https://www.youtube.com/watch?v=RsjcPamBP10

 

Boris Reitschuster in der Freiheit in Moskau.

Wer ausschließlich oder hauptsächlich den politisch-medialen Komplex in Deutschland konsumiert und das Land als überdimensionales Gefängnis mit zahlreichen Gängelungen bis hin zu Ausgangssperren wahrnimmt, wird sehr erstaunt sein, wie es im Rest der Welt so zugeht.

 

Quarantänevorschriften in Deutschland

 

Frank W. Haubold, 30.04.2021: „Wenn es noch eines Beleges bedürfte, wie sehr sich die Bundesregierung und die Länder von den Gesetzen der Logik und der Angemessenheit verabschiedet haben, dann wäre dies der Umgang mit Bürgern, die die Unverfrorenheit besitzen, sich zumindest zeitweise aus dem „besten Deutschland, das es jemals gegeben hat“ zu absentieren.

Hierzu wird seit Jahr und Tag eine willkürlich festgelegte Inzidenz von 50 missbraucht, die das Zielland bei Überschreitung automatisch zum „Risikogebiet“ erklärt. Die Kanaren mit einer Inzidenz von knapp über 50 sind also offiziell ein „Risikogebiet“, obwohl die Inzidenz in Deutschland selbst derzeit bei über 170 liegt! Auf die naheliegende Idee, nur Länder mit einer höheren Inzidenz als Deutschland als Risikogebiete auszuweisen, kommt man in Berlin oder beim Robert-Koch-Institut (RKI) natürlich nicht, denn das wäre ja dann logisch nachvollziehbar.

Viel eher versucht man durch restriktive Einreiseregelungen, die Bürger an Reisen selbst in Niedriginzidenzgebiete zu hindern. Dies geschieht auf der Grundlage einer „Muster-Quarantäneverordnung“, die als Empfehlung für die eigentlich zuständigen Bundesländer gilt. Dort ist ausgeführt: „Personen, die auf dem Land-, See- oder Luftweg aus dem Ausland [in das Land/den Freistaat/die Freie Hansestadt Bremen/die Freie und Hansestadt Hamburg] einreisen und sich zu einem beliebigen Zeitpunkt in den letzten zehn Tagen vor Einreise in einem zum Zeitpunkt der Einreise als Risikogebiet im Sinne des § 2 Nummer 17 des Infektionsschutzgesetzes mit einem erhöhten Risiko für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 eingestuften Gebiet (Risikogebiet) aufgehalten haben, sind verpflichtet, sich unverzüglich nach der Einreise auf direktem Weg in die Haupt- oder Nebenwohnung oder in eine andere, eine Absonderung ermöglichende Unterkunft zu begeben und sich für einen Zeitraum von zehn Tagen nach ihrer Einreise ständig dort abzusondern.“ Diesen Zeitraum kann man nur mit Hilfe eines negativen Corona-Testes auf minimal fünf Tage verkürzen.

Konnte man dieser Regelung vor der nachgeschobenen Testpflicht für Einreisende noch eine gewisse Berechtigung zubilligen, so ist sie heute, da alle Einreisenden einen negativen Test nachweisen müssen, vollkommen sinnlos und mutiert zur reinen Schikane. In der Praxis bedeutet das, dass ein zweimal negativ getesteter Urlauber (einmal vor dem Urlaub und einmal maximal 48 Stunden vor der Einreise) sich dennoch in Quarantäne begeben muss und mit Bußgeldern bis zu 25.000 Euro bedroht wird, falls er dagegen verstößt. Epidemiologisch gesehen ist diese Restriktion natürlich vollkommen sinnlos und einzig dem erklärten Willen des Gesetzgebers geschuldet, Urlaubsreisen mit allen Mitteln zu erschweren, wenn er sie schon nicht ganz verbieten kann. Das ist keine Unterstellung, da entsprechende Äußerungen der Bundeskanzlerin öffentlich geworden sind. Zitat: „Warum können wir die Reisen nicht verbieten?“, soll die Regierungschefin gefragt haben. Man müsse „den Flugverkehr so ausdünnen, dass man nirgendwo mehr hinkommt“, sagte Merkel nach Angaben von Zuhörern der Schalte. Weiter sagt sie: „Man kann nur Reisen unattraktiv unangenehm machen, etwa durch Quarantäne. Sie fügte auch an, Deutschland brauche ein härteres Grenzregime.“

Auf Grund dieser Widersprüche fragte ich beim sächsischen Sozialministerium an, ob man die auch in Sachsen geltende Quarantäneregelung vor dem Hintergrund der verpflichtenden Tests vor Einreise zu ändern gedenke und wenn nein, warum nicht. Die bürokratentypische Antwort lautete: „Die Sächsische Corona-Quarantäne-Verordnung orientiert sich an der entsprechenden Muster-Verordnung des Bundes“, als sei damit alles erklärt. Eine Vorgabe aus Berlin auf ihre Sinnhaftigkeit zu überprüfen und die Möglichkeiten des Föderalismus ausschöpfen? Fehlanzeige.

Dass es auch anders geht, beweist das Land Nordrhein-Westfalen. Dort ist im § 4 (1) der Coronaeinreiseverordnung Nordrhein-Westfalen in der Fassung vom 17. April 2021 ausgeführt: „Die Pflicht nach Satz 1 besteht nicht für Personen, die sich höchstens 48 Stunden vor der Einreise oder unmittelbar nach der Einreise einer Testung auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 unterziehen oder unterzogen haben (Einreisetestung). Soweit eine Testmöglichkeit nicht unmittelbar am Ort der Einreise verfügbar ist, kann der Test innerhalb von 24 Stunden nach der Einreise nachgeholt werden.“

Offenbar gibt es in NRW noch Beamte, die ihren Verstand nicht an der Pforte abgegeben haben, sondern über die Sinnfälligkeit von Verordnungen nachdenken und entsprechend handeln.

Nun könnte der eine oder andere Leser meinen, dies sei ein Luxusproblem. Man müsse ja nicht im Ausland Urlaub machen, wo doch die Intensivstationen überfüllt seien und viele Menschen um ihre Existenz bangen müssten.

Abgesehen davon, dass es durch Urlaubsreisen in Niedriginzidenzgebiete eher weniger Intensivpatienten gibt, da durch die Testvorschriften Infektionen kaum mehr möglich sind, steht jedoch auch die wirtschaftliche Existenz Zehntausender Beschäftigter der Tourismusbranche auf dem Spiel. Mir sind mehrere Reisebüros persönlich bekannt, die kurz vor der Geschäftsaufgabe stehen. Zwar werden die Personalkosten durch die Kurzarbeiterregelung abgefangen, aber alle anderen Kosten wie die Mieten laufen weiter. Hält die Buchungsflaute bis zum Sommer an, ist die Insolvenz unausweichlich. Und welcher Berufstätige kann sich schon einen Griechenland- oder Spanienurlaub leisten, wenn er hinterher wertvolle Urlaubstage für eine völlig sinnlose Quarantäne opfern muss? Touristikunternehmen wie die TUI benötigen schon seit längerem Staatshilfen in Milliardenhöhe, wobei man sich immer vor Augen halten muss, dass es sich dabei um Steuergelder handelt.

Im Klartext: Die Bundesregierung und die meisten Bundesländer erhalten wider alle Logik eine ebenso sinnlose wie schikanöse Quarantäneregelung aufrecht, deren einziges Ziel es ist, Menschen nach dem Willen der Bundeskanzlerin von Urlaubsreisen abzuhalten, und nehmen dabei Schäden in Milliardenhöhe und den Verlust von Zehntausenden Arbeitsplätzen in Kauf. Ein Volk, das solche Amtsträger hat, braucht keine Feinde.

Nachtrag: Inzwischen hat sich die Bürgerbeauftragte des sächsischen Staatsministeriums mit der Nachricht gemeldet, dass derzeit über das Thema beraten wird. Immerhin…“

https://reitschuster.de/post/urlauber-sinnlose-quarantaenevorschriften-ruinieren-touristikbranche/

 

Russland

 

Boris Reitschuster, 23.05.2021: „Es fühlte sich an wie eine Zeitreise, in eine andere Epoche, vor Corona. Kaum ist man in Moskau angekommen, schon traut man seinen Augen nicht mehr. Schon am Flughafen sind viele Menschen ohne Maske unterwegs, obwohl diese dort vorgeschrieben ist. Auch der Taxifahrer trägt keine Maske und wundert sich, als ich ihm erzähle von den Corona-Regeln in Deutschland. „Ich habe immer wieder Fahrgäste aus dem Westen, die hier ihren Augen nicht trauen. Muss ja wirklich heftig sein bei Euch alles!“ Er fragt mich nach Details aus, was in Deutschland alles geschlossen und geöffnet ist. Dann meint er. „Da müssen Sie sich ja vorkommen, als ob Sie aus dem Gefängnis raus sind!“ In Moskau, erzählt er, sei alles offen. Und fährt extra – und ohne Aufpreis – einen großen Umweg über den Kreml und durch das Zentrum, um mir zu zeigen, wie die ganze Stadt die Samstagnacht feiert. Eine Begrüßungsschleife, die mich fassungslos macht. Fassungslos, weil der Unterschied im Vergleich zu Deutschland so riesig ist.

Nach Mitternacht habe ich mich zu einer kurzen Tour durch die Stadt aufgemacht – um die live für Sie zu übertragen. Sie sehen meinen nächtlichen Dreh mit der Erzählung über die ersten Eindrücke und Erlebnisse in der russischen Hauptstadt hier. Nach dem Dreh endete der Spaziergang dann noch auf der Polizei – wo ich einige Zeit verbrachte. Erst jetzt gegen vier Uhr bin ich im Hotel zurück, um etwas Geld ärmer und um viele Eindrücke reicher. Die erzähle ich Ihnen, wenn ich wieder etwas weniger müde bin. Und dann schneide ich auch die schönsten Szenen aus den Fahrten noch zusammen. Hier jetzt erst mal das Video mit den unglaublichen Szenen aus einer anderen Welt.“

https://reitschuster.de/post/ein-nachtspaziergang-durch-das-pralle-leben-in-moskau/

 

 https://www.youtube.com/watch?v=6f2cF_mcxuY

 

Boris Reitschuster, 23.05.2021: „Es waren bleibende Erinnerungen, sie sind bis heute lebendig: Bei einem Jugendaustausch mit der Sowjetunion kamen die neuen Freunde aus dem Osten 1988 nach Deutschland. Was sie da sahen, verschlug ihnen die Sprache. Die vollen Supermärkte, das pralle Leben. Zuerst wollten sie es nicht glauben: Dann sah man ihnen an, dass sie niedergeschlagen waren. Und für uns war es schwer zu verstehen, wenn sie erzählten, was ihnen zu Hause alles fehlt. Manche gaben offen zu, dass sie neidisch waren, fast allen war es anzumerken. Je näher der Tag ihrer Rückreise kam, umso schwermütiger wurden manche. Jahre später sagte mir einer ganz offen: „Wir haben erst in Deutschland gemerkt, wie dreckig es uns zu Hause geht.“ Einer der Betreuer von damals, ein Lehrer, brachte sich später um: Er ließ in seiner Garage den Wagen laufen.

An all das musste ich denken, als ich heute in Moskau zum ersten Mal nach fast sieben Monaten wieder in einem Schwimmbad war. Schwimmen gehört für mich zum Leben, ich schwimme normalerweise täglich, es ist Meditation, Sport und Ideenfabrik in einem. Ich genoss jede Minute. Erst hier im Wasser spürte ich so richtig, wie mein Rücken eingerostet ist in den letzten Monaten. Jeder Armzug hatte etwas Kostbares, während es für die Russen Alltag ist. Zumindest fühlte sich das für mich so an. Sie kamen nur mal kurz rein zum Plätschern: Was für ein verschwenderischer Umgang mit solch einem Luxus wie einem Schwimmbad.

Danach spürte ich meinen Körper wieder ganz anders. So, wie ich ihn früher gespürt – und es vergessen habe. Dann die Sauna. Zum ersten Mal seit sieben Monaten. Erst drinnen spürte ich, wie sehr sie mir gefehlt hatte. Wie gut sie mir tut. Ein Russe war die ganze Zeit im Schwitzraum mit dem Smartphone zu Gange. „Wie kann man mit so kostbarer Zeit so verschwenderisch umgehen“, dachte ich mir. Ich spürte, dass mein Bauch zu rund geworden ist. Ich hätte es nicht so weit kommen lassen und die Notbremse gezogen, wenn vorher nicht der Bezug zum eigenen Körper durch fehlende Sport- und Sauna-Pausen eingeschränkt gewesen wäre. Und die Pfunde sind ja auch eine Folge des kalten Sportentzugs.

Ich hatte es ganz vergessen, dieses Gefühl nach dem Sport und der Sauna. Diese Endorphine. Diese wohlige, entspannte Müdigkeit im ganzen Körper. Und ich habe mich ertappt, wie ich die Russen im Schwimmbad und in der Sauna ein wenig so betrachtete, wie wohl die sowjetischen Austausch-Jugendlichen damals uns. Ich dachte mir: Die ahnen gar nicht, wie gut es ihnen geht. Die können sich gar nicht vorstellen, wie das ist, wenn einem das alles fehlt.

Dabei ist mir völlig bewusst: Worüber ich klage, das sind Kinkerlitzchen im Vergleich mit dem, wie andere Menschen die Situation trifft. Die um ihre Existenz kämpfen, die täglich stundenlang FFP2-Masken tragen müssen, in der Schule und auf der Arbeit, die auf Operationen warten müssen oder in den jahrelang vernachlässigten Intensivstationen im Dauerstress sind. Ich will deshalb nicht klagen, sondern nur meine Gefühle und mein Erleben schildern.

Am erschreckendsten ist für mich, wie viele Menschen in Deutschland alles so hinnehmen, als sei es gottgegeben. Und sogar Zweifel und kritische Nachfragen für Ketzerei halten. In Medienartikeln fällt sogar schon mal das Wort „Volksfeinde“ für diejenigen, die nicht stramm auf Corona-Linie sind.

Diesmal habe ich ein mulmiges Gefühl im Bauch vor der Rückreise – nach Deutschland. Nicht nur, weil ich bei der Ausreise aufgehalten wurde von der Grenzpolizei, aber dazu später mehr. Auch, weil ich hier in Moskau, im normalen Leben, verstanden habe: Ich will nicht so leben, wie ich in Deutschland im Moment leben muss. Ich habe mich viel zu sehr an die Unfreiheit gewöhnt. Ich will nicht, dass die Minister, Abgeordneten und Beamten für mich entscheiden, wie ich lebe. Ob ich einkaufen gehen kann und zum Friseur, ob ich Sport machen kann, ob ich nachts auf die Straße darf.

Damals sagte die sowjetische Propaganda den Untertanen, die ganzen Entsagungen seien nötig für ein hehres Ziel. Im Westen führe die Freiheit zu Exzessen, zu massiver, elender Armut, und davor schütze der Sozialismus. Verzicht des Einzelnen, damit es auch den Schwachen gut gehe. Heute erfolgt die Beschneidung der Freiheiten vor allem mit dem Argument, die Risikogruppen müssten geschützt werden. Obwohl die doch inzwischen eigentlich schon geimpft sind.

Nein, das ist keine Gleichsetzung (in Deutschland werden ja Vergleiche und Gleichsetzungen ständig verwechselt). Und es geht hier nicht um Russland mit all seinen Problemen und Defiziten. Auch in der Corona-Politik wird hier vieles falsch gemacht, vieles ließe sich verbessern. Zum Thema politische Freiheiten mehr unten im „PS“.

Aber hier geht es darum, wie leichtfertig, ja ohne es sonderlich zu bemerken, wir unsere Freiheit herschenken. Wie wir von freien Bürgern faktisch zu Untertanen wurden, deren intimste Lebensbereiche jetzt von der Politik bestimmt werden. In der es eine Klassengesellschaft gibt – Geimpfte, Genesene und Ungeimpfte (wir berichteten). Mit Ein-Tages-Tickets in die „Kaste“ der Geimpften – für menschliche Freuden wie den Friseur- oder Schwimmbadbesuch. Vollkasko statt Leben.

Jeder kann für sich entscheiden, wie er damit umgeht.

Für mich ist klar. Ich will so nicht leben.

Früher hatte ich oft ein flaues Gefühl im Bauch, wenn ich aus Deutschland nach Russland flog.

Dieses Mal ist es umgekehrt …

PS: Schon meine Reportage über das Nachtleben erhielt böse Kommentare. Hier werden sie noch böser ausfallen. Das ist eine psychologisch sehr verständliche Reaktion: Wenn man Menschen, die ihre Freiheit abgeben, berichtet, dass anderswo andere diese Freiheiten nicht abgeben, ist das psychologisch sehr schwer zu ertragen und Aggression gegen den Überbringer der Nachricht ist eine logische Reaktion.

PS: So viel sich am russischen Modell kritisieren lässt – ich berichte über das, was ich sehe und fühle. Und mir persönlich ist sicher das schwedische Modell am nächsten, wo Freiheit mit viel mehr Vorsicht kombiniert wird. Aber ich bin nun mal aktuell nicht in Schweden, sondern in Russland.

PS: Aus gegebenem Anlass noch ein Nachwort:

Nein, das ist keine Reklame für das System Putin. Von meiner Kritik an ihm rücke ich keinen Deut ab. Es sind die Menschen in Russland, die einen anderen Weg gewählt haben. Mit der russischen Mentalität lässt sich ein strikter Lockdown im Jahr 2021 nicht durchziehen. Das weiß auch Putin. Nach 70 Jahren Totalitarismus haben die Menschen eine Abneigung gegen die Einmischung des Staates in ihren persönlichen Lebensbereich. Weit verbreiteter politischer Apathie steht eine tiefe individuelle Abneigung gegen alles entgegen, was vom Staat und von oben kommt.

In einem Kommentar auf Facebook schrieb mir nach der Nacht-Reportage jemand: „Merkt eigentlich keiner, was dieser Journalist mit seinen Beiträgen vorhat? Destabilisieren und Feuer legen. Es gibt Menschen (Journalisten), die behaupten die Demokratie zu verteidigen und beabsichtigen genau das Gegenteil. Ja ja, genau. In Russland ist ja alles so toll. Bleiben Sie am besten gleich drüben.“

Ich halte eine solche Reaktion für einen Schmerzensschrei. Offenbar ist es schwer zu ertragen, dass in Russland aktuell der Alltag der Menschen sehr viel freier ist als in Deutschland. Zu dem Thema schrieb eine Gastautorin hier kürzlich einen exzellenten Beitrag: „Deutschland und Russland – totalitäre Demokratie und freiheitliche Autokratie“. Bei so viel Differenzierung zwischen Politik und Alltag gehen leider heute schon viele nicht mehr mit. Aber die Welt ist nun mal kein Kindergeburtstag und manches ist widersprüchlich. In Russland kann man ins Gefängnis oder ums Leben kommen, wenn man Putin und seinem System gefährlich wird; wer sich dagegen politisch zurückhält oder – auch scharfe – Kritik an Putin im Privaten äußert, hat wenig zu fürchten und im Alltag große Freiheit – solange er nicht anderweitig in die Mühlen des Systems gerät. Dass so viele in Deutschland Putins Russland für eine Fortsetzung der Sowjetunion halten, ist absurd. Aber das hier auszuführen würde den Rahmen sprengen.“

https://reitschuster.de/post/freischwimmen-aus-dem-lockdown-in-moskau/

 

Boris Reitschuster, 26.05.2021: „Meine drei Tage in Moskau brachten mir mehr Eindrücke und Emotionen als normale drei Monate in Berlin. Der erschütterndste Moment war, als mir ein russischer Medizinischer Assistent den Abstrich für den PCR-Test abnahm, ohne den man heute nicht mehr ins eigene Land zurückfliegen darf. Nach vielen Berichten, wie unschön und teilweise auch schmerzhaft diese Prozedur ist, war ich auf das Schlimmste gefasst. „Machen Sie sich keine Sorgen, Sie werden es kaum spüren“, hatte mir der freundliche junge Mann zwar gesagt – aber dem traute ich nicht. Als ich dachte, jetzt geht es erst richtig los, sagte er mir: „Danke!“ Ich konnte mein Glück gar nicht fassen. Als ich ihm sagte, dass ich mir das anders vorgestellt hatte, musste er lachen: „Deutsche sagen mir das öfter, dass es bei ihnen ganz anders gemacht wird, richtig brutal.“ Mir blieb meine Freude im Halse stecken. Die Assoziationen, die mir durch den Kopf schossen, verkneife ich mir lieber. Ich war erschüttert. Woher kommt dieser Zug zum Exzessiven? Auch um den Preis, Menschen Schmerz zuzufügen? Ich will diesen Gedanken gar nicht weiter ausführen, ich lasse Sie damit allein. Mir machen meine Schlussfolgerungen Angst. Große.

Erschrocken bin ich in Moskau auch über mich selbst. Erst am dritten Tag gewöhnte ich mich wieder an ein normales Stadtleben. An das urbane Lebensgefühl, daran Sport zu machen, zu schwimmen, in die Sauna zu gehen und danach den eigenen Körper ganz anders zu fühlen: An all das, was früher selbstverständlich war und jetzt in Deutschland so sehr fehlt. Es macht mich fassungslos, wie schnell man sich an den Verlust der Freiheit, an den Verlust der Selbstbestimmung über den eigenen Körper gewöhnt. Ich habe mich zumindest geistig nie damit abgefunden – aber sehr viele in Deutschland verdrängen ja schlicht das Problem und tun so, als gäbe es das nicht. Dieses Maß an Unfreiheit, das selbst für moderne Diktaturen unvorstellbar ist. Putins Russland ist eine Autokratie, und die Mehrheit der Menschen hat sich damit abgefunden, dass sie politisch machtlos ist. Doch auch Putin musste schnell merken, dass sich die Russen ihre Alltagsfreiheit nicht nehmen lassen. Mit dem landestypischen zivilen Ungehorsam haben sie ihren Herrschern nach kurzem Lockdown wieder ihre privaten Freiheiten abgerungen. So widersetzen sie sich dem Zwang zur Maske; jeden Tag demonstrieren in der U-Bahn Millionen, dass sie auf staatliche Vorschriften pfeifen. Selbst der Polizeistaat ist damit überfordert, sieht weg. Dass Russen einander denunzieren oder belehren wegen der Masken, ist kaum vorstellbar (auch wenn es Einzelfälle geben mag).

Ganz anders im freien Westen in Deutschland. Wo in Russland Ungehorsam, Staatsskepsis und Hang zur Anarchie vorherrschen, ist es bei uns Kadavergehorsam, blindes Vertrauen in die Regierung und ein Hang zur deutschen Ordnung. Von den vielen Russen, mit denen ich sprach, hatte keiner Angst vor Corona. Man hat Respekt vor der Krankheit, sieht sie als gefährlich an – kaum jemand hatte keine Opfer im Bekanntenkreis zu vermelden, aber man hält es für unmöglich, sie zu stoppen. Wenn ich von der Null-Covid-Strategie in Deutschland erzählte, bekam ich Lachen und/oder Kopfschütteln zur Antwort: „Wollt Ihr wieder einen totalen Krieg, diesmal gegen ein Virus?“ Monatelang geschlossene Restaurants, Cafés, Sportstätten, Ausgangssperren – die Russen können das nicht fassen. „Wir sterben doch alle einmal, lieber früher und mit einem normalen Leben, als ein paar Jahre später, aber unlebendig davor“ – diese Aussage hörte ich sinngemäß immer wieder.

Selten wurde mir der gigantische Unterschied in der Mentalität zwischen Russen und Deutschen so deutlich wie in diesen Corona-Tagen. Wenn die Russen einander umarmen, als gäbe es das Virus nicht, zusammen feiern, auch minimale Hygieneregeln geradezu demonstrativ missachten. Während in Deutschland viele allein im Park eine FFP2-Maske tragen (die in Russland gar nicht zu sehen sind) oder alleine im Auto oder wenn sie auf offener Strecke mit dem Fahrrad unterwegs sind, ist der Verzicht auf Maske oder ihr demonstrativ falsches Tragen in Moskau allgegenwärtig. Fatalismus trifft auf Vollkasko-Mentalität. Kollektive Angst contra kollektive Sorglosigkeit. Hang zur Denunziation versus Neigung zum Zusammenhalt gegen den Staat und seine Regeln.

Beide Vorgehensweisen haben Vor- und Nachteile. Und es läge mir fern, mich als Richter aufzuspielen. Es ist fast schon tragikomisch, dass ausgerechnet die Züge, mit denen ich in 16 Jahren Russland immer wieder haderte, wie Fatalismus und Abneigung gegen Regeln, jetzt in Corona-Zeiten dafür sorgen, das Leben erträglicher zu machen. Zumindest in meinen Augen. Für viele mag das kollektive Ignorieren der Russen von Corona-Regeln befremdend und beängstigend sein. Das respektiere ich. Mir persönlich ist die russische Art näher – entspannt mit dem Virus umzugehen. Kommt man auf das Thema zu sprechen, ist zumeist sofort der legendäre Galgenhumor im Spiel. Und das, obwohl fast jeder jemanden kennt, der mit Covid-19 gestorben ist. Fast immer wird dann betont, dass der Verstorbene vorerkrankt war. Und dass man eben mit Krankheiten leben müsse. Und eben auch sterben durch sie. Kein einziger Russe sagte mir in den drei Tagen, dass er Corona für ungefährlich hält. Aber sehr viele sagten: „Ich will nicht aus Angst vor dem Tod zu leben aufhören“. Und: „Dem Schicksal springt keiner von der Schippe.““

https://reitschuster.de/post/ich-will-nicht-aus-angst-vor-dem-tod-aufhoeren-zu-leben/

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=_OeCqddhJYk

 

Kroatien

 

Jörg Schneidereit, 15.05.2021: „Raus aus Deutschland. Raus aus diesem unerträglichen und psychisch krank machenden Corona-Wahn. Wir haben fürs erste den Würgegriff abgeschüttelt und sind geflohen. Unser Weg weist gen Süden – und nach Süden werden wir reisen. Das Ziel heißt Kroatien. In der Hoffnung auf Wärme und Meer, auf Freiheit und Leben.

Das mediale Dauerfeuer über rigorose Grenzkontrollen, das brachiale Durchsetzen der neuen Straf- und Segregationsgesetze sowie die Quasi-Entrechtung bei Nicht-Konformität mit den neuen Corona-Religionsregeln bis zum Übelwerden verinnerlicht, erreichen wir gegen Mittag die österreichische Grenze. Doch statt Straßensperren, Scharfschützen und Entseuchungskommandos erwartet uns: Freie Fahrt! Keine Passkontrolle, keine Fragen, keine Schikanen. Erleichterung macht sich vorsichtig breit – jener zur Gänze verloren geglaubte Emotionszustand, der uns inzwischen seit zwei Tagen in wohltuender Weise als Grundgefühl begleitet. Aber davon gleich mehr.

„Durch Österreich NUR als Transitreisender! KEIN Verlassen der Route gestattet!“ Alles klar. Beherzigt. In Graz fahren wir ab. Wer an Graz vorbeifährt, ohne es je gesehen und berührt zu haben, verdient zu Recht Maulkorb, Augenmaske und Ganzkörperdesinfektion – plus zweiwöchigem Freiheitsentzug obendrauf. Von meiner Graz-Kennerin und Reisegefährtin solcherart gebrieft, war ich schließlich gern und bereitwillig von unserem illegalen Tun überzeugt.

Tiefblauer Himmel über dem Grazer Burgberg. Jedes Fleckchen Wiese mit gutgelaunten, Wein trinkenden Menschen bedeckt, die, Sonne und Wärme genießend, der Corona-Ideologie den Mittelfinger zeigen. Circa 5 Prozent Maskenträger, 95 Prozent freie Gesichter. Viel Lächeln, sehr viel Lebensfreude. Ja, die Cafés und Restaurants sind auch hier geschlossen, ja, in den Gassen und Straßen fehlen die Tische und Stühle. Doch jeder, der kann, ist hier draußen und mit- und beieinander. Straßenmusiker spielen an jeder Ecke, man versucht nicht nur zu leben – man lebt. Die schöne Mur fließt glitzernd durch dieses Juwel einer Stadt, mit ihren Renaissance- und Jugendstil-Palästen, mit ihrer Lebensfreude und ihrem schon so südlichen Flair – all den Dingen, von denen ich schon so viel hörte und sie nie erlebte. Jetzt bin ich hier – wenn auch heute nur für limitierte zwei Stunden jenes viel zu kurzen Zwischenstopps.

Slowenische Grenze. Keinerlei Kontrollen. Irgendwie fassen wir es nicht. Die Horrornachrichten über den Grenzabfertigungsverkehr aus den deutschen Lügenmedien noch im Ohr, fahren wir sprachlos an verwaisten Zollhäuschen vorbei, und ehe man überhaupt richtig nachdenken kann, erreichen wir die kroatische Grenze. „Have you any travel documents?“ – fragt mich die uniformierte, maskenlose Dame in holprigem Englisch aus ihrem Kontrollwürfel. Ja, wir haben eine offizielle Einladung zu einem Geschäftstreffen in Zagreb. Mein ältester Freund lebt dort seit 10 Jahren, geschäftlich tätig in der Immobilienbranche. Und ja – natürlich haben wir viele geschäftliche Treffen vor uns, sonst hätten wir ja auch keine geschäftliche Einladung zu geschäftlichen Treffen. Alles wird sehr geschäftlich.

Die Dame war’s zufrieden. Einen Corona-Test wollte sie nicht sehen, selbst auf mein Nachfragen hin nicht. Willkommen in Kroatien. Abendsonne und tiefblauer Himmel. Wiedersehensfreude in Zagreb. Dinner im geheimen Restaurant mitten in der Innenstadt, Szeneviertel. Kein Maskenschwachsinn, keine Schilder. Wie gigantisch ist das denn …? Man muss die Plätze kennen. Sven und Masha kennen die Plätze.

Wein und wunderbares Essen. Claudia und ich sind fast am Heulen. Es ist der erste Restaurantbesuch für uns seit sieben Monaten. Draußen herrscht Partyleben. Samstagnacht. Alle Straßencafés zum Bersten voll. Es wird gefeiert, getrunken, getanzt und sich umarmt, als gäbe es kein Morgen. Wir fühlen uns wie auf einem anderen Planeten. Die normalsten Dinge der Welt sind hier real – und nicht ein Film aus einer vergangenen Epoche.

Am Sonntag wieder Stadtleben, ebenso am Montag. In Cafés in der Sonne sitzen – gemeinsam mit tausenden gutgelaunten Leuten. Ja, es gibt Corona-Warnschilder an den Boutiquen und Restaurants. Ja, ich sehe vereinzelte Maskenträger, wenn ich suche – wohl unter 1 Prozent, wie ich schätze. Fakt ist: Schlendert man durch Zagrebs Straßen, weiß, sieht und spürt man nichts von der Corona-Religion.

Aber vielleicht sind wir ja auch nur verblendet, ignorant – und Nazi sowieso. Vielleicht werden ja nachts klammheimlich die Leichenberge mit Bulldozern aus der Stadt geschoben. Vielleicht haben die durchgeknallten Deutschen ja doch recht mit ihrer Scheißangst. Vielleicht ist ein Jahr Panik noch nicht genug. Vielleicht werden wir alle sterben.

Vielleicht geht es uns gerade aber auch einfach nur unglaublich gut – und wir fühlen uns erstmals seit gefühlten Ewigkeiten wieder lebendig – und in Freiheit.

Nach sieben Jahren Abwesenheit ist das uralte Split noch ebenso schön wie in der Erinnerung. Ehrwürdig und weiß wie Schnee erheben sich die Mauern des Palastes, den einst Kaiser Diokletian als seinen Alterssitz errichten ließ, ins tiefe Blau des mediterranen Himmels. Eintausendsiebenhundert Jahre Geschichte zum Anfassen – kaum mit Gedanken zu erfassende Äonen von Geschichte und Geschichten, die uns hier einhüllen und in ihren Bann ziehen.

Zum vierten Mal in zwölf Jahren bin ich nun an diesem schönen Ort – doch dieses Mal ist es weniger eine Reise denn eine Flucht in die Freiheit. Ich versuche nun bereits seit fünf Tagen, die finsteren Meldungen und Nachrichten aus jenem sich selbst täglich ein Stück mehr vernichtenden Deutschland, meiner von einer aggressiven Autoimmunerkrankung befallenen Heimat, zu meiden. Komplett gelingt es mir nicht, ich erwische mich, wie ich hier, unter einer warmen Sonne sitzend, einige Posts überfliege, andere genau lese – und daran erinnert werde, wie all der Wahnsinn krebsartig weiter wuchert. In Kombination mit den freien, lebensfrohen Bildern und Szenen, die meine geschundene und nach Freiheit dürstende Seele nach den vergangenen Monaten sich kaum mehr vorzustellen imstande war, wirkt alles fast surreal. Ich merke, wie ich jedes Detail, jeden schönen Moment tief in mich aufsauge – einfach um ihn nicht zu vergessen und ihn als Schatz zu bewahren.

Die Innenstadt von Split ist weitaus leerer als ich sie je sah. Es fehlen die ausländischen Gäste, doch die Kroaten, Slowenen und wohl auch ein paar „Mutige“ anderer Nationen verbreiten angenehme Normalität und Leichtigkeit. Gesichtsmasken sehe ich, halbherzig getragen, faktisch nur bei Kellnern und Ladenpersonal. Der große Gemüsemarkt hat geöffnet und ist frequentiert, so wie ich ihn kannte. Die Fährschiffe fahren hinaus zu den Inseln. Auf der Riva, unter den Palmen, küssen sich die jungen Pärchen, als gäbe es kein Morgen. Nirgends Polizeistreifen, nirgends Kontrollen. Stattdessen Möwengekreisch und Wellengeplätscher. Alle Cafés und Restaurants sind im Außenbereich vollständig geöffnet, alles sitzt dicht an dicht und erfreut sich des Lebens. Drinks, Eiscreme, wunderbares Essen. Wir genießen in fünf Tagen mehr Restaurant- und Barbesuche als in den vergangenen eineinviertel Jahren. Normalität (einmal ganz abgesehen von den nicht alltäglichen Wonnen des Reisens) kann sich wie ein anderer Planet anfühlen. Eine völlig neue Erfahrung.

Gerade blende ich ein Zurückreisen gen Deutschland vollständig aus. Wir könnten noch Monate bleiben. „Life is for living“ – tönt es aus dem Lautsprecher unserer Bar. Wer mag da widersprechen.

Lassen wir uns nicht einsperren! Entrinnen wir diesem kranken Wahn!

Ich schicke euch etwas Sonne, den Duft des Meeres – und ganz viel Zuversicht.

Bleiben wir stark und rebellisch!“

https://reitschuster.de/post/in-kroatien-ist-freiheit/

 

Jörg Schneidereit , 21.05.2021: „Wir haben die Pläne geändert – und uns für noch eine Woche Exil entschieden. Nun führen wir nicht nur im sprichwörtlichen Sinn ein Inseldasein: Dem sonnigen, entrückten Eiland Hvar haben wir uns ergeben – hier sind wir freiwillig gestrandet. Schon morgens, beim ersten, noch verschlafenen Blick über die Brüstung der Terrasse, wölbt sich der tiefblaue Himmel über das kleine, uralte Hafenstädtchen, dessen Gassen, Türme und schneeweiße Steinfassaden uns nach bereits einer Woche schon vertraut und heimelig geworden sind. Der Wohlklang der Glocken, die ersten Laute von Geschäftigkeit, das Gelächter der Möwen, das Horn der ein- und auslaufenden Fähren gen Split bilden eine fast hypnotisierende Klangkulisse, die den visuellen Genuss der vor uns ausgebreiteten Schönheit zur Gänze vollendet. Alle Farben wirken transparent und fluoreszierend, die Luft ist wie aus Glas. Wäre ich Maler, könnte ich mich nicht von Pinsel und Leinwand trennen – aus solcherlei Unvermögen aber muß ich es beim Schreiben belassen.

Und beim Lesen. Es ist frappierend: Die Nachrichten aus Deutschland wirken von hier aus von Tag zu Tag grotesker, schildbürgerartiger und wahnhafter. Ich lese sie, sehe all die Bilder und Videos – doch mein Gehirn spielt mir bisher nie gekannte Streiche.

Filmsequenzen des Kalibers Rainer Werner Fassbinder und Monty Python schießen mir durch den Kopf und vermischen sich zu einer Melange aus Slapstick, Horror und Melodram. Eine große Portion Kafka paart sich mit Roald Dahl, umrahmt von mittelalterlichen Endzeitvisionen, inklusive sich blutig peitschender Flagellanten und brennender Scheiterhaufen. Dazu schreit ein rasender Louis de Funès: „Ich bin des Wahnsinns kesse Beute!“

Meine Reisegefährtin indes ermahnt mich zum Entspannen und Abschalten, natürlich hat sie recht damit. Dennoch gelingt mir die nötige Nonchalance nur sehr defizient.

Ein FB-Freund schickt gerade Bilder von Usedom. Deutsche Ostseeküste. Menschenleere Strände, verwaiste Uferpromenaden, Tristesse unter blauem Himmel, so weit das Auge reicht. Es ist zum Heulen.

Woanders in Deutschland kesselt eine Hundertschaft Polizei in Kampfmontur und bis an die Zähne bewaffnet eine Gruppe Frauen ein, die sich (Achtung!) MASKENLOS und ILLEGAL an einem Brunnen einer deutschen Stadt aufhalten.

Die fünfundsiebzigjährige Mutter meiner Reisegefährtin ruft uns unter Tränen aus Sachsen an, nachdem sie gestern, radelnd auf dem Elbdamm, von der Polizei verfolgt und vom Fahrrad geholt wurde. „Nichteinhaltung des Sicherheitsabstandes zu anderen Fahrradfahrern“ – so die Begründung. Absurdistan – Wonnemonat Mai, 2021.

Und hier im kroatischen Hvar derweil? Die Cafés und Restaurants bersten aus allen Nähten, bis tief in die Nacht ist Feierstimmung unter Palmen. Menschen singen lauthals zu den aktuellen kroatischen Hits, deren Beats aus den Anlagen der Clubs über die Riva schallen und mit den Privatpartys auf den Achterdecks der beleuchteten Yachten konkurrieren. Der Duft von auf Holzkohlefeuern gegrilltem Fisch und Cevapcici liegt verführerisch in der milden Abendluft, im Schein der Laternen küssen sich die Pärchen, irgendwo ploppt ein weiterer Weinkorken aus einer guten Flasche. Auf dem T-Shirt eines Zeitgenossen lese ich im Vorübergehen „Life is good!“ Recht hat er, der Mann.

Unsere kroatischen Freunde sind gerade für ein paar Tage geschäftlich nach Deutschland gereist, wir haben hier auf Hvar ihre Ferienwohnung übernommen. Heute Morgen ihr Anruf aus dem deutschen Covid-Reich: Keine Kontrollen an den drei Grenzen. Niemand wollte C-Tests oder dergleichen sehen. Nichts. Die Diskrepanz zwischen den Lügenmedien und der Realität ist schlichtweg ungeheuerlich.

Den deutschen Wahn empfinden sie als die Hölle. Sie versuchen, die Zeit dort so kurzzuhalten, wie es irgend geht – und umgehend nach Kroatien zurückzukehren.

Schlimme Nachrichten gibt es jedoch auch von hier. Vor drei Tagen starb Milo in Zagreb. Er war der beste Freund des Vaters von Mariella, unserer hiesigen kroatischen Freundin. Er starb an einer Hirnvenenthrombose – 5 Tage, nachdem er seine Covid-19-Impfung erhalten hatte. Er war 60 Jahre alt und kerngesund. Mariellas Vater ist am Boden zerstört – und wir alle sind es gerade ebenso.

Auch hier gibt es selbstverständlich (gesunde!) Menschen, die glauben, sich durch diese sinnlose und vollkommen überflüssige Impfung Freiheit und Sicherheit zurückkaufen zu können. Milo glaubte dies ebenso. Jetzt ist er tot.

Immer wieder lese ich Artikel zu den Impfungen und möglichen Folgen, die mir Angst machen. Zu reißerische Schlagzeilen? Mag sein. Doch darauf lapidar zu entgegnen „Mal abwarten“ hört sich, angesichts der aktuellen Geschehnisse, wie abscheulicher Sarkasmus an…

Jeder darf und soll tun, was ihm das Richtige dünkt. Mir liegt es fern, zu missionieren.

Von mir aus darf sich jeder gern wegen eines Virus mit 99,7-prozentiger Überlebensrate diverse experimentelle und unerprobte Impfstoffe spritzen, für die kein Hersteller jemals in Haftung geht. Als Skeptiker (jedoch primär Impf-Befürworter) lasse ich mich von derlei Draufgängern auch mit stoischer Contenance als Spinner bezeichnen.

Wie dem auch sei: Niemand von uns, die wir hier gemeinsam diesen unnötigen und sinnlosen Tod betrauern, wird sich jemals dieses Gift injizieren lassen – und wenn wir Outlaws werden, bis zum Ende unserer Tage. Es gibt Dinge, die sind tabu. Für alle Zeiten.

Nun sitzen wir hier bereits den fünften Tag in unserer kleinen, geheimen Bucht mit dem unwirklich leuchtenden, türkisblauen Wasser, den schneeweißen Steinen und der vorgelagerten Märcheninsel mit dem Leuchtturm – und sinnieren über diese seltsame Zeit. Ich schreibe diese Zeilen bei Meeresrauschen, in freiheitsliebender Gesinnung – und doch mit einer großen Portion Wehmut. Ein Stück weit fühlt sich hier auf Hvar alles tatsächlich an wie das eingangs erwähnte Exil – erinnert es mich doch unwillkürlich und ein wenig schmerzvoll an jenes kleine, mir so vertraute Fischerdorf Sanary-sur-Mer an der südfranzösischen Küste, welches nach dem Ersten Weltkrieg von Intellektuellen, Künstlern und Schriftstellern aus Europa als Urlaubs- und Wohnort entdeckt wurde. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 entwickelte sich jener winzige Ort zur „Hauptstadt der deutschen Literatur“, wie Ludwig Marcuse es formulierte. „Wir wohnten im Paradies – notgedrungen“, fasste Marcuse in seinen Erinnerungen die Lage der Exilanten pointiert zusammen. Arnold Zweig, Bertolt Brecht, Lion Feuchtwanger, Stefan Zweig und Thomas Mann waren hier Dauergäste. Doch waren es Klaus und Erika Mann, die ich persönlich vor allen anderen in mein Herz geschlossen habe. Ihr kleines „Buch von der Riviera“ ist für mich bis heute eine inspirierende Perle der Exil-Literatur geblieben.

Werden wir es in wenigen Tagen schaffen, die Koffer zu packen und unserem verborgenen adriatischen Kleinod den Rücken zu kehren? Ich weiß es noch nicht – oder will heute noch nicht darüber nachdenken. Koinzident und seltsam schicksalhaft verweist der Name „Hvar“ schließlich auf das griechische „Pharos“ – und „Pharos“ bedeutet Leuchtfeuer oder Leuchtturm, wie ich hier lernte. Und so bleibt für mich diese Perle am Ufer der dalmatinischen Küste nicht nur Schatz, Exklave sowie geheime Zuflucht – sondern über alle Maßen ein Leuchtfeuer der Freiheit in diesen finsteren, psychotischen und für uns alle ungewissen Zeiten.“

https://reitschuster.de/post/ich-bleibe-dann-mal-da-in-der-freiheit-in-kroatien/

 

Schweden

 

Sönke Paulsen, 03.06.2021: „Ich habe mir vor knapp zwanzig Jahren ein Ferienhaus in Schweden gekauft und bin seitdem unzählige Male dort gewesen. Ich könnte viel über die Schweden sagen, Positives und nicht so Positives, auch das schwedische Wetter könnte ich kritisieren, das ich als äußerst unzuverlässig erlebt habe, aber eines kann ich, nach den Jahren, überhaupt nicht sagen: dass die Schweden zur Unvernunft neigen.

Im Jahr gibt es von 365 Tagen genau einen Tag, an dem die Schweden unvernünftig sind. Zum Johannisfest, das auch als Mittsommerfest bezeichnet wird, sind fast alle Schweden, zumindest die männlichen, alkoholisiert bis besoffen. Vielleicht ist das der Preis für die große Vernunft dieser Landsleute, die dadurch oft etwas langweilig wirken.

In der Einschätzung Schwedens hat sich seit Beginn der Pandemie in Deutschland (aber nicht bei mir) einiges geändert. Fast scheint es so, als müssten sie nun erneut den Preis für ihre stoische Vernunft bezahlen, die sie dazu geführt hat, den europäischen Weg in der Pandemiebekämpfung, der von Lockdowns und Freiheitsbeschränkungen gekennzeichnet ist, nicht mitzugehen.

Die Schweden sind auch in der Pandemie liberal geblieben.

Der Preis ist, dass das Land seitdem in unseren Medien systematisch heruntergeschrieben wird. Wäre Schweden kein Land, sondern ein börsenorientiertes Unternehmen, wäre es jetzt pleite. Denn die Art, mit der bei uns über den „schwedischen Weg“ berichtet wurde und wird, folgt der altbekannten Methode, börsennotierte Unternehmen herunterzuschreiben, bis sie „übernahmereif“ sind.

Was ist damit gemeint?

Man schreibt einen börsennotierten Wert dadurch herunter oder nach oben, indem man die Tiefs oder Hochs des Wertes betont und zeitlich passend dazu an die Öffentlichkeit geht. Bei dem „schwedischen Wert“ konnte man darauf wetten, dass immer dann, wenn die Infektionszahlen im Rahmen einer neuen Welle nach oben gingen, der vermeintlich falsche und gefährliche „schwedische Weg“ in unseren Leitmedien thematisiert wurde. Wenn dagegen die schwedischen Zahlen deutlich besser aussahen, als die deutschen, blieb es im Äther still!

Eine Gegenüberstellung der Infektionskurven, einschließlich der Zahl der Todesfälle in Deutschland und Schweden, verdeutlicht dies. Der Verlauf zeigt im Prinzip synchron verlaufende Erkrankungswellen in Deutschland und Schweden, wobei die schwedischen Werte etwas langsamer ansteigen und abfallen als die deutsche Kurve, die auf Grund der Verwendung absoluter Zahlen natürlich höher ausfällt.

Darum geht es aber auch nicht, sondern um die Feststellung, dass die Schweden im Prinzip vergleichbare Krankheitswellen und relativ vergleichbare Zahlen in der Pandemie haben. Es soll nicht verschwiegen werden, dass der Verlauf im Vergleich zu den skandinavischen Nachbarn Finnland und Norwegen in Schweden deutlich dramatischer ausfällt, aber dennoch im europäischen Mittel liegt.

Während sich aber bei der Suche nach Artikeln, über Google, für die guten Monate Juni bis September 2020 kaum etwas über die Corona-Lage in Schweden findet, gibt es auf dem Höhepunkt der zweiten Welle von Oktober bis Dezember 2020 eine Vielzahl von vernichtenden Artikeln über den „schwedischen Weg“, die besonders aus unseren Leitmedien zu kommen schienen.

Im Februar 2021, als in beiden Ländern die Zahlen wieder abflauen, gibt es kaum noch einen Bericht über den „schwedischen Sonderweg“. Erst als im April in Deutschland eine, wesentlich dramatischere, dritte Infektionswelle über das Land schwappt als in Schweden, flammt die „schwedenkritische“ Berichterstattung in unseren Leitmedien wieder auf. Die Tagesschau berichtet beispielsweise am 05.05.2021 äußerst kritisch über das schwedische Modell und betont die 14.000 Opfer der Pandemie, die relativ gesehen (das sagt die Tagesschau nicht) im europäischen (aber nicht im skandinavischen) Mittel liegen und mit den deutschen Zahlen vergleichbar sind.

Ich habe bei dieser Betrachtung vor allem die Leitmedien beachtet und die Zahl der Artikel zu den unterschiedlichen Zeitpunkten grob geschätzt. Der Trend, dass in Deutschland immer dann und sehr kritisch über Schweden berichtet wurde, wenn bei unserer die Zahlen hochgingen, lässt sich aber kaum übersehen.

Die Frage ist nur, warum die deutschen Medien so feindlich über unser Nachbarland berichtet haben, dass man in einigen Artikeln den Eindruck bekam, in Schweden seien skrupellose Schwerstkriminelle an der Regierung.

Die Frage ist sehr schwer zu beantworten. Ich vermute drei Gründe dafür, dass die „schwedische Vernunft“ bei uns derartig in Abrede gestellt wurde und wird.

Erstens sind wir aus Gründen einer politischen Entscheidung, wie Merkel bereits zugab, den größten EU-Ländern gefolgt.

Zweitens stiegen die Zahlen bei uns und in Schweden jeweils grob synchron an, was angesichts der Verschiedenartigkeit der deutschen und schwedischen Pandemiebekämpfung bei uns einen heftigen Abgrenzungswunsch in den Medien verursacht haben mag. Wir müssen Lockdowns machen, dafür sind die Schweden wenigstens die unmoralischen Akteure in der Pandemie.

Drittens wurde sehr häufig der Startschuss für das nächste „Schweden-Bashing“ in den öffentlich-rechtlichen Medien gegeben, die eine besondere Verantwortung für sich sehen, die Regierungsmeinung gegenüber der Bevölkerung zu vertreten.

Es handelt sich also um Gruppeneffekte mit einem Schuss staatlicher Propaganda gegen Schweden.

Unangenehm war mir diese Art des Herunterschreibens eines Landes durch die deutschen Medien natürlich ganz besonders. Als Deutscher fühle ich mich gegenüber den Schweden fast schon schuldig, weil ich aus einem Land komme, das mit der Mehrheit der Europäer über ein kleines Land mit ungeheurer Charakterfestigkeit herzieht und es schlecht und verächtlich macht.

Da die “Anti-Schweden-Medien“ im Mainstream vor allem die Minderheiten-Meinungen bei unserem nördlichen Nachbarn zur Corona-Politik betonen, möchte ich an dieser Stelle alle deutschsprachigen Schweden bitten, sich lieber an reitschuster.de und nicht an der Tagesschau zu orientieren. Im letzteren Falle könnte man, als Schwede, nämlich an dem fiesen Charakter der Mehrheits-Deutschen verzweifeln.“

https://reitschuster.de/post/peinlich-ein-deutscher-in-schweden-zu-sein/

 

USA

 

Thomas Maul, 18.05.2021: „… Was auch Kritikern des Corona-Wahns als zu optimistischer Wunschtraum erscheinen mag, die Wiederherstellung wenigstens der alten Normalität hat nämlich jenseits des Atlantiks längst Gestalt angenommen. Dutzende Bundesstaaten der USA befinden sich inzwischen in Akt 2, Florida sogar in Akt 3.

Das Beispiel North Dakota zeigt, dass Massenhysterie nicht gleich Massenhysterie ist, dass man aus ihr auch herausfinden kann, wenn man panische Überreaktionen nicht wie in Deutschland um ihrer selbst willen und zwanghaft bis zum bitteren Ende lebt, sondern irgendwann einmal zu einer nüchternen Bestandsaufnahme und kritischen Reflexion des eigenen Handelns gelangt. Es ist eigentlich ganz einfach: Während der Nachbarstaat South Dakota im Kampf gegen Corona nicht auf Business-Restriktionen und Maskenpflicht setzte, hat man sich in North Dakota ein Beispiel an New York City genommen.

Bald jedoch offenbarte ein nüchterner Blick auf die Zahlen, dass das pcr-Test-basierte Infektions- und Sterbegeschehen in beiden Staaten nahezu identisch ist, South Dakota aber den Vorteil hat, der eigenen Wirtschaft nicht geschadet und die in den USA hoch im Kurs stehenden Freiheitsrechte der Bürger nicht verletzt zu haben. Also nahm North Dakota die Restriktionen zurück, öffnete sich wieder (Akt 1) und startete Gesetzesinitiativen mit dem Ziel, staatliche Maskenmandate in Zukunft unmöglich zu machen (Akt 2). Anfang April 2021 schrieb der Grand Forks Herald:

„Gewählte Beamte in einigen anderen Bundesstaaten, darunter Arizona und Idaho, haben erwogen, Maskenanordnungen in irgendeiner Form zu verbieten, aber der Gesetzgeber von North Dakota könnte der erste sein, der ein umfassendes Verbot staatlich angeordneter Maskenvorschriften verabschiedet.“

Noch weiter in Sachen praktischer Aufklärung ist Florida. Gouverneur Ron DeSantis führte seinen Staat von Anfang vergleichsweise liberal (bzw. schwedisch) und dabei erfolgreicher als die Lockdowner durch die Pandemie:

In Florida gab es nie eine Maskenpflicht, die Strände waren zu keinem Zeitpunkt geschlossen – und seit September gehen alle Kinder ganz normal zur Schule. Trotzdem sind weniger Menschen an Corona gestorben als im US-Durchschnitt. Wie kann das sein? (Die Welt, 22.03.21)

Ein Grund ist: DeSantis ließ sich im September 2020 beraten und in seinem Weg bestärken von Fachleuten, die in Deutschland als Querdenker und/oder Virus-Verharmloser gelten: die Stanford-Professoren Nobelpreisträger Michael Levitt, Martin Kulldorff und Jay Bhattacharya, die im krassen Unterschied zu Wieler und Drosten etwas vom Gegenstand verstehen und überdies auch kein Interesse daran haben, die Selbstzerstörung der bürgerlichen Gesellschaft „wissenschaftlich“ zu fundieren.

Nachdem DeSantis dann Ende März 2021 unter Beteiligung derselben und einiger weiterer Wissenschaftler erneut öffentlich Bilanz gezogen hatte, leitete er nicht nur Prozesse zur sukzessiven Abräumung der wenigen noch installierten Anti-Corona-Maßnahmen ein (Phase 1), sondern setzte auch einige Zeichen für den weiteren Umgang mit Corona und künftigen ähnlichen Herausforderungen (Phase 2):

Der Gouverneur unterzeichnete am 3. Mai in St. Petersburg gemeinsam mit lokalen Abgeordneten und Kleinunternehmern die Senate Bill (SB) 2006 sowie bereits davor und auch danach einige Executive Orders, denen sämtlich der Wille zu entnehmen ist, lokale und staatliche Überregulierungen einzudämmen und die bürgerliche Freiheit des Einzelnen auch im Katastrophenfall vor willkürlichen und zu lang anhaltenden staatlichen Übergriffen zu schützen.

So wurden beispielsweise alle lokalen Notstandsordnungen bis zum 1. Juli 2021 ausgesetzt und ab diesem Zeitpunkt dauerhaft außer Kraft gesetzt. Es soll sichergestellt sein, dass weder der Staat noch die lokalen Behörden Geschäfte schließen oder Schüler vom Unterricht an Floridas Schulen fernhalten können – außer bei Hurrikan-Notfällen. Zudem werden alle lokalen Notfälle auf sieben Tage begrenzt. Außerdem soll es dem Gouverneur von Florida zukünftig erlaubt sein, eine lokale Notstandsanordnung für ungültig zu erklären, wenn sie die Rechte oder Freiheiten des Einzelnen unnötig einschränkt. Darüber hinaus wird Florida nicht nur keinen Impfpass einführen (der kommt für über 20 weitere US-Bundesstaaten ebenfalls nicht in Frage), sondern einen solchen (wie inzwischen mit dem kürzlich dazugekommenen Wyoming und 12 weiteren Staaten) explizit verbieten. 5.000 Dollar Strafe kostet es in Florida, wenn Schulen und Unternehmen die Teilnahme an Veranstaltungen von der Vorlage eines Impfnachweises abhängig machen.

Da die zentralen Gesundheitsbehörden durch ihre Politik der Schließungen Floridas Kreuzfahrtindustrie großen Schaden zugefügt haben, attackierte DeSantis CDC und HHS nicht nur auf mehreren Pressekonferenzen für die vielen und allgemeinen Verfehlungen nicht gewählter Bürokraten, sondern hat – Akt 3 – auch konkret Klage eingereicht:

„The lawsuit was filed Thursday in the U.S. District Court for the Middle District of Florida in Tampa against the Department of Health and Human Services, the Centers for Disease Control and Prevention, and the agencies‘ directors. It asks the court to declare the conditional sail order unlawful.“

Man stelle sich – auch wenn der Vergleich hinken mag – vor, Laschet würde das Robert-Koch-Institut wegen seiner katastrophalen Politik verklagen und öffentlich immer wieder Drosten und Wieler für die immensen Kollateralschäden der Maßnahmen verantwortlich machen.

Die im momentanen Deutschland noch unvorstellbare Selbstverständlichkeit, nach Monaten der Pandemiepolitik nüchtern Bilanz zu ziehen, führt in den USA dazu, dass sich die liberalen Staaten in ihrem Kurs bestätigt sehen und immer mehr Lockdowner umkehren und Vorbeugungen gegen einen Wiederholungsfall treffen, wozu auch gehören könnte, die Verursacher vermeidbarer Schädigungen zur politischen und juristischen Verantwortung zu ziehen.

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind nicht ohne internationalen Einfluss: Das Virus der Aufklärung könnte ansteckend sein und bald auch Europa erreichen. Wenn auch nicht Deutschland, so ist anderen Nationen prinzipiell zuzutrauen, wieder pragmatisch zu werden und im eigenen Interesse (aus wiederentdeckter Liebe zur Freiheit etwa) so auf Schweden zu blicken wie North Dakota auf South Dakota, was den Druck auf Deutschland nach und nach erhöhen wird.

Offenbar muss der entscheidende Impuls für Deutschland wieder einmal von außen kommen. Das ist bitter. Umso tröstlicher aber, dass sich außen etwas bewegt, und zwar nicht gerade wenig. Den Widerstand im Innern könnte dies beflügeln. Jedenfalls waren die Superspreader von Panik und Autoritarismus zu selbstherrlich und dreist, um ihre Spuren zu verwischen. Es könnte sich also noch auszahlen, dass auf Achgut.com und in anderen unabhängigen Medien jeder Rechtsverstoß der Regierung, ihrer Behörden und Berater minutiös protokolliert wurde.“

https://reitschuster.de/post/die-corona-vergangenheitsbewaeltigung-wird-kommen-und-viele-kalt-ueberraschen/

 

Weitere Länder

 

Zahlreiche andere sich frei fühlende Menschen haben über die Situation in anderen Ländern berichtet oder berichten lassen, unter anderem Gunnar Kaiser: https://kaisertv.de/tag/auswandern/

Oder Bodo Schiffmann, der auf seinem Telegram-Kanal kurze Filme aus Tansania zeigte, wo die Massen dicht gedrängt und ohne Masken sich auf Märkten oder Gottesdiensten tummeln.

Mensch suche und wird weitere Berichte finden.

 

Martin Haditsch auf der Suche nach der Wahrheit

 

„Exklusiv für ServusTV macht sich der Linzer Virologe Professor Martin Haditsch auf eine Reise um den Globus. Sein Ziel: führende Wissenschaftler, wie den Nobelpreisträger Michael Levitt zu treffen und aus erster Hand Antworten auf die drängenden Fragen zum Ausbruch und der Bekämpfung des Coronavirus zu bekommen. Das Ergebnis: exklusive Interviews, unbequeme Antworten, mit neuen Perspektiven auf die Pandemie und aktuelle Maßnahmen im Kampf gegen Corona.

Der Linzer Professor DDr. Martin Haditsch ist ein ausgewiesener Experte, weltweit vernetzt, Facharzt für Hygiene und Mikrobiologie, Infektiologie und Tropenmedizin, Virologie und Infektions-Epidemiologie.

Er will sich nicht mit den gängigen Einschätzungen und Lösungen im Kampf gegen die Corona Pandemie zufrieden geben. Deshalb macht er sich exklusiv für ServusTV auf eine Reise zu führenden Wissenschaftlern und Medizinern.

Wie den amerikanischen Nobelpreisträger Michael Levitt. Levitt hat den Bundesstaat Florida beraten und eine Strategie entwickelt, die für Aufsehen gesorgt hat: Schulen wurden hier bereits seit Ende vergangenen Sommers normal geöffnet und die Arbeitslosigkeit liegt mit 4,8 Prozent deutlich unter dem mehr als doppelt so hohen US-Schnitt. Eine Erfolgsgeschichte.

In Hamburg trifft er Professor Roland Wiesendanger. Er hat mit seinen Aussagen zum Ursprung des Corona Virus für Aufsehen gesorgt. Nachdem er den Ausbruch des Virus aus einem Labor als die einzig gültige Theorie bezeichnete, sah er sich einer breiten medialen Schmutzkampagne ausgesetzt. Erstmals und exklusiv für ServusTV spricht er in einem langen Fernsehinterview über seine Theorie zum Ursprung der Pandemie.

Eine echte Sensation initiiert Professor Haditsch nach einem persönlichen Treffen mit Dr. Pierre Kory. Kory kämpfte als Lungenfacharzt im Epizentrum der Pandemie in New York gegen den Virus.

Entgegen aller Vorschriften setzte er Ivermectin zur Therapie ein und rettete tausenden Erkrankten das Leben. Eine Behandlungsmethode, welche in Europa noch immer von der EMA verhindert wird.

Doch Professor Haditsch bittet seinen Grazer Kollegen Kurt Zatloukal das Medikament unter experimentellen Bedingungen zu testen. Mit einem überraschenden Ergebnis!“

https://www.servustv.com/videos/aa-27juub3a91w11/

(der sehenswerte Film ist unter dem angegebenen Link zu sehen)

 

Christian Euler: „Die Medien bestimmen die Wahrnehmung der Pandemie. In Österreich wurde kürzlich ein Film in der Primetime ausgestrahlt, der hierzulande im Mainstream-TV als Verschwörungstheorie abgetan würde. „Corona – auf der Suche nach der Wahrheit“ ist die Weltreise des Linzer Virologen Martin Haditsch auf der Suche nach Antworten. Antworten, die Licht ins Dunkel einer Krise bringen, für die unsere Regierung offensichtlich keine Lösung hat.

Gerade deshalb sollte dieser 90 Minuten umfassende Mix aus Wissen und Erfahrung gleichermaßen Pflicht für Lockdown-Befürworter wie für Maßnahmen-Kritiker sein. Er könnte die Grundlage für einen offenen Diskurs sein, der hierzulande bis heute unmöglich erscheint. Wie um dies zu bestätigen, hat nicht ein einziger der von Haditsch befragten Wissenschaftler bislang eine Rolle in der Corona-Politik der Bundesregierung gespielt.

Klaus Stöhr, ehemaliger Projektleiter bei der WHO und Impfstoffentwickler beim Schweizer Pharma-Giganten Novartis, fragt sich daher nicht ohne Grund: „Hat man die Pandemie vom Ende zum Anfang durchdacht oder ist man gestolpert von Lockdown zu Lockdown?“

Unprätentiös und frei von jeglicher Sensationslust regt „Corona – auf der Suche nach der Wahrheit“ zum Nachdenken an. Etwa, wenn Martin Haditsch mit Luca Speziani spricht, dem Präsidenten des Ärzteverbands Bergamo und Vorsitzenden mehrerer medizinischer Organisationen in Italien. Speziani konstatiert im Rückblick zwei gravierende Fehler: Die Allgemeinmediziner wiesen ihre Patienten ab, da sie Angst hatten sich selbst anzustecken. Sie gaben ihnen die kriminelle Anweisung, das fiebersenkende Mittel Paracetamol zu nehmen und abzuwarten. „Dies führte zu vielen, vielen Todesfällen.“

Als „kriminellen Akt“ bezeichnet er, die auf den Intensivstationen Genesenen in die Altenheime zu verlegen. „Daraufhin hatten wir 30 bis 40 Prozent der Todesfälle in Altenheimen.“ Zudem zitiert er eine Anweisung der WHO für die Gerichtsmediziner, auf der Sterbeurkunde Tod durch Covid anzugeben, wenn der Gestorbene zu irgendeinem Zeitpunkt im Krankheitsverlauf positiv auf Covid-19 getestet worden war. Da regelmäßige Obduktionen Speziani zufolge verboten waren, war es nicht möglich zu erfahren, wie viele Menschen tatsächlich an Corona gestorben sind.

Interessant ist auch das Gespräch von Haditsch mit Thomas Ly, der für die infektiologische Expertise der größten Krankenhauskette Thailands verantwortlich ist. In 49 Kliniken werden dort alleine 1,5 Millionen ausländische Patienten aus über 160 Ländern pro Jahr behandelt. Haditsch will wissen, warum es laut Worldometer in Thailand bezogen auf die Bevölkerung 80 Mal weniger Covid-19-Fälle und 650 Mal weniger Tote als in Deutschland gibt. Der gebürtige Deutsche Ly geht noch weiter: „In Thailand haben wir seit Beginn der Pandemie auf eine Million Einwohner einen mit Corona assoziierten Todesfall.“ Zum Vergleich: Zum Zeitpunkt des Gesprächs am 9. März 2021 waren es in Deutschland 866 mit Corona assoziierte Todesfälle je eine Million Einwohner.

„Ich glaube, der Unterschied ist recht einfach erklärt“, meint Ly. „In Thailand untersuchen wir nur Patienten, die Symptome haben. Es gibt für uns keinen Grund, einem Menschen, der keine Symptome hat, zu sagen: ‚Komm bitte mal her und ich suche mal, ob Du irgendetwas hast.‘ Das machen wir einfach nicht. Wenn jemand zu uns kommt und hat Atemwegssymptome, dann machen wir das, was wir die ganzen letzten Jahre auch gemacht haben.“

Szenenwechsel in die USA, wo Chemie-Nobelpreisträger Michael Levitt konstatiert: „Panik ist eine sehr gefährliche Sache. Meiner Meinung nach wäre es logisch gewesen, im Wesentlichen das zu tun, was Schweden getan hat.“ Ganz falsch scheint der US-Wissenschaftler nicht zu liegen, wie der von ihm beratene Bundesstaat Florida zeigt. Dort sind die Schulen seit Ende des vergangenen Sommers geöffnet, die Maskenpflicht ist längst tabu und die meisten Menschen leben wie vor Ausbruch der Krise. Dennoch lag die 7-Tage-Inzidenz Ende April bei 50.

In Hamburg trifft Haditsch auf Roland Wiesendanger, der mit seinen Aussagen zum Ursprung des Virus für Aufsehen sorgte. Nachdem der Physikprofessor den Ausbruch aus einem Labor als plausible Theorie bezeichnete, sah er sich einem massiven medialen Shitstorm ausgesetzt. 2012 hätten führende Virologen vor einer Pandemie gewarnt, die auf Basis der Anzahl von Laborunfällen pro Jahr abzusehen sei. Die Wahrscheinlichkeit binnen 10 Jahren bezifferten sie auf 80 Prozent. Wiesendanger fühlt sich vor diesem Hintergrund dazu berufen, öffentlich zu warnen – auch wenn er dabei einen Teil seines Renommees durch öffentliche Angriffe riskiert.

Zu Wort kommt auch Pierre Kory, der in den Mainstream-Medien ein Nischendasein fristet. Als Lungenfacharzt kämpfte er in New York gegen das Virus und setzte allen Vorgaben zum Trotz das Antiparasitikum Ivermectin zur Therapie ein. Damit rettete er tausenden Erkrankten das Leben. Bis heute wird diese Behandlungsmethode in Europa von der Europäischen Arzneimittel-Agentur verhindert. Haditsch hält das nicht davon ab, seinen Grazer Kollegen Kurt Zatloukal das Präparat unter experimentellen Bedingungen testen zu lassen. Drei Wochen nach dem Treffen mit Haditsch berichtet Zatloukal über das Ergebnis: Bereits bei geringen Konzentrationen führt Ivermectin zu einer Verringerung der Virusvermehrung um den Faktor 1000.

„Corona – auf der Suche nach der Wahrheit“ sind 90 Minuten geballte Erfahrung und Kompetenz zum wohl wichtigsten Thema unserer Zeit. Ein Muss für jeden, der mehr wissen will – unabhängig von der politischen Richtung.“

https://reitschuster.de/post/90-minuten-pflichtfernsehen-fuer-befuerworter-und-massnahmen-kritiker/

 

Auch der Wurm hatte bereits über Martin Haditsch berichtet: http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/436-profiteure-der-angst.html

 

 

Ich bin Philanthrop, Demokrat und Atheist. Rupert Regenwurm

 

 

Das Böse verlachen

- Satire, Realsatire, ernst Gemeintes -

 

29. Mai – Wochenkommentar von Ferdinand Wegscheider

„Ein paar Arschlöcher…“ - Im neuen Wochenkommentar geht es heute darum, wie man Bürger nennt, die Klimaschutzmaßnahmen ignorieren, es geht um unfehlbare Politiker und Experten, einmal mehr um die heilsbringende Impfung für alle und natürlich um den grünen Pass.

https://www.servustv.com/videos/aa-26yu5ryb51w11/

 

Falsch verkabelt? Neue Weisheiten von der künftigen (?) Kanzlerin Annalena Baerbock

https://www.youtube.com/watch?v=DIUooxucu9E

 

Corona: Ist die Impfung erst der Anfang...???

https://www.youtube.com/watch?v=Q7713jjlKLA

 

Dr Max

https://www.youtube.com/watch?v=8q43jFZwPBA

 

#allesdichtmachen #niewiederaufmachen #lockdownfürimmer: Maxim Mehmet

https://www.youtube.com/watch?v=Nif_3nGkV_k

 

Rima-Spalter mit Marco Rima Folge 2: Verfasssungsquiz

https://www.youtube.com/watch?v=JXtr4RhsKVo

 

Steimles Aktuelle Kamera / Ausgabe 28

https://www.youtube.com/watch?v=xnQVH8MkEtc

 

Baerbock hat Bock | Weiblich, grün, Mutter, sucht Kanzlerposition | Strippenzieher

https://www.youtube.com/watch?v=Wyp2FfO-W3Q

 

HallMack Linker Brandanschlag in München

https://www.frei3.de/article/1302f96c-2199-4df3-b8ba-c037524f6324

 

HallMack STIKO - keine Impfempfehlung für Kinder

https://www.frei3.de/article/30d4ff06-d91b-4eaa-a129-92fcbb1fd4eb

 

HallMack Von Impfungen, Gürtelrosen und Ossis

https://www.frei3.de/article/e431d4ed-e8be-428a-971d-cef95eaf513e

 

HallMack Umarmungsanleitung

https://www.frei3.de/article/3aa9d045-f77c-45f1-a596-77b7aabd5ae4

 

HallMack Grüne Doppelmoral

https://www.frei3.de/article/25804d1e-0ca8-4e12-90e9-1f5cee948e80