallfahrt endet an der Franziskus-Basilika in der Oberstadt, wo sein Grab ist. Auf der zentralen Piazza wird zugleich am Abend ein Fest mit Verkostung regionaler Produkte gefeiert, abgeschlossen um Mitternacht mit einer Messe in der Franziskus-Basilika.
Am Sonntagmorgen führt eine Fahnenprozession vom Gemeindeplatz zur Franziskus-Basilika, wo dann die Festmesse unter anderen mit den Kardinälen Zuppi und Artime sowie Vertretern der Franziskaner zelebriert wird.
Anschließend hält Staatpräsident Mattarella von der Loggia des Sacro Convento eine Rede an die Nation; Moroni spricht ein Grußwort namens der aus sechs Gemeinschaften bestehenden franziskanischen Ordensfamilie. Die Feiern enden am Nachmittag mit einer Vesper, einer Prozession und dem Segen von Bischof Accrocca für Italien und die Welt.
Der seit dem Frühjahr amtierende Bischof verwies auf das beherzte Eintreten des Heiligen für Verständigung mit anderen Religionen. Mitten im Kreuzzug gelang es ihm, den Sultan im Heerlager der Sarazenen aufzusuchen. "Dieser wehrlose Mann durchbrach Mauern, an denen die Kriegsmaschinen seiner Zeit scheiterten."
Auch heute brauche es mutige Initiativen, so der Bischof. Konkret forderte er Freiwilligencamps etwa mit jungen Menschen aus Russland und der Ukraine, aus Israel und Palästina. Franziskus sei es gelungen, Grenzen zu überwinden, sagte Accrocca. "Er liegt nicht acht Jahrhunderte hinter uns - in Sachen Frieden und Versöhnung ist Franziskus uns immer noch voraus."“
https://www.domradio.de/artikel/das-programm-assisi-zum-800-todestag-des-heiligen-franziskus
Ich bin Philanthrop, Demokrat und Atheist. Rupert Regenwurm
Das Böse verlachen
- Satire, Realsatire, ernst Gemeintes -
Wir werden von Idioten regiert!?
Im neuen Wochenkommentar blicken wir heute einmal auf die Qualität des europäischen Regierungspersonals, natürlich anhand aktueller Beispiele.
https://www.servustv.com/de/page/AACCI60W3FKU4YWZHT5W?cid=55eeddc0-1569-43d1-957d-0985d490475c
Merz vs. Gendern - bis zu dieser Rede
https://www.youtube.com/watch?v=T6pxsj8psQc
Game of Thrones - Philipp Amthor Edition
https://www.youtube.com/watch?v=E0k0SpYRfJc
Dream Team, sharmuta
https://www.youtube.com/watch?v=eyO25BWQfGw
Kinderkönig Philipp der Erste
https://www.youtube.com/watch?v=ovxqsYugSb0
Simone Solga: Das Brandmauer-Urinal | Rotgrün und die Berliner Linke + ein Lob auf Amthor Folge 235
https://www.youtube.com/watch?v=AOK4ci2Re4g
zwei links - zwei rechts | Steimles Aktuelle Kamera #241
https://www.youtube.com/watch?v=AjVGDtk44p8
HallMack Aktuelle Kamera 264 - Der Fuchs im Kanzleramt
https://www.frei3.de/post/a2be7ede-a803-45b8-8303-316ccf869665
HallMack Aktuelle Kamera 265 - Wehrpflicht: Aufsitzen! Weiter vorwärts, Marsch!
https://www.frei3.de/post/79dbaac0-69dd-4140-b753-7b385fa0ceb0
HallMack Aktuelle Kamera 266 - Steinmeiers vulgäre Demokraten
https://www.frei3.de/post/850378e3-a949-487e-be65-104608ce88b1
Wer hat den Linken zum Sieg verholfen?
https://www.youtube.com/watch?v=uRMHNTggbw8
Ferhat Kocak, trete zurück !
https://www.youtube.com/watch?v=JBDbyfjCD2I
Diese Debatte nervt !!
https://www.youtube.com/watch?v=3DkEuAucqMU
Zwei Pässe, ein Trikot ?
https://www.youtube.com/watch?v=NHlGy2V3i94
Was eine Begegnung !
https://www.youtube.com/watch?v=_egDmQbnkys