Diese Woche lief die 3-teilige Dokumentation „Der Aufstieg der Murdoch-Dynastie“ auf arte.

Und machte deutlich, dass es so etwas wie „Demokratie“ nur dem Namen nach gibt: nicht die Wähler haben Regierungen unterstützt oder zum Sturz gebracht, an Kriegen mitgewirkt, den Brexit oder Donald Trump ermöglicht, sondern Menschen wie Rupert Murdoch, denen einflussreiche Medien gehören. Und die die Menschen dazu gebracht haben, das zu tun und das zu wählen, was sie wollen.

 

Der Aufstieg der Murdoch-Dynastie

 

Matthias Jordan: „Vor Jahrzehnten gab es William Randolph Hearst: einen Medienmogul, so mächtig, dass ihn Orson Welles mit „Citizen Kane“ auf die Schippe nahm. Hearst hat seine Macht im Gegenzug benutzt, um den Erfolg des Films zu sabotieren. Was damals Hearst war, ist heute Rupert Murdoch. Dem Unternehmer gehören buchstäblich Hunderte Medienfirmen, darunter der US-Sender Fox News. Sein Einfluss ist immens, ohne ihn hätte es möglicherweise nie einen Präsidenten Trump oder den Brexit gegeben. Der Dreiteiler „Der Aufstieg der Murdoch-Dynastie“ ist nun ein wenig wie Murdochs „Citizen Kane“ – nur mit dem Unterschied, dass alles, was die Filme zeigen, wahr ist.

Der erste Teil mit dem Titel „Der Königsmacher“ beginnt im Jahr 1995. Rupert Murdochs persönliche Beziehung mit Premierminister Tony Blair sorgt im Vereinigten Königreich für Kontroversen. Unter seinem Einfluss lässt sich Blair hinreißen, ein Referendum über den Beitritt zur europäischen Währungsunion abzuhalten. Der Grundstein für den späteren Brexit wird gelegt. Privat muss sich Murdoch entscheiden, welchem seiner Kinder er sein Imperium einst hinterlassen will – Tochter Elisabeth oder doch einem seiner Söhne Lachlan und James? In Rückblenden wird außerdem von seinen verhältnismäßig bescheidenen Anfängen als Zeitungserbe in Melbourne erzählt.

Im zweiten Teil „Die Allianz der Rebellen“ baut Murdoch seinen politischen Einfluss auch in den USA aus. Dort verteidigt er den sogenannten Krieg gegen den Terror, die Einsätze in Irak und Afghanistan. Im UK arbeitet er weiterhin auf einen Brexit zu, unterstützt dafür den konservativen Kandidaten David Cameron, den er für leicht manipulierbar hält. Da trifft sein Imperium ein Skandal: Bei der „News of the World“-Affäre kommt heraus, dass seine Zeitungen prominente Mobiltelefone abgehört haben. Sohn James, der diesseits des Atlantiks die Geschäfte leitet, kann nichts dagegen tun, sein Vater verliert Vertrauen zu ihm.

Im dritten Teil „Das Comeback“ kommt unter anderem der populistische Brexit-Befeuerer Nigel Farage zu Wort, der sich einst die Unterstützung von Murdoch sichern konnte. Auf beiden Seiten des Atlantiks sind Murdoch-Medien mitverantwortlich, dass reaktionäre Kräfte an Macht gewinnen: die Europagegner im UK, Donald Trump und seine Präsidentschaft in den USA. Derweilen zerbricht eine Ehe, Murdoch heiratet erneut, seine Kinder sind anwesend, das Imperium heil. Am Schluss der Dokumentation stehen die gigantischen Feuer in Australien – Murdoch und Co. fahren trotzdem fort, den Klimawandel zu leugnen."

https://kulturnews.de/doku-dreiteiler-der-aufstieg-der-murdoch-dynastie/

 

Teil 1: Der Königsmacher

 

Albrecht Müller: „Der ursprünglich australische Medienzar hat mit seinem auch in Großbritannien aufgebauten Medienimperium die Konservative Margaret Thatcher unterstützt und sie ihn. Das war ein für beide Seiten wirkungsvolles Geschäft und wegen der neoliberalen Agenda beider Personen von Relevanz nicht nur für Großbritannien, sondern auch für den Rest der Welt.

Murdoch hat dann 1997 umgeschaltet, sich mit Tony Blair getroffen, von ihm vor der Unterstützung ein Bekenntnis gegen den Euro verlangt, ihn einschließlich der Labour Party mit seinem ganzen Medien-Imperium unterstützt. Dazu gibt es spannende Passagen bei Minute 22 und Minute 23, auch darüber, wie direkt die Befehle zur politischen Einflussnahme von Murdoch erteilt und von den Redaktionen befolgt wurden.

Tony Blair wurde Premierminister und befolgte Murdochs Wunsch für ein Referendum über den Euro. Es wird sichtbar, dass Blair durchaus wusste, dass er seinen parteipolitischen und persönlichen Erfolg Rupert Murdoch verdankt, Murdochs 3 Millionen Zeitungen und 10 Millionen Lesern pro Tag und zugleich einer ausgefuchsten Meinungsmache in diesen Blättern.

Die Auswirkungen dieses Einflusses haben wir nicht nur im Einfluss von Blairs New Labour auf Gerhard Schröders Verständnis von Sozialdemokratie zu spüren bekommen. Murdochs Boulevardblatt Sun hat sich bekanntermaßen auch in die innerparteilichen Personalangelegenheiten der SPD eingemischt und das politische Ende des SPD-Vorsitzenden Oskar Lafontaine eingeleitet:

Die “Sun” widmet Oskar Lafontaine eine Titelseite: “Der gefährlichste Mann Europas”

Berliner Zeitung, 26.11.1998 – 00:00 Uhr

Der Film zeigt auch wichtige Hilfspersonen im wirtschaftlichen und politischen Geschäft des Medienzars, herausragend seine Tochter, seine 2 Söhne, Rebekah Wade und Murdochs junge zweite Frau aus China.

Ab Minute 35:50 wird über die enge Beziehung, über die Verflechtung von Politik und Medien philosophiert.

Die enge Verflechtung mit Tony Blair wird dann 2003 bei der Entscheidung Großbritanniens für die Mitwirkung am Irakkrieg sichtbar. Murdoch hat Tony Blair massiv vermittelt, dass Großbritannien an der Seite der USA stehen und in den Krieg eintreten muss, obwohl der britische Premier wissen musste, dass Saddam Husseins Massenvernichtungswaffen eine gelogene Erfindung waren. Alle Murdoch-Medien unterstützten den Krieg. Die Folgen dieses Krieges im Zeichen der Demokratie sind sogar nach Wikipedia schrecklich.

Alleine die Umstände der Entscheidung für diesen Krieg zeigen, dass wir es nicht mit Demokratien zu tun haben. Von der Mehrheit des Volkes bestimmte Entscheidungen würden anders aussehen. Aber die mit Manipulation zurechtgetrimmte Meinung des Volkes sieht halt auch in sogenannten Demokratien so aus wie die Entscheidung für den Irakkrieg, die Entscheidung für den Krieg in Libyen, in Afghanistan und all den anderen Orten der westlichen Vernichtungsmaschinerie, und ganz aktuell wie die Kampagne gegen Russland.

Der Arte-Beitrag geht auch auf Bestechungsgelder ein. Solche wurden gezahlt. Und es passierte nichts. Murdochs Blätter stehen über dem Gesetz. Sie konnten machen, was sie wollen. Minute 48.

Das Fazit bei Minute 49: Beängstigend für die Demokratie. Die Medien haben die Politik in der Hand.

Und dann reden wir, liebe NachDenkSeiten-Leserinnen und -Leser, von „westlicher Demokratie“ und kommen uns ganz groß vor. Obwohl sonnenklar und belegt ist, dass wichtige Entscheidungen darüber, wer ein Land regiert und ob es zum Beispiel der Eurozone beitreten soll oder aus der Europäischen Union austreten soll, nicht vom Volk, sondern von den Eigentümern der Meinungsmach-Industrie getroffen werden. Das gilt für Großbritannien, für die USA, für andere Länder und auch für uns – in Variation.“

https://www.nachdenkseiten.de/?p=69867

Frank Blenz: „In diesem Teil werden die geschäftliche und politische Wirkungszeit sowie Phasen des Privatlebens Rupert Murdochs von 1995 bis 2003 beleuchtet. Der Film über einen überaus charismatischen Mann wirkt wie ein Shakespearestück, wie ein Thriller. Die klassische Musik untermalt die Bilder der Dokumentation feinsinnig, dramatisch, mächtig, schöne Klänge klingen zur bedrohlichen Energie, die von Rupert Murdoch ausgeht. Die Musik unterstreicht die dunkle Seite einer Medienmacht. Und ein Wegbegleiter Murdochs schwärmt in diesem Teil der Dokumentation:

„Er ist und bleibt einer der interessantesten Menschen der Welt.“

Und meint damit doch einen machthungrigen, ruhelosen, skrupellosen, ehrgeizigen Mann, der es schließlich nach der Jahrtausendwende geschafft haben wird, hunderte Zeitungen, TV- und Radiosender zu besitzen und entscheidend und undemokratisch Einfluss auf höchster Ebene in der Politik und in der Gesellschaft auszuüben. Sein größter Coup wird vor der Jahrtausendwende sein, Tony Blair auf den Posten des britischen Premiers zu hieven und einen Krieg anzuzetteln.

Das Jahr 1995. Ein gewisser Tony Blair ist nach Australien eingeladen, auf eine Insel, die der Familie Murdoch gehört. Es findet ein Familientreffen und die Management-Konferenz des Murdoch-Unternehmens statt. Es wird ersichtlich, dass die Familie dem Rupert Murdoch sehr wichtig ist, die drei Kinder Elisabeth, Lachlan und James sollten nach und nach die Geschicke seines Imperiums übernehmen.

Dass Murdoch es zu dieser immensen Unternehmensgröße brachte, liegt in dessen Kindheit begründet, erfährt der Zuschauer. Ruperts Vater hatte ein kleines Medienunternehmen. Der Sohn soll es übernehmen. Als der Vater stirbt, war aber die Nachfolge nicht geregelt. „Rupert bekam nichts, außer er erbte eine Regionalzeitung.“ Rupert Murdoch reagiert mit unbändigem Einsatz, die Zeitungen seines Vaters zurückzuerobern (was später gelang und mehr).

Den Australier zieht es nach Großbritannien, eine große Kaufwut herrscht bei ihm. Tatsächlich wird Murdoch schnell zu einem erfolgreichen Eroberer des britischen Zeitungsmarktes, Boulevard-, seriöse Blätter. Zehn Millionen Leser. Die Premierministerin Margaret Thatcher lässt den Kauf von Zeitungen in dieser Konzentration zu, der Zuschauer erfährt, dass Murdoch Thatcher unterstützt und ihre politische Konkurrenz medial verunglimpfte (Minute 13:40).

„Rupert ist ein sehr sanftmütiger Mann.“

Das sagt Ehefrau Anna, 29 Jahre mit Murdoch verheiratet, 1996. Und der Sanftmütige bringt sich und seine politischen Interessen in Position, um für die kommende Wahl einen Premier zu finden. Tony Blairs Name fällt erneut. Der Mann der Labour Party. John Major von der Partei der Torys hingegen fällt bei Murdoch in Ungnade. Ein Jahr später, 1997, und John Major sagt bei einer parlamentarischen Anhörung über Aussagen zu Murdoch zum Thema „Austritt aus der EU“:

„Er (Murdoch) sagte, ich will, dass Sie Ihre Politik ändern, sonst kann ich Sie nicht unterstützen.“

Major will nicht. Was folgt? Das große Boulevardblatt „The Sun“ unterstützt Blair. Murdochs Order lautet, Blair und Labour zu 200 Prozent zu unterstützen (Minute 21 und folgende).

Das Zitat fällt:

„Wer eine Boulevard-Zeitung besitzt, hat die Macht, Millionen von Wählern Geheimnisse oder Details über das Sexualleben der Politiker zu enthüllen – auf der Titelseite.“ (Minute 22:10).

Und ein ehemaliger Murdoch-Mitarbeiter berichtet über die Gangart (ab Minute 22:40): Graham Johnson, Reporter von News of the World, sagt über die Praktiken gegen die Politiker der Tory-Partei und gegen Gegner der bevorzugten Labour Party:

„Sie waren Freiwild. Wir sollten uns Tory-Abgeordnete vorknöpfen, ich habe zwei von ihnen erledigt. Die News of the World war wie eine SS-Division, sie stand auf Abruf bereit und wurde in den Einsatz geschickt. Die Befehle wurden gnadenlos bis zum bitteren Ende ausgeführt.“

Dieser Aussage folgt ein Filmschnitt hin zu einem Dialog: Murdoch tritt bei einer TV-Show auf. Der Moderator sagt:

„Menschen werden mit Füßen getreten, ihr Leben wird ruiniert und ihre Familien mit Schmutz beworfen.“

Murdoch kommt zu Wort:

„Das kommt bei der SUN nur ab und an vor …. Dort werden die großen Nachrichten brillant beleuchtet.… Wir leben in einer Demokratie.“

1997. Die Wahlen in Großbritannien. Torries vs. Labor. Europa ist ein großes Thema und Tony Blair wird von Murdoch gebeten, in „Ich-Form über Europa zu schreiben. Er ringt ihm die Verpflichtung ab, ein Referendum über die Einführung des Euro zu fordern.

Im Rückblick sagt Nigel Farage, Vorsitzender der Brexit-Partei (ab Minute 26:48) in einem Interview, wie stark Murdochs Einfluss wirkt bis ins Heute:

„Den Preis, den Tony Blair für die Unterstützung gezahlt hat, bestand in dem Versprechen, den Euro nicht ohne Referendum einzuführen. Hätte Murdoch das damals nicht getan, wären wir 1999 der Eurozone beigetreten. Und ich bezweifle, dass es dann zum Brexit gekommen wäre.“

Blair gewinnt die Wahl.

2002. Murdoch und Blair sind eng verbunden. Jederzeit kann der Medienzar zu Blair kommen, privat, dienstlich. Es kommt zum Irak-Krieg mit Beteiligung Großbritanniens.

Und Murdochs Rolle dabei? Zitat:

„Murdoch Presse verbreitete eine Lüge nach der anderen über die wahren Gründe für den Irak-Krieg.“

Es zeigt sich, Murdoch wird der größte und wichtigste Kriegstreiber. Murdoch ist ein Falke. Murdoch ist mehr mit Blair im Gespräch als dessen Minister. 160 Zeitungen auf der ganzen Welt unterstützen den Krieg im Irak.

Schließlich ziehen erste Wolken über Murdochs Imperium auf. Eine Führungskraft Murdochs, Rebekah Wade, muss bei einer parlamentarischen Anhörung routinemäßig aussagen. Sie antwortet auf eine Frage zum Thema Bestechung:

„Wir bezahlten früher Polizisten für Informationen.“

Das Dumme nur ist, Polizeibestechung ist illegal. Der Zuschauer erfährt, dass das Geständnis über Bestechungsgelder keine Folgen haben wird. Damals denkt die Boulevardpresse, über dem Gesetz zu stehen. (Minute 46:30).

Das Finale des ersten Teils lässt dem Zuschauer einen kalten Schauer über den Rücken laufen.

„Nötigung, Mobbing, Erpressung, Betrug, Täuschung, illegale Nachrichtenbeschaffung, Privatdetektive“,

zählt Graham Johnson, Reporter News of the World, „Werkzeuge“ der journalistischen Arbeit der Murdoch-Presse auf und schließt mit der Aussage, dass Medien die Politiker in der Hand haben.“

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Teil 2: Die Allianz der Rebellen

 

Hans Bleibinhaus: „Es geht spannend zu wie in einem Mafia-Film. Der Pate lässt ohne Rücksicht auf Recht und Gesetz schalten und walten, um seine Medienherrschaft und politische Macht im Vereinigten Königreich zu zementieren und darüber hinaus in den USA, in Europa und Asien zu erweitern (Minute 21:50).

Es geht nicht nur – und eher sogar weniger – ums Geld, das mit immer mehr Zeitungen und größeren Auflagen angehäuft wird, es geht um die politische Macht im Land (Minute 4:15 bis 7:00).

Das Kraftfutter für steigende Auflagen- und Leserzahlen sind Enthüllungsgeschichten über Prominente aller Sparten: Show, Sport, Politik, aber auch von Nicht-Prominenten, wenn sich ihre Story zu einer Sensation aufbauschen lässt (Minute 8:22). Sie sind der Schlüssel zum Erreichen des eigentlichen Ziels Murdochs: Ein immer größerer und am Ende beherrschender Einfluss auf die öffentliche Meinung.

Um an die Geschichten für seine Blätter zu kommen, ist jedes Mittel recht. Am Beispiel der „News of the World“ wird aufgezählt: Telefonabhören (Minute 8:00), Eindringen in private Häuser und Feiern, heimliche Foto- und Filmaufnahmen (Minute 12:20 und 15:50), Ausspionieren von Bank- und Kreditkartendaten (Minute 14:15), Bestechung und Anstiftung zum Meineid (Minute 43:20).

Doch das Treiben Murdochs ruft Gegner auf den Plan. Einer der wichtigsten ist der Journalist Nick Davies vom The Guardian, der Whistleblower, ehemalige Redakteure von News of the World (also Täter) und Opfer der rufmörderischen Enthüllungsgeschichten zusammenführt (Minuten 7:50; 10:15; 15:30; 16:30; 18:20). Es gelingt, die kriminellen Methoden der Informationsbeschaffung in mehreren Prozessen offenzulegen (Minuten 12:20 und 31:20). Noch mehr Verfahren werden durch außergerichtliche Vergleiche – die Rede ist von millionenfachen Abstandszahlungen – beigelegt (Minute 32:50).

Doch das öffentliche Bekanntwerden der kriminellen Machenschaften bleibt für den Konzern folgenlos. Weder Staatsanwalt noch Polizei sehen sich veranlasst, Ermittlungen aufzunehmen (Minute 19:40). Lediglich zwei Reporter von News of the World und vom Sunday Mirror werden 2001 als Einzeltäter wegen illegalen Telefonabhörens verurteilt. Auch als The Guardian mit einer Titelseite auf die konzernweiten Verbrechen aufmerksam macht (Minute 17:30) und Murdoch sich weigert, dazu öffentlich Stellung zu nehmen (Minute 19:10), bleibt die Polizei tatenlos.

Im Gegenteil: Murdoch fühlt sich 2010 mächtig genug, um von der Labour-Regierung Brown zu verlangen, beim Ausgreifen auf TV-Medien politisch unterstützt zu werden (Minute 22:15). Als Brown nicht wie gewünscht reagiert, sondern im Gegenteil einen Vertrauten in einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu den Abhör-Affären gegen Murdoch aussagen lässt, wird Brown durch die Geschäftsführerin des Zeitungskonzerns NewsCorp die Nachricht überbracht, dass ihm von nun an jede Unterstützung versagt wird (Minute 27:50).

Neuer Favorit ist David Cameron von den Tories, der die Wahl gewinnt und 2010 Premierminister wird. Der Einfachheit halber wird der vormalige Chefredakteur der News of the World und Hauptverantwortliche für illegale Informationsbeschaffung zum Kommunikationsdirektor und Pressesprecher Camerons (Minute 28:25). Die Unterstützung zum 100-prozentigen Erwerb des TV-Senders B Skyp B wird zugesagt (Minute 28:40).

Im weiteren Verlauf des Kampfes der Rebellen gelingt es, die New York Times zu einem Bericht über Murdoch und seine Machenschaften zu veranlassen. Er schlägt international hohe Wellen und die britischen Strafverfolgungsbehörden werden schließlich doch tätig. Als Hauptverdächtiger stellt sich im Verlauf der Ermittlungen der von Murdoch zu Cameron gewechselte Kommunikationsdirektor des Premierministers heraus. Er muss zurücktreten (Minute 30:15).

Die britische Öffentlichkeit bekommt davon kaum etwas mitgeteilt. Das ändert sich erst, als die News of the World nach dem Verschwinden eines jungen Mädchens und während der Fahndung nach den Entführern dessen Telefon abhört, ohne die Polizei zu informieren. Am Ende ist das Mädchen tot und die Empörung der Öffentlichkeit nicht mehr zu bremsen (Minute 33:30).

Murdoch gibt sich zutiefst getroffen, stellt das Erscheinen der News of the World ein, entlässt zweihundert Mitarbeiter (Minute 36:10) und bittet die Eltern des ermordeten Mädchens um Verzeihung (Minute 38:00). Zusammen mit seinem Sohn James muss er sich 2011 einer parlamentarischen Kommission stellen, schiebt alles auf seine Mitarbeiter und ersetzt James Murdoch durch dessen Bruder Lachlan Minute 40:40).

Der Konzern ist damit gerettet, aber noch gibt es 2012 einen erneuten Untersuchungsausschuss über die Verbindung Murdochs zu hochrangigen Politikern. Nicht weniger als vier ehemalige Premierminister (Major, Blair, Cameron, Brown) erscheinen und sagen unter Eid aus (Minute 46:20).

Das Ergebnis: Alle Zeitungen sollen Aufsichtsräte einrichten, die über die Einhaltung ethischer Normen zu wachen haben. Außerdem soll es eine weitere Untersuchung über das Verhältnis von Presse und Polizei geben (Minute 49:00).

Nichts davon geschah.“

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Teil 3: Das Comeback

 

Hermann Zoller: „Murdoch zeigt seinem Sohn in Schottland die Ursprünge der Familie Murdoch.

Er plant sein Comeback; es wird die Politik auf der ganzen Welt verändern.

Trump stellt seinen besten Freund vor: Rupert Murdoch (2:30)

Zuvor befindet sich Murdoch auf seinem Tiefpunkt. Es geht um die die Machtverteilung im Murdoch-Clan.

09:00: Tony Blair im Familienverbund Murdoch.

11:45: Nigel Farage findet die Unterstützung Murdochs.

14:00: Sohn steuert Fox News: Sender beeinflusst US-Politik.

16:00: Ivanka Trump sucht die Unterstützung von Murdoch, weil dieser so mächtig ist; weil Murdoch ein weltweites Imperium beherrscht.

21:20 Fox baut Trump systematisch auf.

25:00 Murdoch ist ein EU-Gegner. In Farage findet er seinen politischen Handlanger und schafft in GB mit Hilfe seiner Zeitungen das politische Klima für den Brexit.

29:00 Ohne Murdoch hätte es keinen Brexit gegeben.

30:00 Trump + Murdoch treffen sich in Schottland: Begründung einer Arbeitsgemeinschaft.

31:30 Murdoch stand vor der Wahl Trump oder Clinton; er setzt klar auf Trump.

33:00 Ohne Fox News wäre Trump nie Präsident geworden.

35:00 Murdoch verkauft einen großen Teil seines Konzerns; den wichtigsten behält er: die Zeitungen und Fox-News; sie ziehen den Klimawandel noch immer in Zweifel.

45:00 Murdoch-Interview zum Klimawandel

Murdoch steuert die USA und Europa mit seinem Medien-Einfluss jeweils in politische Katastrophen; er beschädigt die Demokratie.

Murdoch ist die eine Seite, die andere: wichtige Politiker haben sein Treiben geduldet, sogar gefördert.“

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Gekaufte Medien

 

Die arte-Dokumentation könnte den Eindruck erwecken, dass es um einzelne Personen um Rupert Murdoch geht. Solche Personen und deren Nachfolger gibt es überall auf der Welt. Neben dem bereits erwähnten William Randolph Hearst gehört etwa auch ein Axel C. Springer dazu.

Stimmungen werden gemacht. Wesentlichen Anteil daran haben „die“ Medien. Sie bestimmen über Krieg und Frieden, Hetze und Mäßigung, weisen den Weg in die eine oder in die andere Richtung.

Kathrin Hondl im Jahr 2004: „Besonders beim Figaro rumort es. Der Figaro – zweitgrößte überregionale Tageszeitung Frankreichs – ist Serge Dassaults „Lieblingszeitung“. Und zwar – daraus macht er kein Geheimnis – eine Lieblingszeitung, in der er „seine Ideen“ publiziert sehen will. Je näher also der Termin der Übernahme durch den Dassault-Konzern rückt, desto unruhiger werden die Journalisten der „Lieblingszeitung“. Die Redakteure des konservativen Traditionsblatts fragen sich, was sie wohl künftig als Angestellte eines Rüstungskonzerns noch schreiben dürfen.

Man muss sich doch nur vorstellen, dass zum Beispiel der Rüstungsetat gesenkt wird, sagt Wirtschaftsredakteur Patrick Bèle: wie wird der Figaro das dann kommentieren? Wird es die Meinung des Rüstungsunternehmers Dassault sein, dessen Hauptkunde der Staat ist? Oder die Meinung der Redaktion? Solche Fragen beunruhigen uns immer mehr. Hinzu kommt, dass Dassaults politische Ansichten sehr rechts sind. Ansichten, die er zum Beispiel letzten Samstag in einem Kommentar zur Homosexuellen-Ehe geäußert hat – ein Text, der die Redakteure sehr schockiert hat.

Unter der Überschrift „Achtung! Familie in Gefahr!“ lieferte der künftige Hauptaktionär des Figaro ein Schreckensbild vom Untergang der französischen Gesellschaft, ja der Zivilisation. Doch nicht nur dieser deftige rechts-außen-Kommentar ihres Brötchengebers in spe erschreckte die Figaro-Redaktion. Letzten Montag wurden sie erneut von einem Auftritt Serge Dassaults im Blatt überrascht. Diesmal – kurios für eine überregionale Zeitung – in einem Bericht über ein Kinderchorkonzert in der Dorfkirche zu Corbeil, einer Gemeinde westlich von Paris, in der Serge Dassault Bürgermeister ist. Das dazugehörige Foto zeigt den stolzen Lokalpolitiker applaudierend auf der Kirchenbank.

Beispiele wie diese jüngsten, recht plumpen Auftritte des neuen Pressezaren Dassault im Figaro beeindrucken die Wirtschaftswissenschaftlerin Janine Brémond kaum – seit Jahren schon gehört sie zu den kritischen Beobachtern der Konzentration im Bereich der französischen Medien.

Ich denke, man braucht nicht nach diesem oder jenem Beispiel für eine sichtbare Einflussnahme suchen, sagt sie. Der Einfluss ist objektiv da. Es ist schwierig, sich vorzustellen, dass jemand Macht hat und sie überhaupt nicht benutzt. Es wäre also sehr viel heilsamer, ganz einfach zuzusichern, dass ein Mischkonzern, der in Frankreich Medien besitzt, keine Staatsaufträge haben darf.

Von den „heilsamen“ Vorstellungen der Wirtschaftswissenschaftlerin ist die Realität der französischen Presselandschaft allerdings weit entfernt. Schon lange bevor Dassault bei Socpresse einstieg, hat ein anderer Gigant der französischen Rüstungsindustrie Medien in sein Waffenarsenal integriert. Die Gruppe Lagardère – früher Matra – kontrolliert zahlreiche Magazine, darunter Elle und Paris Match. Wenn die Brüsseler Wettbewerbskommission dem Kampfflugzeugbauer Dassault keine Steine in den Weg legt, dann sind bald rund Zwei Drittel der französischen Journalisten bei Rüstungskonzernen angestellt – eine ernste Gefahr für die Meinungsfreiheit und –Vielfalt in Frankreich, so Janine Brémond.

Man kann nicht sagen, dass es überhaupt keinen Pluralismus gibt, aber er ist ernsthaft ausgedünnt durch immer mehr Zusammenschlüsse. Das zeigt sich besonders bei den brenzligen Themen. Ein Thema wie der Aufkauf von Socpresse durch Dassault hatte zum Beispiel sehr wenig Medienresonanz. Die Nachricht wurde natürlich verbreitet, aber darüber hinaus gab es kaum Artikel. Medienthemen sind sensible Themen geworden, da wird sehr aufgepasst.

Vielleicht ist es deshalb auch gar nicht so erstaunlich, dass Dassaults Luftangriff auf die französische Presse die französische Öffentlichkeit seltsam kalt zu lassen scheint. Die Tatsache, dass in Kürze 70 Prozent der französischen Printmedien in den Händen der Rüstungsindustrie sein werden, hat jedenfalls keine nennenswerte öffentliche Diskussion entfacht. Die Politiker schweigen, und auch aus der Riege der gewöhnlich ja sehr mitteilungs- und meinungsfreudigen französischen Medien-Intellektuellen hat sich bisher niemand zu Wort gemeldet.“

https://www.deutschlandfunk.de/ruestungsindustrielle-als-meinungsmacher.691.de.html?dram:article_id=47970

Mensch braucht nicht zu glauben, dass es allein die Rüstungs-Industrie ist, die Anteile an strategisch wichtigen Medien hat.

Es müssen noch nicht mal Anteile sein – Anzeigen bzw. die Drohung, keine Anzeigen mehr zu schalten, reichen aus, um eine bestimmte Richtung zu fördern bzw. zu unterdrücken.

Dazu gehört auch, dass Informationen von Geheimdiensten an die Medien weitergegeben werden. Welche natürlich auch falsch sein können, um die Bevölkerung in eine bestimmte Richtung zu lenken.

Kurzum: es ist kaum möglich, sich eine eigenständige Meinung zu bilden, wenn so gut wie alles gesteuert ist.

Hierzu ein schönes Beispiel zur Renten-Versicherung:

„Es war der mächtige Metallarbeitgeber-Chef Kannegiesser persönlich, der die Initiative vor 5 Jahren gründete. Aus Ärger. Auslöser war eine repräsentative Umfrage. Danach stand die Mehrheit der Deutschen der Marktwirtschaft kritisch gegenüber, wünschte sich auch in Zukunft einen starken Sozialstaat.

Den Arbeitgebern standen die Haare zu Berge. Sie beschlossen, das störrische Volk ins Visiser zu nehmen. Der Plan: eine systematische Umerziehung von oben durch PR, denn ‚das muss man doch vielleicht ändern können, dass das, was wir an notwendigen Reformen erkennen, auch von den Mitbürgern als eine positive Reform akzeptiert wird‘ (Werner Riek, damaliger Pressesprecher Gesamtmetall).

Kurz: das ganze Volk muss auf Linie gebracht werden. Mit Geld, viel Geld. Fast 100 Millionen Euro werden für 10 Jahre Meinungsmache investiert. Über 30 Werbeprofis der Agentur „Scholz & Friends“ werden engagiert. Sie erfinden die so genannte „Neue Soziale Marktwirtschaft“. Gemeint ist natürlich weniger soziale Marktwirtschaft.

Drei Botschaften werden den Menschen immer wieder eingebläut:

1. Deutschland steht am Abgrund

2. Schuld sind der Sozialstaat und seine bornierten Anhänger und

3. Rettung bringen nur harte Reformen nach dem Motto „Nehmt’s den Armen, gebt’s den Reichen“. Genau wie Robin Hood, nur anders herum.

Damit die Botschaft auch gehört wird, werden zahlreiche Prominente verpflichtet: Wissenschaftler und Sportler, aktive und ausrangierte Polit-Größen aus allen Lagern. Sie fungieren als „Türöffner“ bei den Medien. Auf allen Kanälen sind die Botschafter Dauergäste in den Talkshows. Manchmal sitzen gleich drei in einer Sendung. Dort treten sie für SPD, Union, FDP und Grüne auf. Oder als „unabhängige Experten“. Tatsächlich sind alle bei der gleichen Lobby im Boot und fordern harte Einschnitte, von denen sie selbst nie betroffen sind.“

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/176-personifizierter-drecksack.html

Mensch muss diese Mechanismen kennen, um überhaupt die Möglichkeit zu haben, sich dagegen wehren zu können, dass ihm eine Meinung von außen aufgedrückt wird.

 

Drecksackigkeit

 

Um konsumiert zu werden und ihre Meinungen unter’s Volk zu bringen, werden gerne emotionale Geschichten gebracht. Es wird illegal gehandelt, erfunden und gelogen, oft sehr zum Nachteil von einzelnen Personen oder Gruppen von Menschen.

Bei einem Claas Relotius ging das über schön geschriebene Erfindungen (siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/366-intellektuelles-prekariat.html ), anderweitig ging und geht es über böswillige Übertreibungen und Lügen.

Von der reinen Bösartigkeit abgesehen, wollen die Menschen wohl diese üblen Meldungen konsumieren.

Und die meisten Menschen wissen, dass ihre Lieblings-Medien zu solchen Methoden greifen.

Wer einen Funken von Anstand hat, sollte zumindest jene Medien meiden, bei denen diese Methoden bekannt sind. Dann würde sehr schnell Schluss damit sein.

 

 

Ich bin Philanthrop, Demokrat und Atheist. Rupert Regenwurm

 

 

Das Böse verlachen

- Satire, Realsatire, ernst Gemeintes -

 

13. Februar – Wochenkommentar von Ferdinand Wegscheider

https://www.servustv.com/videos/aa-25shnnkhw1w12/

 

Boschimo - Meine Büttenrede zum Rosenmontag Hellau und Alaaf

https://odysee.com/@Weckruf:b/2021-02-15-10-48-07:9

 

"Ich lach' Euch aus - nicht an!" - BÜTT 2021

https://www.youtube.com/watch?v=PIW4jmCydjY

 

Max und die Linken

https://www.youtube.com/watch?v=uIrLJaTHkB0

Blockwart der Woche: campact

 

Tamara Wernli: Corona: So sprechen sie heimlich über uns (schockierend)

https://www.youtube.com/watch?v=N59zbQKXsWo

 

Steimles Aktuelle Kamera / Ausgabe 13

https://www.youtube.com/watch?v=n_UTm3SUVX8

 

Thronfolger Spahn? | Lernen von der Besten | Strippenzieher

https://www.youtube.com/watch?v=wgkA-nMZsFY

 

Das Wilde Schaf, Episode 13

https://www.youtube.com/watch?v=2idQP3jiSX0

 

HallMack: Tod nach Impfung, schon wieder...

https://www.frei3.de/article/16ed66a7-18d4-488c-ab82-bdd7e42ce47f

 

HallMack: Kurznachrichten 15/02 - Fidel Merkel

https://www.frei3.de/article/9ba987dc-38e2-4455-b8ac-36cb8b188f91

 

HallMack: Kurznachrichten 16/02 - Menschenmilch und mehr...

https://www.frei3.de/article/129768f3-7363-41b7-9191-443c0cabcc40

 

HallMack: Kurznachrichten 17/02 - 32-jähriger Mann stirbt nach Impfung

https://www.frei3.de/article/22305a74-41e0-4629-b064-5a2475e995fa