Mit dem Regenwurm ist es so eine Sache. Meist nimmt ihn keiner wahr und ernst nehmen tut ihn kaum jemand. Und doch: meist ist er da und oft auch wichtig. Ein eigenes Leben hat er allemal, wenn auch überwiegend unter der Erde - da wühlt und gräbt er sich durch alles durch und kommt mit allem in Kontakt, was es da so gibt im Wurzelbereich und drunterhinaus. Was dahin gerät - und das meiste kommt früher oder später mal da an - betrifft ihn und seine Freunde. Ab und zu kommt Rupert (so der Name des Regenwurms) an die Erdoberfläche, um zu sehen, was die da oben schon wieder alles treiben. Und gibt Kunde davon seinen staunenden Kumpels im Erdreich und jenen über der Erde, die sich für ihn interessieren.

Offensichtlich werden Wetterkarten manipulativ gestaltet, um die gewünschte Reaktion beim Publkum hervorzurufen: je röter, umso wärmer bzw. heisser, umso schlimmer.

Warum?

 

Es beginnt noch recht nett:

 

Schatz, das Wetter ist wunderschön

Da leid ich's net länger zu Haus.

Heute muss man ins Grüne gehn

In den bunten Frühling hinaus!

Jeder Bursch und sein Mäderl,

Mit einem Fresspaketerl,

Sitzen heute im grünen Klee -

Schatz, ich hab' eine Idee:

 

Plötzlich ist’s aus mit der Idylle und wird etwas böse:

 

Schau, die Sonne ist warm und die Lüfte sind lau

Geh' ma Tauben vergiften im Park!

Die Bäume sind grün und der Himmel ist blau

Geh' ma Tauben vergiften im Park!

Wir sitzen zusamm' in der Laube

Und a jeder vergiftet a Taube

Der Frühling, der dringt bis ins innerste Mark

Beim Taubenvergiften im Park

 

Schatz, geh, bring das Arsen g'schwind her,

Das tut sich am besten bewähr'n.

Streu's auf a Grahambrot kreuz über quer

Und nimm's Scherzel, das fressen's so gern!

Erst verjag'mer die Spatzen,

Denn die tun'am alles verpatzen.

So a Spatz ist zu g'schwind, der frisst's Gift auf im Nu

Und das arme Tauberl schaut zu!

 

Ja, der Frühling, der Frühling, der Frühling ist hier!

Geh' ma Tauben vergiften im Park!

Kann's geben im Leben ein größres Plaisir,

Als das Tauben vergiften im Park?

Der Hansl geht gern mit der Mali,

Denn die Mali, die zahlt's Zyankali.

Die Herzen sind schwach und die Liebe ist stark,

Beim Tauben vergiften im Park...

Nimm für uns was zu naschen -

In der anderen Taschen!

Geh' ma Tauben vergiften im Park!

 

https://www.youtube.com/watch?v=B2PH3hXSA0Y

 

Vor 100 Jahren wurde Georg Kreisler geboren. Mensch sollte sich nicht ins Bockshorn jagen lassen und ihn auf makabre, dadaistische oder wortwitzige Lieder reduzieren. Auch wenn sein bekanntestes Lied „Frühlingslied“ („Tauben vergiften im Park“) noch so schön sein mag – wichtig war (und ist) er durch sein politisches Engagement und die entsprechenden Lieder.

 

Mit der deutschen Bevölkerung ist gut Schlitten fahren. Es gibt kaum ein zweites Volk, das sich zutiefst beleidigen lässt und sich seinen Beleidigern auch noch unterwirft.

Auch, wenn die beiden Fälle nicht miteinander vergleichbar sind, zeigt sich dies in Ereignissen der letzten Woche: Ferda Ataman wird Antidiskriminierungsbeauftragte der Bundesregierung und Andrij Melnyk wird als Botschafter von der Ukraine abberufen.

 

Seit langem erhofft oder befürchtet, auf jeden Fall erwartet: Uwe Tellkamps neues Buch „Der Schlaf in den Uhren“ ist erschienen.

Was mensch auch immer davon halten mag – es offenbart Glanz und Elend des deutschen Bildungs-Bürgertums.

 

Vor 200 Jahren starb E.T.A. Hoffmann.

Aus „Wikipedia“: „E. T. A. Hoffmann (eigentlich Ernst Theodor Wilhelm Hoffmann, * 24. Januar 1776 in Königsberg, Ostpreußen; † 25. Juni 1822 in Berlin) war ein bedeutender deutscher Schriftsteller der Romantik. Außerdem wirkte er als Jurist, Komponist, Kapellmeister, Musikkritiker, Zeichner und Karikaturist.“

https://de.wikipedia.org/wiki/E._T._A._Hoffmann

 

Den dritten Vornamen „Wilhelm“ änderte er aus Bewunderung für Wolfgang Amadeus Mozart in „Amadeus“ (deshalb „E.T.A.“).

Als Schriftsteller tätig war er lediglich die letzten 13 Jahre seines Lebens. Da schuf er Bedeutendes und Wegweisendes. Allerdings sollte mensch es bleiben lassen, ihn in eine Schublade zu stecken. Zu vielschichtig ist sein Werk, um ihn allein als Vertreter von „Romantik“ oder „Phantastik“ gelten zu lassen.

Inspirierend auf nachfolgende Generationen war er auf jeden Fall tätig. Unter anderem in der Oper „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach. Anna Netrebko und Elīna Garanča singen das bekannteste Stück daraus:

 

https://www.youtube.com/watch?v=0u0M4CMq7uI