Mit dem Regenwurm ist es so eine Sache. Meist nimmt ihn keiner wahr und ernst nehmen tut ihn kaum jemand. Und doch: meist ist er da und oft auch wichtig. Ein eigenes Leben hat er allemal, wenn auch überwiegend unter der Erde - da wühlt und gräbt er sich durch alles durch und kommt mit allem in Kontakt, was es da so gibt im Wurzelbereich und drunterhinaus. Was dahin gerät - und das meiste kommt früher oder später mal da an - betrifft ihn und seine Freunde. Ab und zu kommt Rupert (so der Name des Regenwurms) an die Erdoberfläche, um zu sehen, was die da oben schon wieder alles treiben. Und gibt Kunde davon seinen staunenden Kumpels im Erdreich und jenen über der Erde, die sich für ihn interessieren.

Geschichte ist das, was die Gegenwart an ihr interessiert.

Dieser Satz passt sehr gut zur „Heiligen Allianz“, die vor 200 Jahren von Russland, Preußen und Österreich ins Leben gerufen wurde. Die Bewohner des Erdreichs hätte dieser Jahrestag bis vor Kurzem kaum interessiert, aber Ereignisse der letzten Zeit, die eindeutig in eine ungute Richtung weisen, veranlassen den Wurm, sich Gedanken über die „Heilige Allianz“ und das deutsch-russische Verhältnis zu machen.

„Krokodilstränen der internationalen Verbrecherbande“ und „Verbrechen, Dummheit, Irrsinn: europäische Flüchtlings-Politik“ hießen die Beiträge, die der Wurm dieses Jahr der Flüchtlings-Thematik gewidmet hat.

In den letzten Wochen ist gerade die deutsche Politik noch dümmer, irrsinniger, heuchlerischer und vor allem verantwortungsloser geworden bis hin zur eigenen Bankrott-Erklärung. Der „Freeman“ schreibt dazu:

„Was hat die "Mutti aller Flüchtlinge" am Freitag noch verkündet? Es gebe keine Obergrenze für Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen wollen. Alle sind willkommen, nur herein damit. Zwei Tage später ist die Grenze zu Österreich dicht, der Bahnverkehr eingestellt, das Schengener Abkommen ist außer Kraft gesetzt, denn die Flasche Thomas die Misere ordnete die Wiedereinführung von Kontrollen an den Landesgrenzen an. Er musste reagieren, denn die Länderchefs haben den Notfall ausgerufen, weil wegen der Flüchtlingsflut völlig überfordert und verlangen, keine unkontrollierte Einwanderung mehr. Allein an diesem Wochenende trafen 19'000 Migranten in München ein. Was für eine Wende, nach dem Motto, was kümmert mich mein Geschwätz von gestern? Von, alle Tore sind für die Einwanderung der Massen offen, innerhalb kürzester Zeit zu, Deutschland wird dichtgemacht. Nicht zu fassen wie inkompetent, unglaubwürdig und völlig bescheuert das Regime in Berlin ist. Es zeigt den totalen Bankrott von Merkels Flüchtlingspolitik.

Jetzt hat Deutschland wieder die Uhr zurückgedreht und die europäische Steinzeit eingeführt, hat Österreichs Außenminister Sebastian Kurz die Grenzkontrollen und Aussetzung des Bahnverkehrs bezeichnet. Wien wird deshalb ebenfalls die Grenzen kontrollieren müssen, sonst bleiben zigtausende Migranten in Österreich hängen, die Merkel mit ihrer Einladung angelockt hat. Auch Tschechien wird die Grenzen strenger kontrollieren. Frankreich hat es auch vor und Dänemark hat Grenzkontrollen zu Deutschland bereits vollzogen. Den freien Reiseverkehr, den die EU-Turbos immer so stolz als besondere Errungenschaft der EU verkünden, gibt es nicht mehr.“

http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2015/09/der-totale-bankrott-merkels.html

„Männer, Frauen und Sprache - der nächste Versuch: Frank Plasberg wird in seiner Talkshow "Hart aber fair" am Montag im Ersten (21 Uhr) dieselben Gäste wie am 2. März begrüßen - und noch zwei weitere. Das teilte die ARD-Programmdirektion am Freitag mit. Der Titel der Sendung lautet: "Der Gender-Streit - Was darf zu Mann und Frau gesagt werden?"

Die Ausgabe "Nieder mit den Ampelmännchen" vom 2. März war von Frauenverbänden und Gleichstellungsbeauftragten heftig kritisiert worden. Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) hatte die Sendung danach zunächst aus der Mediathek genommen und nach Protesten dagegen bald darauf wieder eingestellt.“

http://www.spiegel.de/kultur/tv/hart-aber-fair-zum-gender-thema-neuer-plasberg-talk-in-alter-besetzung-a-1051537.html

Wer glaubt, es gäbe nichts Neues unter der Sonne, der täuscht sich. Erst wird in einer Talkshow Blödsinn daher geredet, dann nach Protesten aus der Mediathek genommen (was gar nicht gefordert wurde), dann nach Protesten wieder in die Mediathek rein genommen und als Höhepunkt mussten der selbe Moderator und die selben Gäste noch mal über das selbe Thema reden.

Sie hätten es auch bleiben lassen können.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/hart-aber-fair-zu-gleichberechtigung-experiment-gescheitert-a-1051723.html

Für Wirbel sorgt derzeit eine Studie von Wolfgang Storz für die der IG Metall nahe stehende Otto-Brenner-Stiftung, die sich mit der deutschen „Gegen-Öffentlichkeit“ beschäftigt. Schwerpunkte sind Jürgen Elsässer/Compact, Ken Jebsen/KenFM, der Kopp-Verlag und die Montagsmahnwachen.

Sehr wahrscheinlich handelt es sich um eine Auftragsarbeit mit dem Ziel, diese negativ darzustellen.

Dummerweise von jemandem erstellt, der bislang kaum eine Ahnung von dieser Gegen-Öffentlichkeit hatte, die ihm völlig fremd ist und in die er sich nicht hinein versetzen kann. Der offensichtlich nur wenig von den neuen Medien versteht und extrem schlampig und oberflächlich gearbeitet hat. Also auch sehr leicht auch für den Laien durchschaubar.

Dass die Staatsmedien das mehr oder weniger 1:1 wieder gegeben haben, spricht genauso für deren oberflächliches und tendenziöses Arbeiten.

Die Erkenntnis ist nicht neu, sei aber gerne wiederholt: früher wurde mensch von halbwegs intelligenten Menschen auf halbwegs intelligente Art und Weise verarscht. Heute wird er von dummen Menschen für dumm verkauft.

Hier ist die "Studie":

https://www.otto-brenner-shop.de/publikationen/obs-arbeitspapiere/shop/obs-arbeitspapier-nr-18-querfront-karriere-eines-politisch-publizistischen-netzwerks.html

Auch dokumentiert von den „Nachdenkseiten“:

http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/150816-20150812-AP18-querfront.pdf

Die Otto-Brenner-Stiftung bietet einen kleinen Überblick dazu und dem medialen Echo:

https://www.otto-brenner-stiftung.de/otto-brenner-stiftung/aktuelles/querfront-karriere-eines-politisch-publizistischen-netzwerks.html

Unter anderem gibt es die Pressemitteilung der Otto-Brenner-Stiftung, in der das Werk abwechselnd als „Recherche-Studie“, „Kurz-Studie“ oder als „Studie“ bezeichnet wird. Die Staatsmedien haben es meistens als „Studie“ vorgestellt. Eine Studie von der renommierten Otto-Brenner-Stiftung – da muss ja was dran sein.

Mittlerweile scheint es dem Autoren so peinlich zu sein, dass er es lediglich als „Arbeitspapier“ bezeichnet.

So oder so – es ist dermaßen daneben, dass es nicht mal als Diskussionsgrundlage taugt.

Die OECD (https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_f%C3%BCr_wirtschaftliche_Zusammenarbeit_und_Entwicklung) hat eine Studie erstellt, wonach die meisten Industrieländer kein besonderes Interesse an einer adäquaten Besteuerung reicherer Menschen und Konzerne haben:

„In den meisten Industrieländern sind die Steuerbehörden offenbar nicht angemessen auf die Prüfung von Wohlhabenden eingerichtet. Zu diesem Schluss kommt die OECD in einer vergleichenden Studie - und mahnt die Steuerbehörden, ihrer reichen Klientel aufmerksamer auf die Finger zu schauen als bislang.

Die Industrieländerorganisation untersucht regelmäßig die Steuerverwaltungen ihrer Mitglieder. Die nun erschienene Studie "Tax Administration 2015" ist bereits die sechste derartige Publikation, sie vergleicht dabei sowohl die Strukturen als auch die Effektivität der Steuerbehörden in 56 Ländern.

Bereits in der Vorgängerstudie von 2009 war die steuerliche Behandlung von Reichen einer der untersuchten Aspekte - verbunden mit einem konkreten Ratschlag für die Steuerbehörden. In der nun erschienenen Studie ziehen die Autoren allerdings ein ernüchtertes Fazit über die Umsetzung: "Obwohl die Zahl und der Wohlstand der Reichen in den vergangenen Jahren offensichtlich deutlich gewachsen ist, haben nur relativ wenige Steuerbehörden spezielle Abteilungen für sie eingerichtet, wie es in der Studie von 2009 empfohlen wurde."

Konkret hatten nur 17, also rund ein Drittel der 56 untersuchten Länder eigene Abteilungen in den Steuerbehörden eingerichtet - Deutschland gehört nicht dazu. Und nur in fünf Staaten seien jene Abteilungen auch gut ausgestattet: Australien, Indonesien, Großbritannien, die USA - und ausgerechnet Griechenland. Das Krisenland hat eine entsprechende Abteilung demnach im Laufe des Jahrs 2013 eingerichtet.